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08:58 21.07.2017
So sieht der Gewerbepark „Metal Eco City“ in der südchinesischen Wirtschaftsprovinz Guangdong aus.  Quelle: MEC
Dresden/Jieyang

 Um gegenseitige Investitionen und den Handel zwischen Südchina und Sachsen anzukurbeln, hat die deutsch-chinesische Gesellschaft „Zhengdo Metal Group“ am Donnerstag in Dresden ein Verbindungsbüro eröffnet. Die Dependance soll sächsischen Mittelständlern helfen, im Reich der Mitte Fuß zu fassen und sich im Gewerbepark „Metal Eco City“ (MEC) in der südchinesischen Wirtschaftsprovinz Guangdong anzusiedeln. Und umgekehrt hoffen die Sachsen darauf, dass die Chinesen hier investieren und sächsische Autos, Maschinen und Umwelttechnologien einkaufen. „Wir sehen Riesenchancen in dieser Zusammenarbeit“, betonte der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) zur Eröffnung im „Bioinnovationszentrum“ (BioZ) am Tatzberg in der Dresdner Johannstadt.

Mike de Vries (Chef der Zhongde Metal Group), Lu Xiulu und der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt (v.l.) am Donnerstag am Tatzberg. Quelle: Heiko Weckbrodt

Denn die über 110 Millionen Einwohner zählende Provinz Guangdong mit der Großstadt Jieyang ist in den vergangenen drei Dekaden von einer Agrarregion zu einer der führenden Industrieregionen Chinas gewachsen. Dort produzieren heute rund 7600 Betriebe der Metall- und Galvanikindustrie. Daher hat Jieyang den Spitznamen „Metallstadt“ abbekommen. Entsprechend hoch ist allerdings auch der Bedarf an modernen Ökotechnologien. Weil die Zentralregierung die Grenzwerte für die Schmutz und Chemie in Luft, Wasser und Boden drastisch verschärft hat, verlieren viele Unternehmen in den nächsten Jahren ihre Betriebserlaubnis – wenn sie nicht ökotechnisch aufrüsten. „Wir brauchen Kooperationen mit deutschen Unternehmen“, räumte der Umweltminister der Provinz Guangdong, Lu Xiulu, in Dresden ein.

Und da kommen die Sachsen ins Spiel, die nach der Wende viel Erfahrung gesammelt haben, Wismut-Altlasten zu beseitigen, chemieverdreckte Flüsse zu säubern, übersäuerte Wälder zu heilen und topmoderne Abwasser-Reinigungsanlagen zu bauen. Erst kürzlich hatte der chinesische Mischkonzern CASIC die Dresdner Abwasser-Ingenieurfirma WKS übernommen (DNN berichteten).

Aber die Verflechtungen wachsen auch in anderen Branchen: „China ist seit 2009 Sachsens wichtiger Außenhandelspartner“, betonte Umweltminister Schmidt. „Das Interesse auf beiden Seiten wächst deutlich“, schätzte Peter Nothnagel, der Chef der „Wirtschaftsförderung Sachsen“ (WFS), ein. So würden inzwischen auch kleine und mittelständische Unternehmen in China investieren – wenn auch bisher eher in homöopathischen Größenordnungen: die Chemiefirma Elaskon gehört dazu, der Dresdner Automatisierungs-Spezialist Xenon oder auch die Fahrzeugelektrik Pirna (FEP). „Zum anderen sind wir an chinesischen Investoren extrem interessiert“, betonte Nothnagel. Beispiele wie die angekündigte chinesische Elektroauto-Fabrik in Rothenburg, die erfolgreiche Übernahme eines vorher kränkelnden Solarmodulwerks in Torgau sowie einer Kugellagerfabrik nahe Leipzig würden zeigen, dass solche Investoren aus Fernost funktionieren können. „Und drittens ist China für sächsische Unternehmen natürlich als Absatzmarkt interessant“, sagte der WFS-Chef. So exportierte Sachsens Wirtschaft im Jahr 2016 Autos, Elektrotechnik, Elektronik, Spezialmaschinen und andere Produkte und Dienstleistungen im Wert von 5,5 Milliarden Euro nach China. Dies waren zwar zwei Prozent weniger als im Vorjahr – aber fast achtmal soviel wie zehn Jahre zuvor.

Von Heiko Weckbrodt

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