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Lokales Dinnershow „Mafia Mia“ – Das organisierte Verbrechen kehrt zurück ins Erlwein-Capitol
Dresden Lokales Dinnershow „Mafia Mia“ – Das organisierte Verbrechen kehrt zurück ins Erlwein-Capitol
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09:36 11.10.2018
Leibwächter Schlicht serviert seinem Boss, dem Paten (Bert Callenbach), Tee im Küchenzentrum. Quelle: Michael Schmidt
Dresden

IIn der US-Filmkomödie „Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment“ (Originaltitel: Bonnie Scotland) aus dem Jahre 1935 landen die beiden grandiosen Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy aus Versehen in der britischen Armee. Als sie das dem Anwalt, der ihnen die Post nachschicken soll, mitteilen, sagt der entgeistert, um die Tollpatschigkeit der beiden wissend: „Gott schütze die Königin!“

Ähnlich wird so mancher denken, wenn er Plakate und Flyer zur achten Auflage der beliebten Dinnershow „Mafia Mia!“ im Erlwein-Capitol betrachtet. Denn neben dem Paten, den Bert Callenbach mit Noblesse verkörpert, erblickt man seine beiden Leibwächter (das Duo Schlicht & Kümmerling) – und zwar im roten Uniformtuch der bekannten Gardisten, wie sie vor dem Buckingham-Palast in London Touristen so entzücken. Schlicht und Kümmerling als Leibwächter? Damit macht man den Bock zum Gärtner! Das ist ungefähr so, als würde man sein Leben dem Schutz von Rowan Atkinson alias Johnny English statt Daniel Craig alias James Bond anvertrauen müssen!

Illustre Showgrößen und witzige Filmsequenzen

In diesem Jahr geht es also nach London – um die letzte Chance zu nutzen, „bevor der Brexit uns England nimmt“, meinte Padrone Callenbach, Entertainer und Mitbegründer des Leipziger Krystallpalastes. Wie schon in Paris, Rom oder Rio, galt es nun in London, Pfründe für die (Mafia-)Familie zu sichern – und zudem den Titel des „Duke of Clarence and Avondale“. So ein Titel hat Vorteile, aber auch Nachteile. „Nun muss ich mich an Etikette und Kleiderordnung halten“, klagt der Pate, der zur Präsentation des Programms im Küchenzentrum Dresden ausgesprochen edlen Zwirn trug, so dass anzunehmen ist, dass einmal mehr dem englischen Sprichwort „Mein Schneider ist reich“ Genüge getan wurde.

Der Abend steht unter dem Motto „Mut zum blauen Blut“. Für eine solche Devise wäre man in der DDR der 1950er-Jahre nach Sibirien deportiert, in den 1960ern im Gelben Elend in Bautzen eingebuchtet und in den 1970ern immerhin noch zur Bewährung in der Produktion im Tagebau verdonnert worden. Heute sieht man das zum Glück gelassener.

Keine Kosten und Mühen scheuend hat der Pate allerlei illustre Showgrößen verpflichtet. „Wir variieren von Jahr zu Jahr“, versichert Callenbach. Man habe Stammgäste. Denen wolle man jedes Jahr etwas anderes in Sachen Optik und Show-Acts bieten. So zeigen also „Joe & Martin“ eine waghalsige Schleuderbrettnummer, die vier Akrobaten von „Man’s World“ präsentieren kraftvolle Hand-Voltigen und „Tempo Rouge“ verzaubern am Trapez mit ausdruckvoller Paar-Akrobatik im Adagio-Tempo. Außerdem begleiten vier Tänzerinnen und erstmals auch ein Tänzer die Show.

Einmal mehr werden witzige Filmsequenzen gespielt, die bei Dreharbeiten in London entstanden und die Geschichte des Paten auf der Insel erzählen. Bei den Filmaufnahmen war die Queen zugegen. Okay, nur ein Double, aber es reichte, dass die Gäste im Hotel, in dem der Pate und seine Entourage abgestiegen waren, erst mal zusammenzucken, bevor sich die Dinge klärten. Direkt vorm Buckingham Palast musste man sich allerdings zurückhalten, was den Filmchen-Dreh anging. „Die Sicherheitsstandards waren schon sehr hoch. Und wir mögen ja lustig aussehen. Aber die Leute auf der Insel kennen uns halt nicht“, teilte Callenbach mit.

Englische Küche mit Minze

Den musikalischen Rahmen steuert in bewährter Mafia-Mia-Manier die „Bang Gang“-Band, wohinter die Musiker der „Firebirds“ stecken, die mit ihrer unbändigen Spielfreude bislang sämtliche Shows prägten. Eigentlich seit über 25 Jahren im Rock‘n‘Roll zu Hause, bedienen sie bei „Mafia Mia“ unzählige Genres. Hier werden – konträr zur Devise „Abwarten und Tee trinken!“ – Hits von vielen prominenten Insel-Künstlern gehörig durchgewirbelt: von den Beatles über Elton John hin zu den Rolling Stones. Auch auf ein neues A-Cappella-Medley der Firebirds – längst Kult und fester Teil einer Mafia-Mia-Show – darf man sich freuen.

Begleitend wird ein exklusives 3-Gang-Menü serviert, wobei sich Andreas Kirsch, Leibkoch des Paten, ein bisschen von der englischen Küche inspirieren ließ. Englische Küche? Manch Leser wird es jetzt schütteln, kann sich aber entspannen, denn Kirsch setzt nicht auf Fish & Chips, Baked Beans oder Wildschwein in Pfefferminzsoße mit zerkochten Gemüse. So gibt es stattdessen Maiscreme-Süppchen mit karamellisierten Chili-Popcorn und Minze. „Die Engländer kochen gern mit Minze“, weiß Kirsch, der zum Nachtisch Apple Pie mit Curd Lemon und Pflaumen-Confit auftischen (lassen) will. Zum Hauptgang wird auf Experimente verzichtet. Da gibt es, „das ist gesetzt“, wie Kirsch versichert, Barbarie-Entenkeule in Kräuterkruste, dazu frischen Rotkohl und einen mit Semmelbutter gefüllten Kloß.

Vom 30. November 2018 bis 13. Januar 2019 (nicht ganz täglich). Karten ab 55 Euro (inklusive Show und Menü je nach Platzkategorie und Wochentag unter: 0351/4 27 64 61

www.mafia-mia.de

Von Christian Ruf

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