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Diebstahl, Betrug, Beleidigung, Drogenhandel, Schwarzfahren: 19-Jähriger vorm Amtsgericht

Dresden Diebstahl, Betrug, Beleidigung, Drogenhandel, Schwarzfahren: 19-Jähriger vorm Amtsgericht

„Ich habe kein Glück im Leben“ beklagte sich Patryk S. Jeder ist seines Glückes Schmied und was sich der 19-Jährige bisher zusammengeschmiedet hat, ist schlicht und ergreifend Schrott. Seit August sitzt er in U-Haft und musste sich nun wegen 20 Tatvorwürfen vor dem Amtsgericht Dresden verantworten.

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Der 19-Jährige wurde nach Jugendstrafrecht zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt, die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Quelle: dpa

Dresden. „Ich habe kein Glück im Leben“ beklagte sich Patryk S. Na ja, jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es, und was sich der 19-Jährige bisher zusammengeschmiedet hat, ist schlicht und ergreifend nur Schrott.

Schule und Ausbildung abgebrochen, keinen Abschluss, keinen Beruf – aber Drogen, Verurteilungen, neue Straftaten. Seit August sitzt er in U-Haft und musste sich gestern wegen Diebstahls, Betrugs, Beleidigung, Drogenhandels und Schwarzfahrens vor dem Amtsgericht verantworten. Insgesamt ging es um 20 Tatvorwürfe.

Der Angeklagte hatte mehrere Autos und Reisebusse aufgebrochen, Taschen oder Rucksäcke geklaut. Er war auf der Suche nach Barem und EC-Karten, mit denen er dann Geld abhob (einmal 1269 Euro) oder Einkaufen ging. Da ließ es der markenbewusste Heranwachsende richtig krachen: 460 Euro Klamotten bei Lacoste, Schuhe für 220 Euro, Parfüm für 270 Euro – alles an einem Tag, mit einer Karte. Man hat es ihm dabei aber auch leicht gemacht, EC-Karte und Pin sollte man eben getrennt aufbewahren. Zudem versuchte sich Patryk S. im Drogenhandel und wurde mit 100 Gramm Marihuana erwischt.

Die Vorwürfe räumte er ein. Allerdings gab es auch genügend DNA-Spuren, Fotos, Videos. Manchmal war er mit Kumpanen unterwegs, wollte aber – bis auf eine Ausnahme – keine Namen nennen. „Dies ist eine Frage des Charakters.“ Ganovenehre sozusagen. Patryk S. kann sich, so die Jugendgerichtshilfe, schwer an Regeln halten. Verurteilungen und Auflagen interessierten ihn nicht. Er hat wohl eine völlig übersteigerte Vorstellung von sich selbst und dem, was andere für ihn zu leisten haben.

„Wir sitzen hier, weil ich keine Arbeit habe“, erklärte er. Überraschung, alle dachten wegen seiner Straftaten. An denen sind natürlich andere schuld: Lehrer, Mitschüler, Chefs, Ärzte, Mitarbeiter des Jobcenters – alle sind unmöglich, ausländerfeindlich, unfähig und das teilt er ihnen auch klar mit. Eine JVA-Beamtin, die nicht schnell genug auf seine Wünsche reagierte, beleidigte er übel.

Der 19-Jährige wurde nach Jugendstrafrecht zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt, die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Da hat er mehr als Glück – es hätte auch anders ausgehen können. Als Erwachsener wäre er dafür Jahre ins Gefängnis gegangen. Ob er wirklich begriffen hat, das man ihm eine goldene Brücke gebaut hat? Erste Reaktion nach dem Urteil: ein Disput mit einem Justizbeamten.

Von Monika Löffler

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