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Vierjährige litt an einem Schiefhals, nun wurde die Fehlstellung korrigiert

Städtisches Klinikum Dresden Vierjährige litt an einem Schiefhals, nun wurde die Fehlstellung korrigiert

Aufgeregt hopst Lilly Jane in ihrem Bettchen herum, lacht und verteilt Handküsse. Kaum zu glauben, dass die Vierjährige noch am Freitag im Operationssaal lag. Das aufgeweckte Mädchen litt unter einem Schiefhals, ein Eingriff im Städtischen Klinikum Dresden am Standort Neustadt ermöglicht ihr nun ein normales Aufwachsen.

Aufgewecktes Mädchen: Die vierjährige Lilly Jane.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Aufgeregt hopst Lilly Jane in ihrem Bettchen herum, lacht und verteilt Handküsse. Kaum zu glauben, dass die Vierjährige noch am Freitag im Operationssaal lag. Das aufgeweckte Mädchen litt unter einem Schiefhals, ein Eingriff im Städtischen Klinikum Dresden am Standort Neustadt ermöglicht ihr nun ein normales Aufwachsen.

Aber der Reihe nach: Bei Lilly Janes Geburt kam es zu einer Einblutung des sogenannten Halsnickermuskels. Dieses Hämatom entwickelte sich schließlich im Zuge des Wachstums zu einem Strang, der sich nicht mitdehnte. Die Folge: Der Kopf des Mädchens wurde zur Seite gezogen und nach unten gedreht. Zudem entwickelte sich das Gesicht asymmetrisch. „Wir wussten ab der sechsten Lebenswoche, dass Lily Jane einen Schiefhals hat“, erzählt ihre Mutter Kristin Hoche. Es folgten Jahre mit Besuchen beim Physiotherapeuten und Osteopathen. Doch von Erfolg gekrönt wurden diese Bemühungen nicht. Die Kinderärztin schließlich nannte den passenden Experten: Prof. Dr. Torsten Kluba, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Friedrichstädter Standort.

Der kommt seit der Fusion des Städtischen Klinikums auch in Neustadt zum Einsatz, immer freitags ist er hier im OP anzutreffen. Ein Vorteil für die kleinen Patienten. Denn Kinderorthopädie hat es am Neustädter Klinikum bisher nicht gebeben. „Vorher waren wir zum Beispiel bei Klumpfüßen oder Schiefhälsen auf ambulante Kollegen angewiesen, jetzt haben wir eine schnelle Leitung“, sagt Oberarzt Stefan Schmidt. Und eine Nachbetreuung auf einer Kinderstation unterscheidet sich doch beträchtlich von der einer Erwachsenenstation. Da das Friedrichstädter Haus wiederum keine Kinderklinik hat, mussten die Jungen und Mädchen teilweise neben 65-Jährigen schlafen.

Eine Win-Win-Situation, von der auch Lilly Jane profitiert hat. In einer halbstündigen Operation wurde der Strang verlängert, der Kopf wird nun nicht mehr zur Seite gezogen. „Ein banaler Eingriff“, nennt es Prof. Kluba, der sein Know-How jetzt in einer kindgerechten Umgebung anwenden kann. Für Lilly Jane ist es damit aber noch nicht getan. Die Vierjährige muss zunächst sechs Wochen eine Manschette um den Hals tragen, damit ihr Kopf nicht wieder in die ursprüngliche Position zurückgeht. Und sie muss nun jeden Tag Übungen machen, um die Beweglichkeit des Nackens zu verbessern. „Das ist sehr wichtig, sonst wäre die Operation für die Katz“, beschreibt Prof. Kluba.

Bis sie ausgewachsen ist, wird der Klinikdirektor ständiger Begleiter des Mädchens sein und die Entwicklung beobachten. Am Montag allerdings verabschiedete sich Lilly Jane erst einmal: „Ich darf nämlich nach Hause.“

Von Christin Grödel

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