Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Die schlanke Linie – DVB erneuern Fahrleitung an der Fetscherstraße
Dresden Lokales Die schlanke Linie – DVB erneuern Fahrleitung an der Fetscherstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:57 13.07.2018
Roland Kluge macht sich am Fetscherplatz ein Bild von den Arbeiten. Links im Hintergrund sind ein alter Betonmast am Straßenrand und ein neuer Mast in Reihe mit den Straßenbäumen zu erkennen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe machen sich schlank. Zumindest was die Oberleitung im Stadtbild angeht. Gab es vor Jahren noch entlang der Sanierungsstrecken – etwa der Großenhainer Straße – Kritik an mächtigen Fahrleitungsmasten, an denen der Blick hängen bleibt und die so manchem Fußgänger im Weg sind, achtet man inzwischen bei den DVB auf die schlanke Linie.

Die Arbeiten finden während des fließenden Verkehrs statt. Quelle: Anja Schneider

Zu beobachten ist das derzeit an der Fetscherstraße. Dort wird seit September 2018 die Fahrleitung zwischen Comeniusplatz und Blasewitzer Straße erneuert. Das lassen sich die DVB 1,7 Millionen Euro kosten, von denen rund 1,2 Millionen Fördergeld vom Freistaat sind. 102 alte Betonmasten aus den 1980er Jahren weichen dabei 81 neuen Masten, die in größerem Abstand aufgestellt werden.

Derzeit stehen die neuen Stahlmasten, die mit 50 bis 80 Jahren eine deutlich höhere Lebensdauer, aber auch eine schlankere Silhouette als ihre Betonvorgänger haben, noch neben den alten. „Wir müssen auf 1500 Metern den Fahrdraht umhängen, dann kommen die alten Masten weg“, sagt Roland Kluge. Er ist Fachingenieur im Instandhaltungsbereich Bahnstrom, bei den DVB scherzt man, dass er jeden der mehr als 7000 Fahrleitungsmasten persönlich kennt.

„Die alten Masten zeigen Risse, die mussten weg“, sagt Kluge. 40 Jahre bei Wind und Wetter hätten zwar keine gravierenden Schäden hinterlassen, „aber wir wollen handeln, bevor die Standfestigkeit gefährdet ist“, ergänzt der Fachingenieur. Wobei die neue Anlage mehr leisten muss als sie alte.

Stahl hält länger als Beton

Das meint zum einen die technische Seite. So wird die einfache Oberleitung durch eine sogenannte Kettenwerksfahrleitung ersetzt. Diese soll für eine verbesserte Stromabnahme durch die Straßenbahnen sorgen. Außerdem ist dabei der Fahrdraht durch senkrechte Aufhängungen in kurzen Abständen mit dem Tragseil verbunden. Das erhöht die Sicherheit bei Schäden an der Leitung, etwa durch herabfallende Äste.

An den alten Betonmasten haben sich erste Risse gezeigt. Grund genug für die Verkehrsbetriebe, die Masten auszutauschen. Quelle: Anja Schneider

Auch bei den Masten wird auf Qualität gesetzt. Der Stahl hält länger als Beton, weil er sich durch Beschichtung und Farbanstrich besser vor Korrosion schützen lässt. Bei der Ausschreibung wird anders als in der Vergangenheit jedoch nicht nur darauf geachtet, dass die technischen Ansprüche ans Material erfüllt werden. Bei den DVB wertet man nun auch die Ästhetik, die Masten dürfen nur noch so mächtig sein, wie sei unbedingt sein müssen.

Ganz ohne Sperrungen läuft es nicht

Dass sich die Verkehrsbetriebe darüber hinaus auch gestalterisch etwas einfallen lassen, lässt sich an der Fetscherstraße einfach erkennen: Während die alten Betonmasten am Straßenrand stehen, rücken die neuen meist in die Baumreihen auf beiden Seiten der Straße. Auf den ersten Blick übersieht man sie daher leicht, zumal die etwa 2550 Meter Kettenwerksfahrleitung noch nicht an ihnen hängt. „Das kann für mehr Aufwand sorgen, etwa was den Grünschnitt angeht, verbessert aber die Ansicht“, meint Kluge.

An den neuen Masten befinden sich auch Lampen, die die Gehwege beleuchten. Quelle: Anja Schneider

Und bringt auch für Fußgänger echte Vorteile. So sind an den Rückseiten der Masten Lampen mit LED-Leuchten angebracht, die anders als bisher direkt den Fußweg beleuchten. Für die Straßenbeleuchtung sorgen weitere LED-Leuchten, die an Seilen direkt über der Fahrbahnmitte hängen – auch dafür werden die Masten benötigt. Dieses Modell soll die Sichtverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer verbessern und spielt bei den Stadtplanern derzeit mehr und mehr eine Rolle. So ist es zum Beispiel für den Ausbau der Kesselsdorfer Straße vorgesehen.

Es wird noch bis zum Herbst dauern, bis die Arbeiten an der Fetscherstraße erledigt sind. Der Grund für den langsamen Fortschritt: „Wir arbeiten bei fließendem Verkehr“, wie Fachingenieur Kluge sagt. Arbeiter haben in den letzten Wochen bereits die neuen Befestigungsdrähte an die neuen Masten gehängt. Um die Oberleitung an die neuen Masten zu bringen, wird es aber nicht ganz ohne Sperrungen gehen. Diese sollen noch in den Sommerferien liegen und entweder kurzzeitig nachts oder an einem Wochenende gelten. Genaueres dazu ist noch nicht bekannt.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Fahrgäste in den Zügen der wichtigen Verbindung von Dresden über Hannover nach Köln schauen beim Internet weiter in die Röhre. Die Bahn will die Züge zwar aufrüsten – wann ist allerdings noch völlig unklar.

13.07.2018
Lokales Großer Nachholbedarf - Dresden hat zu wenig Spielplätze

Um den Bedarf zu decken, müssen laut Verwaltung noch mehr als 20 Hektar neu errichtet werden. Der Investitionsstau liegt bei mehr als 15 Millionen Euro.

13.07.2018

Ein Familienvater kämpft für neue Geräte auf einem Spielplatz in Cotta. Das Angebot reicht für die vielen Kinder im Kiez nicht aus, argumentiert er. Doch bei der Stadt blitzt er immer wieder ab.

13.07.2018