Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Die nächste Herausforderung für die Helfer: Rückführung der Evakuierten
Dresden Lokales Die nächste Herausforderung für die Helfer: Rückführung der Evakuierten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:12 25.05.2018
Zusammen mit ihren Begleitern geht es am Donnerstagabend nach 48 Stunden Anspannung auch für die Senioren zurück in ihr Zuhause im Pflegeheim. Quelle: Fotos (2): Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Die müden Gesichter der Evakuierten und Helfer nach 48 Stunden Anspannung und Alarmbereitschaft weichen am Donnerstagnachmittag entspannteren Gesichtszügen. Gefahr gebannt!

„Rückführung“ lautet nun die nächste Herausforderung im provisorischen Evakuierungslager in der Messe. Mehr als acht Busse sind im Einsatz, um rund 230 Menschen ohne Behinderungen und noch einmal so viele Pflegebedürftige zurück in ihr Zuhause zu bringen.

Busfahrer der „Stadtrundfahrt“ halfen mit den Doppeldeckern schon bei der Evakuierung und bringen nun die Menschen auch wieder zurück. Quelle: Anja Schneider

Frank Mey fährt den letzten Bus, der gegen 17.45 Uhr die Messe in Richtung Löbtau verlässt. Der Stadtrundfahrt-Beschäftigte war auch schon bei der Evakuierung in der Nacht zum Mittwoch im Einsatz. Dafür bekommt er am Freitag frei. Im Bus ist es ruhig, die anfänglich laute Freude über die Rückkehr ist erschöpftem Schweigen gewichen.

Erster Stopp: Semmelweisstraße. Der 19-jährige Külger Kerst steigt zusammen mit weiteren Fahrgästen aus. Viele haben Plastikbeutel mit den wichtigsten Habseligkeiten und Waschzeug dabei. Ein älteres Paar verlässt den Bus Hand in Hand. „Zu Anfang war es sehr chaotisch“, erzählt der Jugendliche. Auch wenn es manchmal schön gewesen sei, mit vielen Leuten in der Notunterkunft „zu quatschen“, sei er froh, jetzt seine Ruhe zu haben.

Der Bus fährt weiter, nah am Fundort der Bombe vorbei. Auf der Baustelle ist immer noch eine kleine Absperrung. Reporter und Feuerwehrmänner laufen fortwährend durcheinander. Das Dämmmaterial schwelt, die Luft ist rauchig. Die Bombe ist abtransportiert, jetzt rücken Feuerwehrmänner dem Schwelbrand mit Wasser zu Leibe. Zurück in der Notunterkunft der Messe. 19 Uhr sitzen nur noch Helfer auf Plastikstühlen oder räumen auf.

„Das war eine außergewöhnliche Situation“, fasst Ivo Krabbert zusammen. Seit den Morgenstunden hatte sich der Einsatzleiter der Malteser mit dem Team Gedanken um die Organisation der Rückführung von den Menschen in der Messe gemacht. Daher waren die Helfer und die Feuerwehr, die den Rücktransport regelte, gut vorbereitet. Es gab eine chaotische Phase zu Beginn der Evakuierungsmaßnahmen“, sagt Krabbert. Dann habe sich aber alles eingespielt. Es war die längste Evakuierungsmaßnahme wegen einer Fliegerbombe für die Landeshauptstadt seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Und noch etwas stellte die Helfer vor eine Herausforderung: Unter den Tausenden Menschen, die ihre Häuser rund um den Fundort der Bombe verlassen mussten, waren viele pflegebedürftige Heimbewohner, die mit Rollatoren und Rollstühlen in Bussen oder mit Krankentransporten in Sicherheit gebracht werden mussten. Zusammen mit ihren Betreuern machen auch sie sich nun am Donnerstagabend auf den Rückweg. „Die Pflegeeinrichtungen haben super mit den Helfern vor Ort kooperiert“, betont Krabbert.

Als am späten Nachmittag die Entwarnung kam, habe sich die Nachricht in Sekundenschnelle verbreitet, erzählt Ivo Krabbert. „Innerhalb einer halben Stunde hatten sich die meisten schon selbstständig auf den Weg zurück gemacht.“ Er selbst will bis zum Schluss bleiben. „Und dann erst einmal duschen.“

Nach dem Bombenfund in Löbtau hat die Stadt in der Messe eine Notunterkunft für die von der Evakuierung betroffenen Anwohner eingerichtet.

Von Tomke Giedigkeit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Neue Waldorfschule Dresden arbeitet derzeit unter beengten Verhältnissen. Das soll sich ändern. Dazu kehrt die Einrichtung mit einem bemerkenswerten Projekt an ihre Dresdner Wurzeln zurück.

25.05.2018
Lokales Sachsenbad in Dresden - Wunschkonzert abgebrochen

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau hat die Sachsenbad-Wunschliste des Ortsbeirats Pieschen zusammengestrichen: Notsicherung? Nein! Eine städtische Gesellschaft als Investor? Ausgeschlossen! Am 7. Juni entscheidet der Stadtrat.

25.05.2018

Am Wochenende wurde in der Margon Arena im besonderen Rahmen getanzt und geturnt: Die 28. Deutsche Cheerleading Meisterschaft stand an.

25.05.2018
Anzeige