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Lokales Die kleinsten Teilchen sichtbar machen - Dresdner Abiturientin erhält Physikpreis
Dresden Lokales Die kleinsten Teilchen sichtbar machen - Dresdner Abiturientin erhält Physikpreis
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21:13 09.09.2015
Rowina Caspary ist für ihre besondere Lernleistung im Fach Physik ausgezeichnet worden. Quelle: Franziska Viebach

Eine der Preisträgerin ist Rowina Caspary. Die Schülerin des Marie-Curie-Gymnasiums beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit Nebelkammern. Das sind einfache Teilchendetektoren, die man selbst bauen kann und mit denen sich Spuren von Elementarteilchen sichtbar machen lassen. DNN-Online sprach mit der 18-Jährigen.

„Was die Welt im innersten zusammen hält, die kleinsten Teilchen unseres Universums und wie man damit den Ursprung der Welt beschreiben kann, das alles fasziniert mich“, erklärt Rowina Caspary und ihre Augen strahlen dabei. Seit die Abiturientin in der 9. Klasse ihr Schülerpraktikum am Institut für Kern- und Teilchenphysik an der TU Dresden absolviert hat, ist sie begeistert von Teilchenphysik.

Während dieses Praktikums stieß sie auf das Netzwerk Teilchenwelt, ein Programm, das Schülern die Möglichkeit bietet, sich intensiv mit dem Thema Teilchenphysik auseinanderzusetzen und Jugendliche unter anderem zu Workshops ans Forschungszentrum CERN in die Schweiz entsendet. An einem solchen Workshop hat auch Rowina teilgenommen, fand Unterstützung für ihre Facharbeit und später am Institut auch einen Doktoranden, der ihre besondere Lernleistung, die sogenannte Bell, betreute.

Warum es gerade die Nebelkammern geworden sind, kann sie erklären: „Selbst Menschen die nicht wissen, was Atome sind oder wie sie aufgebaut sind, können in die Nebelkammer wie in einen Fernseher schauen und sehen dann, wie die kleinsten Teilchen dort sichtbar werden.“

Eine Nebelkammer lässt sich aus einfach zu beschaffenden Materialien selbst bauen. In einem mit Alkoholnebel gefüllten Plexiglaskasten erscheinen unter anderem Myonen, Elektronen und Alpha-Teilchen als mehrere Zentimeter lange Spuren, die für einige Augenblicke sichtbar sind. Um eine Nebelkammer aufzubauen, benötigt man Trockeneis. Das macht es für Lehrer schwierig, das Experiment im Unterricht einzusetzen. Rowina hat es geschafft, die Nebelkammern so zu modifizieren, dass sie auch mit normalen Kühlakkus aus dem Tiefkühlfach funktionieren.

Eine Nebelkammer ist ein einfacher Teilchendetektor, den man mit leicht zugänglichen Materialien selbst herstellen kann. Quelle: Franziska Viebach
Zwischen den Sommerferien und Weihnachten sind viele freie Nachmittage für den Bau der Nebelkammern und dem Zählen von Teilchenspuren draufgegangen. Frustrierende Momente gab es für Rowina immer wieder, wenn der Versuchsaufbau nicht klappte und die Teilchen sich einfach nicht zeigen wollten. „Aber dann gab es auch gute Momente. Ich war stolz, als mich ein Lehrer nach Details des Versuchsaufbau fragte und ich diese beantworten konnte.“ Ihre Bell umfasst fast 70 Seiten, das ist mehr als so mancher Bachelorstudent für seine Abschlussarbeit zusammenbringt.

Als Exotin sieht sich Rowina nicht. „Auch wenn ich das einzige Mädchen in unserem Physik-Leistungskurs der 12. Klasse gewesen bin. Um ein guter Physiker zu sein, braucht es eine Begabung für logisches Denken und ein Verständnis dafür, dass es grundlegende Regeln in unserer Welt gibt.“ Beides liegt der Schülerin. Nach dem Studium als Teilchenphysikerin zu arbeiten und Grundlagenforschung zu betreiben, kann sie sich sehr gut vorstellen.

Als die Abiturientin erfuhr, dass ihre besondere Lernleistung ausgezeichnet wird, war sie überrascht. „Ich wusste, dass meine Arbeit gut ist, da ich die Bestnote bekommen habe. Aber ich wusste nicht, dass der Preis so hoch dotiert ist.“ Ihr Preisgeld von 750 Euro möchte sie sparen. „Als Student kann ich das Geld sicherlich gut gebrauchen.“ Ab Herbst wird Rowina Caspary ihr Physikstudium in Hamburg beginnen.

Franziska Viebach

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