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Lokales Die gute alte Silberscheibe - - ein langwieriges Unterfangen
Dresden Lokales Die gute alte Silberscheibe - - ein langwieriges Unterfangen
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10:06 05.10.2015
Im Zeitalter der Digitalisierung läuft auch nicht immer alles rund. Wäre Franziska ganz altmodisch in ein Musikgeschäft gegangen, hätte sie ihre CDs sofort in der Hand gehalten. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Dresden

Längst ist der Verkauf von Musik zum digitalen Geschäft mutiert. Ewig vorbei sind die Zeiten von Vinyl - trotz Revival - und auch die CD kommt irgendwie schon leicht antiquiert daher. Wann habt ihr euch das letzte Mal eine Scheibe gekauft, statt einzelne Lieder und ganze Alben bequem aus dem Internet runterzuladen (ob legal oder illegal, lassen wir hier mal außen vor)?

 Ich besorge mir meine Musik bevorzugt als Download. In seltenen Fällen muss es aber doch die CD sein, das neue Album der Lieblingsband möchte ich unbedingt in der Hand halten. Neuerlich war es wieder so weit, und zwar gleich zweimal. Folglich orderte ich frohgemut bei einem großen deutschen Metalversandhandel das heiß ersehnte Machwerk "Immortalized" der amerikanischen Alternative-Metaler Disturbed. Die Jungs machten fünf Jahre Pause und ich bin ganz, ganz gespannt, wie sich das ausgewirkt hat. Anderntags bestellte ich bei einem großen Online-Buchclub noch eine Silberscheibe der Finnen von New Deadline, recht unbekannt, aber gerade als Vorband auf Deutschlandtournee. New Deadline hatte mich bei einem Auftritt im Beatpol begeistert. Ich war an dem Abend jedoch nicht flüssig genug, um gleich vor Ort eine Scheibe am Merch-Stand zu erstehen.

Zwar hätte ich mir die ganze bestellte Musik sofort online reinziehen können, aber eine CD ist irgendwie doch was Besonderes. Das Gezupfe, um die CD erst einmal aus der Plastikhülle zu nehmen, der Blick ins Booklet, die blitzeblanke Scheibe in der Hand - noch ist sie ohne Kratzer - und dann lauschen. Auf zwei/drei Tage Warten hatte ich mich eingestellt - auf Wochen nicht. New Deadline scherbelte immerhin nach sechs Tagen aus meinem Autoradio. Auf die so unbedingt erwartete Disturbed-Scheibe wartete ich ganze vier Wochen. Lieferschwierigkeiten, meldeten beide Anbieter. Bloß Zufall? Eine geheime Verschwörung, um die wenig umweltverträgliche CD (mit Plastikhülle) aus den Regalen zu verbannen? Oder um mich um den letzten Rest meiner Geduld zu bringen? Ironie aus.

Jedenfalls bringt mich - als die CDs endlich eintrudeln - das nervtötende Gefriemel an der Verpackung um den Verstand. Die Wiedergabe springt, wenn ich mit dem Auto die schlechteren der Dresdner Straßen entlangdüse und die CD-Hüllen fallen in Kurven wahllos durch die Gegend. Immerhin lasse ich mir jetzt beim Fahren schönen finnischen und amerikanischen Metal um die Ohren wirbeln und hoffe, dass ich nicht so bald wieder das Verlangen verspüre, eine CD bestellen zu wollen.

Franziska Schmieder

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