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Die gute alte Gaslaterne lebt

Dresdner Verkehrsbetriebe bieten Lösung an Die gute alte Gaslaterne lebt

Die Gaslaterne war dem Untergang geweiht. Zu teuer, zu dunkel, zu ineffizient waren die Argumente gegen die Kandelaber. In Striesen haben die Dresdner Verkehrsbetriebe den Gegenbeweis angetreten: Historische Laternen mit modernen Leuchtmitteln haben sehr wohl eine Zukunft.

Die historische Laterne ist gerettet: Sebastian Kieslich, Leonhard Hanusch, Steffen Kaden und Martin Modschiedler (von links).
 

Quelle: ANJA SCHNEIDER

Dresden.  Die gute alte Gaslaterne war vor wenigen Jahren noch ein Auslaufmodell. Bei Straßensanierung wurde sie gnadenlos durch modernere Vertreter ihrer Zunft ersetzt. Zu hoher Energieverbrauch, zu wenig Leuchtleistung, nicht normgerecht, exorbitanter Wartungsaufwand waren die Argumente für das Verschwinden der Gaslaternen aus dem Stadtbild. 9300 solcher Leuchten gab es einst, jetzt sind noch 1400.

Vielleicht muss der Abgesang auf die Gaslaterne doch noch verschoben werden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) könnten den entscheidenden Impuls für den Erhalt der historischen Stadtbeleuchtung gegeben haben. An der Haltestelle Ludwig Hartmann-Straße/Striesen hat das Nahverkehrsunternehmen vier historische Kandelaber rekonstruiert. Ein kleiner Schritt, der rund 11 000 Euro kostete, vielleicht sogar weniger, wie Leonard Hanusch sagt, Infrastrukturchef bei den DVB.

2015 wurde die Ludwig-Hartmann-Straße umgebaut und bei der Planfeststellung für das Bauvorhaben führte kein Weg zum Erhalt der historischen Laternen im Haltestellenbereich. Die DVB mussten neue Lampen einbauen, die nicht einmal schlecht aussahen, aber eben nicht zum Charakter des Gebietes passten. „Die Technik war damals noch nicht so weit“, äußerte Hanusch Verständnis für den Planfeststellungsbeschluss. Eine Haltestelle muss vernünftig beleuchtet sein. Das ist im Sinne der Fahrgäste.

Hanusch legte aber die Hände nicht in den Schoß. Er stieß auf ein Dresdner Unternehmen, das Beleuchtungstechnik anbietet und auch historische Laternen mit modernen LED-Leuchtkörpern ausrüstet. Der DVB-Manager reiste auf die Festung Königstein und begutachtete historische Leuchtkörper mit modernen Leuchtmitteln. Es wurde probiert und experimentiert. Straßenbahnfahrer in Straßenbahnen und Privat-Autos mussten ihr Urteil abgeben: Es passte. Niemand wird geblendet. Die Normen werden erfüllt. Die Haltestellen erhalten ihre historischen Laternen zurück.

Die zuerst installierten modernen Laternen wurden eingelagert. „Beim nächsten Vorhaben werden sie an anderer Stelle installiert, dann verringern sich die Kosten sogar noch“, erklärte Hanusch.

Der CDU-Ortsverbandes Blasewitz/Striesen, der sich für den Erhalt des Gebietscharakters eingesetzt hat, begrüßte den Einbau der historischen Laternen, wie der Vorsitzende Martin Modschiedler erklärte. „Das steht in unserem Wahlprogramm 2014. Die Kandelaber liegen uns am Herzen“, sagte Stadtrat Steffen Kaden und verweist auf den Petitionsausschuss. Dort habe Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhart Koettnitz zugesichert, den Erhalt der historischen Laternen bei der Sanierung von Augsburger Straße, Bergmann- und Hüblerstraße zu prüfen.

„Wir befinden uns im Denkmalschutzgebiet“, so Sebastian Kieslich, Mitglied im Ortsbeirat Blasewitz. „Wir haben immer wieder nachgefragt und waren bei diversen Beleuchtungsproben auf der Augsburger Straße. Die Verkehrsbetriebe haben gezeigt: Es geht doch, es lassen sich Lösungen für die Kandelaber finden.“ Die klassische Gaslaterne hat tatsächlich ausgedient. Doch die historische Laterne steht dank moderner Technik vor einer guten Zukunft.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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