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Lokales Die ersten Wohnungen in der Saloppe sind übergeben
Dresden Lokales Die ersten Wohnungen in der Saloppe sind übergeben
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07:36 12.03.2019
Das ehemalige Wasserwerk Saloppe. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

An der Saloppe bewegt an der Außenanlage ein Bagger Erde und Steine. Hinter dem einstigen Wasserwerk, das jetzt zu einem exklusiven Wohnhaus umgebaut wird, steht ein Autokran. Vorsichtig lässt er die Metallkonstruktion für einen Balkon herab, den die Bauarbeiter dann an die Fassade montieren. Auch im Haus wirbeln die Handwerker. „Die Fertigstellung ist nahe“, sagt der bayrische Investor und Bauherr Miljenko Salopek.

Immer wieder Verzögerungen

Eigentlich wollte er das Bauprojekt schon Ende 2016 weitestgehend abgeschlossen haben. Doch mit dem Bau ging es nicht so voran wie geplant. Ein wesentlicher Grund, so Projektleiter Stefan Endres gegenüber DNN, sei neben erforderlichen Umplanungen die Überlastung der beauftragten Baufirmen.

Die hätten aufgrund der guten Konjunktur so viele Aufträge, dass immer wieder Fristen nicht eingehalten werden konnten. „Auf einem solchen Bau greift ein Gewerk ins andere. Hängt einer hinterher, kann der nächste nicht anfangen. So ist Traumwetter und man kann nicht weiter.“ Dann wieder sei es zu kalt für bestimmte Arbeiten. Die Käufer der Wohnungen, zu denen auch Ingrid und Kurt Biedenkopf gehören, brauchten sehr viel Geduld.

Strom liegt an, Aufzüge sind abgenommen

Nun habe auch die Drewag auf dem Grundstück die Trafostation gebaut, so dass am Objekt jetzt ein Hauptstromanschluss anliege. So sind die über 30 Wohnungen mit Größen zwischen 92 und 520 Quadratmetern jetzt mit Strom versorgt und auch die Aufzüge konnten abgenommen werden.

Ob es am Ende 33 oder 34 Wohnungen werden, steht laut Bauherr noch nicht ganz fest. Das hänge davon ab, ob im Gebäudeteil mit den Türmchen, dem sogenannten Townhouse, ein oder zwei Wohnungen entstehen. Die Verhandlungen mit Interessenten laufen, so die Auskunft. In den anderen Gebäudeteilen seien zwei Wohnungen noch im Bestand, alle anderen aber verkauft.

Spitzenpreis

Mit bis zu 4950 Euro pro Quadratmeter haben die künftigen Bewohner in der Saloppe für ihre eigenen vier Wände sehr tief ins Portemonnaie greifen müssen. Der Durchschnittspreis in Dresden für neu gebaute Eigentumswohnungen liegt bei 3500 Euro.

Dafür ist das luxuriöse Wohnen in der Saloppe in dem unter Denkmalschutz stehenden Objekt einmalig, der Blick, den man von den Wohnungen auf die Elbwiesen und das andere Elbufer hat, genial. Natürlich seien die Wünsche der Bewohner beim Ausbau berücksichtigt worden, so der Bauherr. Und das betrifft nicht nur Grundrisse und Ausstattung. So wurde zum Beispiel auf Kundenwunsch die Dusche vor das eigentliche Bad auf die Galerie verlagert und ein im Parkett verlaufender Fliesenpfad ins Bad verlegt.

Das ehemalige Wasserwerk Saloppe wird zum Wasserschloss mit luxuriösen Wohnungen. Die Fotos zeigen historische Aufnahmen und den Stand der Bauarbeiten Anfang März 2019.

Das Gros sind Maisonette-Wohnungen

Das Gros der Wohnungen in der Saloppe ist als Maisonette konzipiert. Etwa ein Viertel verläuft auf einer Etage, so dass die Bewohner in ihrem Zuhause keine Treppen steigen müssen. Von der großen und ungewöhnlich hohen Tiefgarage, die sich überirdisch im Sandsteinsockel befindet, gelangen die Bewohner über fünf im Gebäude verteilte Aufzüge in den jeweiligen Trakt, in dem sich ihre Wohnung befindet.

Acht Lichthöfe im Inneren des Gebäudes

Um mehr Licht in die nicht nur lange, sondern auch sehr breite ehemalige Industrieanlage zu bringen, wurden acht belüftete Lichthöfe eingebaut. Jeweils vier in Maschinenhaus und Kesselhaus.

Letzteres war während der Bombenangriffe 1945 zerstört worden und nicht mehr vorhanden. „Wir haben es nach historischen Plänen wieder aufgebaut“, so Miljenko Salopek. Verwendet wurden dafür auch alte Sandsteine, die auf dem Gelände lagen. Der Bauherr ließ sie – wie das damals beim Wiederaufbau der Frauenkirche praktiziert wurde – vermessen, stempeln und dort, wo es möglich war, wieder einbauen.

Kesselhaus mit Vollklinkern verkleidet

Auch wenn es von außen durch die Vollklinker-Verkleidung so aussieht – aus Ziegeln wurde das Kesselhaus nicht hochgezogen, sondern aus Beton. An der elbabgewandten Seite von Kessel- und Maschinenhaus gibt es jetzt zwei große Treppenhäuser, die noch voll verglast werden. Die Fenster im Gebäude sind aus Metall bzw. in den Türmen aus Holz. Die Fenster der Lichthöfe sind aus Kunststoff.

Turmspitzen als i-Punkt des Schlösschens

Die Turmspitzen an der Westseite des einstigen Wasserwerkes waren ebenfalls 1945 verloren gegangen. Salopek ließ sie, obwohl dies nicht Bestandteil der Auflagen des Denkmalschutzes war, nach alten Plänen rekonstruieren. „Sonst wäre es ja kein richtiges Schlösschen, oder?“

Erdgeschosswohnungen liegen fast zwölf Meter hoch

Doch was ist, wenn die Elbe wieder extremes Hochwasser führt? Bekommen dann die Bewohner von Dresdens neuem Elbschloss nasse Füße? „Nein“, sagt Salopek und bezieht sich damit auf die Hochwasser von 2002 und 2013. Denn die Erdgeschoss-Wohnungen beginnen erst über dem sehr dickwandigen Sandstein-Sockelgeschoss, und zwar in einer Höhe von knapp zwölf Metern.

Und auch im Sockelgeschoss, in dem sich jetzt die Tiefgarage befindet, sei von der Elbseite her kein Wasser ins Gebäude eingedrungen. „Die Wohnungseigentümer bekommen hier sogar eine Elementarschadenversicherung zu einem vernünftigen Preis“, weiß Miljenko Salopek.

Maschinenhaus soll in den nächsten drei Monaten fertig werden

Die ersten Wohnungen im Kesselhaus sind an die Eigentümer übergeben, die jetzt dort Küchen und diverse Besonderheiten einbauen lassen. Das Maschinenhaus soll innerhalb der nächsten drei Monate fertig werden. Der Gebäudeteil mit den Türmchen braucht noch etwas. Denn da sind ja die Gespräche mit den künftigen Bewohnern noch nicht abgeschlossen.

Freitreppe und historisches Tor werden saniert

Auf jeden Fall werden laut Bauherr die Sächsischen Sandsteinwerke die Freitreppe sanieren. Auch das alte historische Tor und die Handläufe werden aufgearbeitet bzw. erneuert. Das Wasserspiel werde man, wenn der künftige Eigentümer dies wünsche, so herrichten, dass er es wieder in Betrieb nehmen könne.

Außenanlage bleibt Bewohnern vorbehalten

Auch die Außenanlage, die den künftigen Saloppe-Bewohnern zur Nutzung vorbehalten bleibt, wird noch parkähnlich gestaltet. In einem Nebengebäude aus Sandstein sollen einmal Fahrräder untergestellt werden können, erfahren wir. Und dann ist noch das Eingangstor zu restaurieren, ein neuer Zaun zu bauen...

Der Bauherr, der in die Saloppe zwölf Millionen Euro und offensichtlich viele Nerven gesteckt hat, will keine Termine mehr nennen. Aber er sehe das Ziel vor Augen. „Die Saloppe ist ein einzigartiges Objekt und das Anspruchsvollste, das wir je gemacht haben.“

Von Catrin Steinbach

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