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Die Verkehrsbetriebe beseitigen den Winterdreck, Dresden dagegen noch nicht

20 Tonnen Split an 568 Haltestellen Die Verkehrsbetriebe beseitigen den Winterdreck, Dresden dagegen noch nicht

Hundekot, Zigarettenkippen, Silvestermüll – es ist nicht wirklich ansehnlich, was zum Vorschein kommt, wenn Winter und Schnee die Stadt verlassen. Hinzu kommen Split und Kies in großen Mengen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben mit der Beseitigung des Winterdrecks begonnen, die Stadt lässt sich damit Zeit.

Auf der Carolabrücke wird es dagegen noch eine ganze Weile dauern, bis der Winterdreck verschwindet. Die Stadt will erst am 20. März mit der Reinigung beginnen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Hundekot, Zigarettenkippen, Silvestermüll – es ist nicht wirklich ansehnlich, was zum Vorschein kommt, wenn Winter und Schnee die Stadt verlassen. Hinzu kommen Split und Kies in großen Mengen. Sie sorgten für sicheren Tritt, solange noch Schnee und Eis das Stadtbild beherrschten. Inzwischen stört viele Dresdner das Knirschen unter den Schuhsohlen und der in Wohnungen und Büros eingeschleppte Schmutz. Für sie gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben mit der Beseitigung des Winterdrecks begonnen. Die Stadtverwaltung hingegen lässt sich damit Zeit.

„Als ÖPNV-Unternehmen müssen wir Gesicht zeigen“, begründet Gleis-Chef Roland Ende, warum die DVB mit dem Aufräumen begonnen haben. Bereits in der vergangenen Woche habe man sich zusammengesetzt und langfristige Wetterprognosen analysiert, um den richtigen Zeitpunkt für die Frühlingsputz zu wählen. Seither sind Reinigungstrupps unterwegs. Ein letztes Risiko bleibe, sagt Ende. Denn wenn der Winter zurückkehrt, muss erneut gestreut werden. Für die DVB würde es dann teurer, weil sie Winterdienst, Reinigung und Splitentsorgung doppelt bezahlen müssten. „Das hat es alles schon gegeben“, sagt Ende mit Verweis auf Spätfröste vergangener Jahre. Für die Reinlichkeit nehmen die DVB das Risiko auf sich.

Fährmann Rainhard Oelschläger hat an der Johanna schon längst für Sauberkeit gesorgt

Fährmann Rainhard Oelschläger hat an der Johanna schon längst für Sauberkeit gesorgt. Seine Fahrgäste sollen sich nicht am Split stören müssen, meint er.

Quelle: Anja Schneider

Genau diese Erfahrung jedoch lässt Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, zögern. „Nach meinem Kalender dauert der Winter bis zum 19. März“, sagt er. Bis dahin bleibe der Split auch auf städtischen Wegen, Brücken und Plätzen liegen. „Es hat wenig Sinn, aufzuräumen und dann schneit es wieder“, bekräftigt Koettnitz. Mit dem ersten Frühlingstag werden dann auch die Stadt die Reinigungsarbeiten in Gang setzen. Dann werde teilweise auch mit Sondereinsätzen für Ordnung gesorgt, kündigt Koettnitz. Wenn es im April noch einmal so frostig wird, dass der Winterdienst gerufen werden muss, werden freilich auch diese Bemühungen vergeblich sein.

Die DVB sollten bis zum Frühlingsbeginn schon alle Haltestellen und die umliegenden Wege gereinigt haben. „Mitte März“ soll alles fertig sein, meint Gleis-Chef Ende. Die lange Dauer des Frühjahrsputzes erklärt sich vor allem aus den Arbeitsbedingungen. Die Reinigungstrupps sind nur nachts unterwegs, um den Bus- und Bahnverkehr nicht zu stören. „Und an einigen Haltestellen herrscht bis spät in die Nacht viel Betrieb, so dass die Reinigung wirklich erst zwischen 1 und 3 Uhr geschehen kann“, sagt Ende. Generell sind die Reinigungstrupps der beauftragten Firmen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr unterwegs.

Hinzu kommt die schiere Größe der Aufgabe. 568 Haltestellen und ihr Umfeld müssen gereinigt werden. Hinzu kommen weitere, meist kleinere Bushaltestellen, wo die Anlieger verpflichtet sind. Und da dort wegen des früh im Jahr einsetzenden Schneefalls teilweise noch Überreste aus der Silvesternacht zu finden sind, hat sich wirklich einiges angesammelt.

Die Masse macht aber Split aus, der wieder aufgekehrt werden muss. 20 Tonnen werden am Ende zusammenkommen, schätzt Gleis-Chef Ende ein. Sie werden abtransportiert und in einer Deponie eingelagert. Da der Split als kontaminiert gilt, sei es weder gestattet, ihn aufzuarbeiten und wiederzuverwenden noch, ihn als Baumaterial einzusetzen, sagt Ende.

Von Uwe Hofmann

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