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Die TU muss weiter um das Herzstück des Elite-Status bangen

Die TU muss weiter um das Herzstück des Elite-Status bangen

Die TU Dresden muss weiter um das Herzstück ihres Elite-Status' bangen: Aus dem Bundesforschungsministerium gibt es bislang keine verbindlichen Aussagen zur weiteren Förderung der sogenannten Zukunftskonzepte an den Exzellenzuniversitäten in Deutschland.

Quelle: Archiv

Dresden. Die TU Dresden muss weiter um das Herzstück ihres Elite-Status' bangen: Aus dem Bundesforschungsministerium gibt es bislang keine verbindlichen Aussagen zur weiteren Förderung der sogenannten Zukunftskonzepte an den Exzellenzuniversitäten in Deutschland. Seit längerem gibt es Sorgen in der Sache. Die schwarz-rote Koalition in Berlin will diese Förderlinie wahrscheinlich nicht mehr fortsetzen. In einem Brandbrief haben die Rektoren der Universität in Dresden und vier anderen Städten bereits Alarm geschlagen. "Für uns käme die Beendigung der Förderlinie ,Zukunftskonzepte' ohne eine zweite Förderperiode einem Abbruch der entsprechenden Initiativen und Projekte gleich", hieß es in dem Schreiben der Uni-Chefs aus Dresden, Köln, Bremen, Tübingen und Berlin (Humboldt). Der Brief richtete sich an Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU), die Ministerprä- sidenten und Wissenschaftsminister der Länder sowie die Mitglieder des Bildungsausschusses im Bundestag.

Die Exzellenzinitiative gliedert sich in die drei Förderlinien "Graduiertenschulen", "Exzellenzcluster" und "Zukunftskonzepte". Wer in allen drei Bereichen vertreten ist, darf sich Elite-Universität nennen. In Projekte von 2007 bis 2012 steckte der Bund 1,9 Milliarden Euro, für den Zeitraum 2012 bis 2017 gibt es sogar 2,7 Milliarden Euro. Zwischen 2018 und 2028 will der Bund für die nächste Runde insgesamt bis zu vier Milliarden Euro ausgeben. Berlin geht es dabei um die Konzentration auf wenige Elite-Unis. Kritiker befürchten eine Zwei-Klassen-Universitätslandschaft. Noch wird viel diskutiert, beschlossen ist bislang nichts. Möglicherweise soll es für die Zukunftskonzepte kein Geld mehr geben. Die TU Dresden und die vier anderen Hochschulen sind jedoch davon ausgegangen, dass sich die Umsetzung der Konzepte über zwei Förderperioden, also zehn Jahre, erstrecken kann, sofern sie in der Mitte dieses Zeitraums einer kritischen Evaluation standhalten. Für die Unis, die in der ersten Runde erfolgreich waren, war dies ebenso. Für die fünf aus der zweiten droht nun der Einschnitt.

Von den 135,4 Millionen Euro, die der TU Dresden aus der Exzellenzförderung des Bundes zufließen, entfallen allein 60,2 Millionen Euro auf das Zukunftskonzept. Unter dem Titel "The Synergetic University" bildet die Uni einen Verbund mit 15 führenden Forschungs- und Kulturinstitutionen im Großraum Dresden. Es geht um Synergien in Forschung und Lehre. Die Zukunftskonzepte sollen das Uni-Profil schärfen. Eine Ersatzfinanzierung dürfte schwer aufzutreiben sein. Die Rektoren ringen um eine Fortsetzung. Nur so könne "das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Wissenschaftspolitik erhalten werden".

Aus den Ländern erhalten die Hochschulen Unterstützung. "Ich unterstütze das Anliegen der fünf Rektoren nachdrücklich", erklärte unter anderem bereits Bremens Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt (SPD). Es müsse die Chance auf eine zweite Förderphase geben. Schon der Grundsatzbeschluss für eine neue Bund-Länder-Initiative nach der Exzellenzinitiative, den Bund und Länder im Dezember 2014 verabschiedet haben, sehe dies vor.

"Es sind seit 2012 leistungsfähige Forschungsstrukturen entstanden, die einer Fortsetzung bedürfen, damit sie in Zukunft auch wirklich tragfähig sein und Exzellenz in Forschung und Lehre nachhaltig entwickeln können", erklärte auch Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange. Bei einem abrupten Ende dieser Unterstützung wären letztlich viele Millionen Euro an Steuergeldern nicht nachhaltig eingesetzt, fügte die SPD-Politikerin hinzu.

Bislang müssen die Unis jedoch weiter bangen. Aus Berlin gibt es keine verbindlichen Zusagen für eine Förderung über 2017 hinaus. Im Ministerium von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) ist der Rektorenbrief zur Kenntnis genommen worden. Da über die Nachfolge der Exzellenzförderung in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) beraten werden, habe der Generalsekretär dieses Gremiums, Hans-Gerhard Husung, im Namen der Vorsitzenden Vera Reiß (SPD), Wissenschaftsministerin aus Rheinland-Pfalz, und deren Stellvertreterin in der GWK, Bundesministerin Wanka, beantwortet.

Bund und Länder würden die dargelegten Argumente und Bedenken der fünf Universitäten "ernst nehmen", heißt es. Es sei ihnen ein wichtiges Anliegen, die Dynamik der Exzellenzinitiative zu erhalten und begonnene Entwicklungen zu einem Erfolg zu führen, wie es im Beschluss von Bund und Ländern vom Dezember 2014 schon zum Ausdruck komme. Die Ausführungen der Rektoren würden in die Beratungen über eine neue Bund-Länder Initiative einbezogen, sobald das Evaluationsverfahren der Exzellenzinitiative mit der Vorlage des Berichts der internationalen Expertenkommission Ende Januar 2016 abgeschlossen sei.

Ingolf Pleil

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