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Die Show geht immer weiter - Zirkusspezialist Ernst Günther feiert 75. Geburtstag

Die Show geht immer weiter - Zirkusspezialist Ernst Günther feiert 75. Geburtstag

Um den Dresdner Zirkus- und Varietéexperten, Autor und Fachkritiker Ernst Günther ("ergü") ist es etwas ruhiger geworden. Die großen Dresdner Varieté- und Showzeiten sind vorbei.

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Trotz seiner 75 Jahre denkt "ergü" noch lange nicht an Ruhestand.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die Stadt hat sich auf diesem Sektor der Unterhaltungsbranche mit Regelmäßigkeit auf Sarrasanis Dinner-Varietétheater und den "Dresdner Weihnachtscircus" eingepegelt. Bei beiden ist "ergü" nach wie vor gern gesehener Gast und Ratgeber, wird diesmal auch das Konzept für den ökumenischen Gottesdienst im "Weihnachtscircus" liefern.

Etwas kürzer zu treten wäre die normalste Sache der Welt, denn heute begeht Ernst Günther seinen 75. Geburtstag. Eine Rücken-OP setzt ohnehin gewisse Grenzen. "Ich halte es mit Loriot", sagt "ergü": "Das Alter kann ich wahrlich nicht empfehlen." Wenn jetzt vielleicht jemand an Rückzug denkt, irrt er jedoch gewaltig. Der Jubilar sitzt an seinem Schreibtisch und brütet über einem neuen Buch. Es befasst sich mit dem zweiten Thema seiner Publikationen (Nummer 1 ist natürlich alles rund um Zirkus und Show): Dresdner Historie. Bisher standen August der Starke sowie dessen Schwiegertochter Maria Josepha im Mittelpunkt. Diesmal schaut der Autor in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

Übrigens entstehen sämtliche Manuskripte handschriftlich per Füllfederhalter und werden erst nach Korrekturen in den Computer getippt. Egal, ob Buchseiten, Theater- oder Zirkuskritiken, Artikel für die Tabakzeitung in Mainz, die Zigarren- und Pfeifenraucher "ergü" seit 1990 schreibt. Für Amazon verfasst er Rezensionen seiner Bücher anderer Autoren über das pharaonische Ägypten. Von mehr als 180 Werken im Bücherschrank sind jetzt 27 aufbereitet. Der Grund hierfür reicht in die Jugendzeit zurück.

Geboren am 8. Oktober 1938 in Böhmen, landete Günther mit seiner Familie 1946 im damaligen Karl-Marx-Stadt. Hier legte er das Abitur ab und wollte eigentlich Medizin studieren, was ihm wegen politischer Unreife verwehrt wurde. So gewann das Zirkusgen des Großvaters - ein Turmseilartist - die Oberhand. Schon der Schüler interessierte sich für Artistik und Pantomime, war Mitglied im Jugendvarieté. In der Oper "Aida" stand er als Bogenschütze auf der Bühne - die Quelle der nie abflauenden Ägyptenliebe. Doch das Leben ist nicht nur Theater und Show. Mit noch nicht einmal 20 Jahren hatte Ernst Günther für eine eigene Familie zu sorgen.

So schaut er 2013 auch auf eine 55-jährige Ehe mit Gattin Linda und auf 55 Jahre Journalismus zurück. Nach dem ersten Artikel 1958 begann "ergü" seine berufliche Laufbahn als Volontär bei der DNN-Vorgängerzeitung "Sächsisches Tageblatt" in Dresden. Er war Lokalredakteur, Kritiker und Chefreporter, bis er sich 1978 in die Freiberuflichkeit stürzte. Der Spezialist für Zirkusgeschichte und Unterhaltungskunst arbeitete für Funk und Fernsehen, war Lektor, Herausgeber und Autor beim Henschelverlag, verfasste Sachbücher als Mitautor, entwickelte Programme, war Juror und Mentor, schrieb Unterhaltsames.

Der Erstling, "33 Zirkusgeschichten", ist gleich ein Bestseller geworden. Zur wahren Profession gedieh Sarrasani, ursprünglich angestachelt durch das Totschweigen des berühmten Unternehmens in der DDR. Drei Sarrasani-Bücher entstanden. Prinzipalin Trude Stosch-Sarrasani berief den Dresdner Experten zum offiziellen Sarrasani-Biografen. Auch André Sarrasani greift gern auf dessen Spezialwissen zurück.

Ganz genau weiß "ergü" noch, wie er am 7. Dezember 1959 erstmals für eine Rezension im Tanzvarieté "Café Prag" gesessen hat und seinen Platz bis 1987 nicht verließ. Alles Geschichte. Doch eine Markthalle statt Varieté, das findet er "einfach grauenhaft". Auch wenn Ernst Günther, ausgezeichnet mit dem Saltarino-Preis der Gesellschaft der Circusfreunde Deutschlands, heute nicht mehr zum Zirkusfestival nach Monte Carlo reist, dem Thema bleibt er ebenso treu wie dem Schreiben. Die Manuskripte stapeln sich. "Ich habe noch viel vor!"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2013

Genia Bleier

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