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Lokales Die Perseiden kommen: Kosmisches Feuerwerk am Himmel
Dresden Lokales Die Perseiden kommen: Kosmisches Feuerwerk am Himmel
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10:08 11.08.2016
Der August ist für viele Menschen der bekannteste Sternschnuppenmonat Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Der August ist für viele Menschen der bekannteste Sternschnuppenmonat. In seinen milden Nächten können besonders viele davon beobachtet werden. Wie blitzschnelle Lichtpfeile ziehen die Sternschnuppen – im Fachjargon werden sie Meteore genannt – über den Himmel zwischen den Sternen hindurch. Das Wort „Meteor“ stammt aus dem Griechischen, was soviel wie „Lufterscheinung“ bedeutet.

Ursache der zahlreich auftretenden Sternschnuppen im August ist ein Meteorstrom, den die Erde jedes Jahr um diese Zeit während ihres Umlaufs um die Sonne kreuzt. Er wird als Perseidenstrom bezeichnet, benannt nach dem Sternbild Perseus, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen.

Zu sehen sind sie aber über den gesamten Himmel. Verlängert man jedoch die Bahnen der Sternschnuppen sozusagen „nach hinten“ (entgegen ihrer Flugrichtung), so scheinen sie sich alle in einem Punkt zu treffen, der im Perseus liegt. Dieser scheinbare Ausgangspunkt wird als „Radiant“ bezeichnet. Über die Entstehung des Radianten kann man ein sehr gutes Gedankenexperiment machen, indem man sich vorstellt, man stünde bei starkem Schneesturm mit dem Gesicht zum Wind auf der Spitze eines Aussichtsturmes. Durch die Perspektive hat man den Eindruck, alle Schneeflocken kämen von einem Punkte her und fliegen links, rechts, oben und unten am Beobachter vorbei. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn die Erde auf einen Meteorstrom trifft.

Der Perseidenstrom ist einer der bekanntesten und prachtvollsten seiner Art. Man nutzt dazu als Indiz für die Ergiebigkeit den Begriff „Rate“, welcher angibt, wieviele Sternschnuppen etwa pro Stunde beobachtet werden können. Bei den Perseiden liegt sie dieses Jahr mit geschätzten 150 sehr hoch, wovon die meisten sehr hell sind. Dieses Jahr kommt ein besonderer Umstand hinzu: Durch den gravitativen Einfluss des Planeten Jupiter hat sich die Distanz der Erde zum Strom verringert. Auch werden Teilchen erwartet, die vor vier Umläufen im Jahre 1479 (!) vom Mutterkometen 109P/Swift Tuttle abgetrennt wurden. Sehr helle Sternschnuppen nennt man auch Feuerkugeln, die unter Umständen sogar Schatten werfen und am Ende ihres Aufleuchtens explodieren können.

Die Perseiden sind ziemlich schnelle Objekte, die mit 60 km/s (!) in die Erdatmosphäre eintreten. Beim Eintritt eines Teilchens erhitzt sich die Luft längs der Bahn so sehr, dass sie zwischen 90 Kilometer und 110 Kilometer Höhe zu glühen anfängt. Die entstehende Leuchterscheinung nennt man „Meteor“ oder „Sternschnuppe“. Den Körper selbst, der sie hervorruft, bezeichnet man als „Meteorit“.

Das Maximum ist in diesem Jahr in der Nacht vom 11. auf den 12. August zu erwarten. Um die volle Pracht zu genießen, warte man auf die zweite Nachthälfte, denn dann drehen wir uns mit der Erde gewissermaßen auf die „Vorderseite“ des Stromes. Zudem ist es wichtig, dass der helle Mond nicht stört. In dieser Nacht geht er am 12.August kurz nach 1 Uhr unter.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass die Perseiden nicht nur in der Spitze der Maximumsnacht aktiv sind. Schon jetzt, in den Nächten zuvor, können viele davon gesichtet werden. Die erste sah der Autor bereits vier Wochen (!) vor dem jetzigen Maximum! Auffallend ist besonders ihr grünlich-weißer Farbton.

Von Heiko Ulbricht

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