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Dresden Lokales Die Kinderuni auf den Spuren weit gereister Kunst
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09:48 25.10.2018
Kinder verfolgen im Hörsaalzentrum der TU Dresden aufmerksam die Erklärungen der Dresdner Ethnologin und Museumsdirektorin Nanette Jacomijn Snoep. Quelle: Oliver Killig/PR
Dresden

„Mama, wie kommt die Statue aus Afrika ins Museum?“. Auch Erwachsene wissen auf diese berechtigte Frage oft keine Antwort. Zukünftig können ihnen die eigenen Sprösslinge eine Antwort geben – zumindest wenn sie am Dienstagabend aufmerksam die Vorlesung „Wie kommen all die Dinge ins Museum“ der Dresdner Kinderuni verfolgt haben.

Von der Dresdner Ethnologin und Museumsdirektorin Nanette Jacomijn Snoep erfuhren die Kinder im Hörsaal der TU zunächst, wie es hinter den Kulissen der Museen vorgeht. Die Direktorin des Dresdner Völkerkundemuseums, des Völkerkundemuseums in Herrnhut und des Leipziger Grassi Museums gab Einblicke in die Lagerräume der Museen. „Wir haben in den drei Museen mehr als 300.000 Objekte“, erklärt Snoep. Die alle werden mit viel Mühe gepflegt, damit sie noch Jahrhunderte erhalten bleiben können.

„Als Ethnologin ist man viel auf Reisen“, berichtet Snoep. Sie forscht unter anderem in Afrika. „Uns Ethnologen interessiert, wie der Alltag in verschiedenen Teilen der Welt aussieht“, erklärt die gebürtige Niederländerin, die seit vier Jahren in Dresden lebt. „Ganz konkret zu Beispiel Piercings und Tattoos der Menschen oder Feste, wie die Jugendweihe“.

Aus Afrika zeigt sie einen besonderen Gegenstand. Wie Museumsmitarbeiter, werden die Kinder selbst zu Detektiven und müssen herausfinden, was es mit dem Gegenstand auf sich hat. Woher kommt er, wem gehörte er und wie alt ist er? „Provenienzforschung heißt das in der Fachsprache“, erklärt Snoep. Zusammen finden die Kinder heraus, dass es sich um ein sogenanntes „Künstliches Kind“ aus Tansania handelt. Eine geschmückte Puppe, für Frauen, die sich ein Kind wünschen oder deren eigenes Kind gestorben ist. Nach Deutschland kam die Figur mit einem deutschen Tierpräparator während der Kolonialzeit – genau wie viele andere Objekte aus Afrika, die heute in Museen in Dresden und ganz Deutschland stehen. Über 200 geraubte Antiquitäten aus dem Königreich Benin stehen in Dresdner und Leipziger Museen. „Nun will das heutige Nigeria viele der kostbaren Kunstwerke aus den Sächsischen Museen zurück“, berichtet Snoep. „Was würdet ihr tun?“ sind die Kinder gefragt.

„Ich würde sie zurückschicken, weil sie nicht uns gehören“, sagt ein Mädchen überzeugt. Nachdem die Kinder lernten, wie schwierig die Pflege der kostbaren Gegenstände im Museum ist, fragt sich ein Junge: „Können sich die Museen in Nigeria denn gut um die Kunstwerke kümmern?“. Wie wäre eine Sonderausstellung, um Geld einzunehmen und damit ein Abkommen mit Nigeria zu finanzieren, um eine fachgerechte Pflege der Gegenstände sicherzustellen, regt ein Kind an. „Und man sollte Fotos machen, um die Kunstwerke nachbilden zu können."

Von tg

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