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Dresden Lokales Die "Heuschrecken" sind weg, die Mieter wieder ein hohes Gut
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17:21 09.09.2015
Quelle: PR

"Da war das Wochenende gelaufen und wir haben durchgearbeitet", so Zinnöcker, der sich die Übernahme gut vorstellen kann: "Beide Konzerne beschäftigen sich mit den gleichen Themen, haben fast die gleiche Philosophie, die Firmenzentralen liegen 30 Kilometer entfernt."

Gagfah und Annington hätten auch in etwa die gleiche Entwicklung hinter sich gebracht: In den vergangenen Jahren habe eine "Heuschrecke" maximalen Profit aus den Wohnungsunternehmen ziehen wollen, deshalb sei wenig in den Bestand investiert worden. Die Mieter seien ins Hintertreffen geraten. Doch das sei seit gut zwei Jahren Vergangenheit, jetzt hätten sowohl bei Annington als auch Gagfah institutionelle Anleger wie Lebensversicherungen und Pensionsfonds das Sagen. Langfristige Erträge statt schnelles Geld sei die Devise, der Mieter werde als hohes Gut geschätzt, so Zinnöcker.

Deshalb werde sich für die Dresdner Mieter auch "nix" ändern, falls die beiden Wohnungskonzerne zusammenfinden zu Europas zweitgrößtem Immobilienimperium. "Ein Kaufvertrag bricht keinen Mietvertrag. Beide Unternehmen haben das selbe Ziel: Zufriedene Mieter, die pünktlich ihre Miete zahlen." Der Mieter werde in Deutschland umfangreich geschützt, kein Dresdner müsse Arges befürchten. "Wir haben den Fokus auf dem Thema Wohnungswirtschaft. Dazu gehört ein ordentlicher Umgang mit den Mietern. Kein vernünftiger Vermieter wird seine Mieter aus den Wohnungen treiben."

Auch die rund 300 Gagfah-Mitarbeiter in Dresden müssten keine Befürchtungen hegen. Der neue Konzern wolle in Dresden wachsen. Zum Wachstum würden zwingend neue Arbeitsplätze gehören. Eigentlich gebe es nur einen Nachteil der geplanten Fusion: Es sei eine ziemliche Unruhe entstanden. "Wir müssen aufpassen, dass wir in dem Prozess der Integration beider Unternehmen nicht den Blick für den Kunden verlieren", so der Gagfah-Chef.

Die Vorteile der Fusion würden eindeutig überwiegen: Mehr als 80 Millionen könnten kurzfristig eingespart werden. Langfristig noch viel mehr Geld: Annington sei schon von einer Ratingagentur bewertet worden und könne Unternehmensdarlehen aufnehmen statt sich Geld für jede einzelne Immobilie borgen zu müssen wie nicht geratete Unternehmen. "Da fällt viel Verwaltungsaufwand weg, das spart Kosten."

Da ein neuer gigantischer Immobilienkonzern gegründet wird, verbessere sich das Rating noch einmal. Mit Bekanntgabe des Übernahmeangebots sei Annington um eine halbe Schulnote nach oben geklettert - mit handfesten finanziellen Folgen: Je besser das Rating, umso besser der Zins für das Unternehmen. "Wir können ja mal ausrechnen, was 0,1 Prozent bei einem Kreditvolumen von zwölf Milliarden Euro ausmachen", schlägt Zinnöcker vor.

Diese eingesparten Gelder würden in den Wohnungsbestand investiert, und Dresden bleibe auch im fusionierten Konzern der wichtigste Standort. "Hier sind zehn Prozent des Riesenvolumens konzentriert." Im Ruhrgebiet komme das Unternehmen nach der Fusion auf 50 000 Wohnungen.

Auch wenn das neue Unternehmen atemberaubende Dimensionen annehme - der Mieter in Dresden soll dennoch immer einen Ansprechpartner für seine Probleme finden. Dazu sei das Ticketsystem eingeführt worden, bei dem Arbeitsaufträge von einem Telefonservice in Berlin als Tickets in den Computer eingegeben werden. So könne immer nachvollzogen werden, wann ein Mieter mit wem telefoniert hat und wie der Bearbeitungsstand des Problems ist. "Das ist ein standardisiertes Verfahren für kleinere Reparaturen. Wenn das funktioniert, haben wir mehr Zeit für die komplexen Sachen", so der Gagfah-Vorstandsvorsitzende.

Vorteile bringe die Fusion auch dem Einkauf: Das neue Unternehmen könne ganz andere Stückzahlen beispielsweise bei Fensterbauern bestellen und größere Mengenrabatte aushandeln. Für die Gagfah ergebe sich dank der Fusion auch die Möglichkeit, die moderne Annington-Software schrittweise zu übernehmen. "Da können wir viel Geld sparen, das letztlich wieder den Mietern zugute kommt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2014

Von Thomas Baumann-Hartwig

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