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Lokales Die Grünen Damen sind seit zwei Jahrzehnten am Dresdner Uniklinikum im Einsatz
Dresden Lokales Die Grünen Damen sind seit zwei Jahrzehnten am Dresdner Uniklinikum im Einsatz
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15:31 20.03.2017
Abwechslung im Klinikalltag: Der fünfjährige Felix ist froh über die Spieleinheit mit Elke Tempel. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Als ich in den Ruhestand gegangen bin, habe ich festgestellt, dass ich noch einen Beitrag leisten kann“, erinnert sich Elke Tempel. Wo genau sie sich engagieren möchte, wusste die heute 75-Jährige allerdings nicht sofort. Das änderte sich, als sie von den Grünen Damen und Herren am Dresdner Uniklinikum hörte. Seit 2003 ist sie Teil der Ehrenamtlichen, die seit exakt 20 Jahren mit einem offenen Ohr oder einer helfenden Hand regelmäßig für die Patienten zur Stelle sind. Im Rahmen einer privaten Feierstunde wird das Jubiläum am Dienstag vom Klinikvorstand gewürdigt.

Die Grünen Damen

Seit über 40 Jahren besuchen 11 000 Grüne Damen und Herren kranke und hilfsbedürftige Menschen in mehr als 700 Krankenhäusern und Altenhilfe-Einrichtungen. Der Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. ist die Dachorganisation. Sie wurde 1969 erstmals in Düsseldorf gegründet. Von dort verbreitete sich das Konzept im gesamten Bundesgebiet, ab 1997 auch am Uniklinikum Dresden. Der Eigenname leitet sich von der Farbe des Kittels ab, den die Ehrenamtlichen auf den Krankenstationen tragen. Die Idee zur Gründung an Uniklinikum geht auf die Kinderärztin Dr. Silke Nolte-Buchholz zurück. Sie leitet heute das Brückenprojekt zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) von Kindern und Jugendlichen.

Insgesamt 26 Grüne Damen und vier Grüne Herren sind am Uniklinikum tätig. Die Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, für Kinderchirurgie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Strahlentherapie, die Geriatriestation der Medizinischen Klinik III und das Universitätsphysiotherapiezentrum nehmen die Unterstützung der freiwilligen Helfer in Anspruch. Dabei nehmen die Ehrenamtlichen keine pflegerischen Aufgaben wahr, sondern sind vielmehr für Gespräche, Betreuung, Service und Unterhaltung zuständig.

Elke Tempel ist immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr in der Kinderklinik im Einsatz, spielt mit den kleinen Patienten am Bett oder unterhält sich mit ihnen, ganz nach Wunsch. Eine Tatsache, die nicht nur die Kinder glücklich macht. „Ich merke, dass ich noch nützlich bin. Und es bringt mir unheimlich viel, wenn Kinder lachen. So lange ich das Gefühl habe, dass es den Kindern etwas gibt, mache ich weiter“, sagt die 75-Jährige.

Das dürfte auch Simone König gern hören, die die Leitung auf der Kinderstation inne hat und fest auf die Zuverlässigkeit und das Herzblut ihrer Grünen Damen setzt. „Es gibt keine starke Personaldecke in der Pflege. Ich bin deshalb auf diese Hilfe angewiesen, die Grünen Damen gehören fest zu meinem Team“, sagt sie. Nur selten möchte ein kleiner Patient ohne Begleitung keinen Kontakt zu den Ehrenamtlichen, gezwungen wird niemand. „Aber wer möchte schon gern alleine sein“, fragt König.

„Grundsätzlich kann sich bei uns jeder Interessierte bewerben – unabhängig von seinen Vorkenntnissen oder Alter. In einem Bewerbungsgespräch prüfen wir vorab die Motivation und Belastbarkeit“, erklärt Christine Langer, die als Koordinatorin die Aufteilung der Helfer auf die verschiedenen Kliniken bereits seit 2001 verantwortet. Wer seinen ersten Dienst antritt, dem steht in den ersten Tagen ein erfahrener Kollege zur Seite, der bei Fragen oder Anlaufschwierigkeiten unterstützt. Zudem stimmen sich die Grünen Damen und Herren eng mit dem Pflegepersonal auf den Stationen ab – und wissen so ganz genau, wo sie gebraucht werden.

Von Christin Grödel

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