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Lokales Die Dresdner Historikerin Annemarie Niering zu den Aktenfunden von 1945
Dresden Lokales Die Dresdner Historikerin Annemarie Niering zu den Aktenfunden von 1945
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09:28 04.11.2015
Historikerin Annemarie Niering ist seit 2011 im Stadtarchiv beschäftigt, wo 30 laufende Kilometer Stadtgeschichte in vollklimatisierten Räumen lagern, konserviert und aufbereitet werden. Quelle: Dietrich Flechtner

Annemarie Niering ist seit 2011 im Stadtarchiv beschäftigt und vielen Dresdner Schülern von Führungen bekannt. Wir fragten sie, wie sie ihren Fund - das Dokument über den Umgang mit der Flüchtlingskrise 1945 in Dresden - bewertet.

Frage: Wie sind Sie auf das Interview gestoßen?

Wir arbeiten hier im Stadtarchiv eng mit Schulen zusammen. Eine zehnte Klasse wollte sich dem Thema "Lebensmittelkarten" in der Nachkriegszeit widmen. Also habe ich vorrecherchiert, bin natürlich zwangsläufig bei der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt gelandet und fündig geworden. Da wir der Dresdner Öffentlichkeit im Dresdner Amtsblatt regelmäßig eine "Archivalie des Monats" präsentieren, kam das Dokument sofort in die engere Auswahl.

Wie schätzen Sie die Schnittmengen zur heutigen Zeit ein?

Auch wenn man mit den von der Verwaltung vorgetragenen Zahlen sehr zurückhaltend umgehen und sehr viel tiefer nachfragen muss, eins zeigt sich ganz klar: Es gab am Ende des 2. Weltkrieges ein erhebliches Flüchtlingsproblem in Dresden. Das veranschaulicht sowohl das Interview mit dem Oberbürgermeister Dr. Johannes Müller wie auch die zahlreichen Akten zur Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen. Es gibt Unterlagen, die die gravierenden Umstände im Jahr 1945 beschreiben, man denke nur allein an den Zerstörungsgrad der Stadt und an die sehr schlechte Versorgung insgesamt. So gesehen kann ein Blick in die Akten durchaus sensibilisieren, die aktuelle Flüchtlingswelle einzuordnen. Er kann helfen, Ängste zu nehmen und Empathie zu entwickeln.

Haben sie solche Reaktionen schon erlebt?

Besonders spannend ist, zu sehen, was bei solchen Archivsuchen mit den Schülern passiert. Wenn sie merken: He, das ist hier bei mir um die Ecke passiert. Das bindet junge Leute nochmal ganz anders an ihre Stadt, weitet den Blick für Details und wirft - im besten Fall - neue Fragen auf.

Das Interview ist ja ein Zeitdokument, und mit dem Abstand von 60 Jahren ist sicher die Einschätzung erlaubt, dass es recht polemisch angelegt ist...

...absolut. Man darf wie gesagt nicht außer Acht lassen, dass das von der damaligen Verwaltung publiziert wurde und damit - dank der sowjetischen Stadtkommandantur im Hintergrund - garantiert nicht ideologiefrei. Andererseits belegt es eben doch durch die einfache Schilderung der Umstände recht nachdrücklich, wie es damals in Dresden aussah. Dass Hunger und Seuchengefahren an der Tagesordnung waren. Und vor allem: Wie hart die Entscheidungen waren, die damals getroffen werden mussten.

Barbara Stock

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