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Dresden Lokales Die Dresdner Busmannkapelle braucht Geld
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11:01 20.04.2018
Architektur in abstrahierter Form: Die roten Metallbänder symbolisieren die Gewölberippen der Originaldecke. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Diesmal hieß das Detail Grippe. So kam es, dass die Gerüstbaufirma nicht pünktlich das Gerüst im Inneren der Busmannkapelle abbauen konnte. Und so gab es zwar am Donnerstag einen Vor-Ort-Termin mit vielen am Bau der Gedenkstätte Beteiligten, aber keine Konsolbüsten des Patrizierpaares Busmann zu sehen.

Es fehlen 900.000 Euro

Der viermalige Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann und seine Frau befinden sich noch in der Städtischen Galerie. Die Kunstwerke aus der Zeit um 1400 sollen nun nächste Woche Einzug in den Raum halten, welcher der von ihnen gestifteten Kapelle am Südchor der Sophienkirche nachempfunden ist. „Sie waren ein zentraler Bestandteil im Stadtmuseum, sind hier im ursprünglichen Zusammenhang aber besser aufgehoben“, so Gisbert Porstmann, Direktor der städtischen Museen.

Die Büsten sind ein wichtiges Element des Innenausbaus, weisen aber auch darauf hin, dass bis zur Vollendung weitere Arbeit ansteht. Dafür ist die Finanzierung gegenwärtig noch offen – ein ganz und gar nicht kleines Detail in der inzwischen zehnjährigen Baugeschichte der Gedenkstätte Sophienkirche – Busmannkapelle. In diesem Zeitrahmen sind die Baukosten von 2,6 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro gestiegen. Jetzt fehlen noch 900.000 Euro, um das Bauwerk 2019 – hoffentlich - eröffnen zu können. Ein genaues Datum wird nicht genannt.

Die Busmannkapelle Quelle: Dietrich Flechtner

Stadt, Freistaat, Bund, Ev.-Luth. Landeskirche, Stiftungen und durch die Fördergesellschaft eingeworbene Spenden haben ihren Anteil an der Finanzierung. Davon waren 830.000 Euro Steuergelder, erinnerte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Damit diese gut angelegt sind und die Gedenkstätte vielfältig nutzbar ist, ergeht durch die Bauherren und Baubetreuer die dringende Bitte um weitere Unterstützung. Klepsch verweist in diesem Zusammenhang - speziell im Europäischen Jahr des kulturellen Erbes 2018 – auf viele Jahrhunderte Stadtgeschichte, die die Busmannkapelle repräsentiert.

„Raum der Stille“ soll Nagelkreuzzentrum werden

Als Walter Ulbricht schon 1956 vom Abriss der Sophienkirche sprach, hätte er sich nicht träumen lassen, welche geschichtliche und gesellschaftspolitische Rolle das Bauwerk als Gedenkort einmal spielen würde. In seine abstrahierte Gestalt, augenfällig durch die gläserne Hülle oder die schon installierten roten Metallbänder, die die Gewölberippen symbolisieren, werden Originale eingefügt. So wird im Erdgeschoss die älteste Glocke der Sophienkirche aus dem Jahr 1480 schon von außen sichtbar sein. Sie erhält einen kleinen gläsernen Glockenstuhl und soll später stündlich ertönen. Auch der Schmerzensmann vom Nosseni-Epitaph (war bis 1945 in der Sophienkirche) kehrt zurück.

Zuvor aber muss erst der Fußboden einschließlich hier verlegter Medien fertig sein. Ebenso wird das Untergeschoss noch weiter technisch und museal ausgerüstet. Im Juni soll dieser „Raum der Stille“ ein Nagelkreuz erhalten und dann zu den weltweiten Nagelkreuzzentren nach dem Vorbild von Coventry gehören.

Ab sofort organisiert die Fördergesellschaft jeden Sonnabend 15 Uhr und 16 Uhr Führungen in der Busmannkapelle

Von Genia Bleier

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