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Lokales Die DNN und der November 1918
Dresden Lokales Die DNN und der November 1918
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14:14 10.11.2018
Titelseite der DNN vom 10. November 1918. Quelle: Repro: Dietrich Flechtner
Dresden

„Abdankung des Kaisers“ titeln die Dresdner Neuesten Nachrichten am 10. November 1918. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs begann in Deutschland vor 100 Jahren die Novemberrevolution, die das Kaiserreich in eine Demokratie umwandelte. „Auch in Dresden gab es eine starke revolutionäre Bewegung“, sagt der Leiter des Dresdner Stadtarchivs Thomas Kübler. „Anders als andere Städte hatte Dresden einen direkten Bezug zum Krieg“.

Als eine der größten Garnisonsstädte Deutschlands beherbergte vor allem die Albertstadt zahlreiche Lazarette, die das Leid des Krieges erfahrbar machten. An der Einwohnerzahl gemessen habe Sachsen überdurchschnittlich viele Tote zu beklagen gehabt, sagt Kübler. Kritik am Krieg kam zum Beispiel vom Autor Erich Kästner, der 1915 sein erstes pazifistisches Gedicht schrieb, nachdem er Freunde im Krieg verloren hatte.

Wie fast alle Zeitungen berichteten auch die DNN zu Beginn positiv über den Ersten Weltkrieg. „Die Berichterstattung war durch Zensur geprägt“, erklärt Kübler. Wer heute in die DNN aus den Zeiten des Ersten Weltkriegs blickt, stellt aber noch etwas anderes fest: Kriegsberichterstattung gab es auf der Titelseite, die hinteren Seiten behandelten das städtische Leben. Trotz Krieg gab es einen Alltag. Spediteure und Haushaltsgehilfinnen bieten ihre Dienste an, der Zirkus Sarrasani wirbt für neue Vorstellungen, die Polizei vermeldet einen Wäschediebstahl und ein junger Herr „mit gut gebautem Herzen“ sucht eine Frau. Mit der „Normalität des Alltags“ versuchten die Menschen eine Resistenz gegen die schlimmen Folgen des Krieges zu entwickeln. „Die DNN waren Protagonist dieser Berichterstattung“, sagt Kübler.

Und Dresden war royal. „Der König war in Dresden beliebt“, berichtet der Stadtarchiv-Leiter. „Die DNN waren eine Zeitung der Mitte“. Der Titel, die „Abdankung des Kaisers“, ist entsprechend sachlich formuliert. Im Gegensatz dazu titelte die linksgerichtete Leipziger Volkszeitung (LVZ) „Kaiser Wilhelm II auf der Flucht“. Doch die mit dem Sturz der Monarchie abgeschaffte Zensur war auch in Dresden ein wichtiges demokratisches Moment.

Einen Tag später, am 11. November, 1918 endete der Erste Weltkrieg offiziell. „Waffenstillstand an der ganzen Front!“ titelten die DNN.

Von Tomke Giedigkeit

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