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Lokales Die 25. Bunte Republik Neustadt soll vorerst die letzte sein- BRN braucht eine Verschnaufpause
Dresden Lokales Die 25. Bunte Republik Neustadt soll vorerst die letzte sein- BRN braucht eine Verschnaufpause
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21:02 09.09.2015
Am Abend eröffneten die ersten Bands die BRN. Quelle: Hauke Heuer
Die 25

Beim Fazit der dreitägigen Sause, die in diesem Jahr deutlich weniger Menschen als etwa 2013 und 2014 besucht haben, lüfteten die ehrenamtlichen Organisatoren der „Schwafelrunde“ gestern Nachmittag ein Geheimnis, das die Neustadt-Spatzen schon seit mehreren Tagen von den Dächern pfiffen: Sie denken darüber nach, die BRN im nächsten Jahr ausfallen zu lassen. „Die Zeit ist reif dafür“, meint Ulla Wacker, Vereinsvorsitzende des Stadtteilhauses in der Äußeren Neustadt und zugleich Sprecherin der ehrenamtlichen BRN-Macher.

„Wir müssen mal aussetzen“, meint sie und sieht sich dabei einig mit einer „breiten Menge“ von BRN-Mitmachern und -Besuchern, die sie am Wochenende gesprochen hat. „Keine repräsentative Auswahl“, räumte sie sogleich ein, aber eben dennoch die Mehrheit der Befragten. „Das Fest war friedlich, aber es gab weniger Kultur als in anderen Jahren“, zieht Ulla Wacker Blianz. „Ich war ein bisschen traurig, denn ich vermisse auch ein paar Angebote.“

Die BRN lebt, aber es fehlten in diesem Jahr tatsächlich einige Veranstalter, die in den vergangenen Jahren maßgeblich das Alternativ-Image des Festes mitgeprägt hatten. An erster Stelle ist da der Lustgarten des Kultur Aktiv e.V. zu nennen, für den in diesem Jahr kein Platz war im Festgebiet und den die Stadt auch nicht auf dem ehemaligen „Russensportplatz“ an der Westseite des Alaunparks zulassen wollte.  Es war auch mehr Platz zwischen den Ständen als in all’ den anderen Jahren, etwa auf dem Martin-Luther-Platz und auf der Louisenstraße. Die Zahl der Einzelveranstalter – es waren in diesem Jahr fast 400 – ist leicht gesunken, 49 Bierwagen waren dagegen ein neuer Rekord. Und an diesen Ständen unterbietet die BRN mittlerweile alles, was anderswo in Dresden zu finden ist. Zwei Euro pro großem Bier gehen überall in Dresden als Billigangebot durch, Büchsenpils gabs für noch weniger.

Solche Kritik an der BRN 2015 ist aber nur die halbe Wahrheit. Tolle Veranstaltungen wie die „Glücksdisko“ am Sonnabend und immer schöne Musik wie auf dem „Lutherplatz“ oder bei Katy´s Garage an der Ecke Alaunstraße/Louisenstraße gabs auch. Und tolle Gestaltungsideen wie den überdimensionalen Roboter am Eckhaus Louisenstraße/Martin-Luther-Straße oder das blinkende Haus an der „Luther-Straße“, bei dem alle Fenster in einem stets wechselnden, geheimnisvollen Rhythmus von innen angeleuchtet wurden.

Polizei und Stadt sprachen gestern von einer friedlichen BRN, wenngleich am späten Sonnabend auf dem Alaunplatz etwa 100 Jugendliche und junge Männer in Streit gerieten. Es kam zu einem Handgemenge, ein 14-Jähriger wurde verletzt. „Wir sind im grünen Bereich“, kommentierte Polizeisprecher Marko Laske den Einsatz zur BRN. 25 Straftaten registrierten die 450 Beamten an den drei Fest-Tagen.

cs

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