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Lokales Dialog mit Pegida: Pfarrer Christian Behr stellt sich als Moderator zur Verfügung
Dresden Lokales Dialog mit Pegida: Pfarrer Christian Behr stellt sich als Moderator zur Verfügung
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17:20 09.09.2015
Aktivposten im gesellschaftlichen Leben: Dresdens Superintendent Christian Behr am Rande einer Pegida-Demonstration in Dresden im Dialog für Weltoffenheit. Quelle: Arno Burgi, dpa

Wohl auch deshalb waren die Leipziger Bürger für Weltoffenheit so besonders zahlreich in die Nikolaikirche geströmt", vermutet der Mann, der nun schon seit Wochen dem "Phänomen" Pegida in Dresden gegenübersteht.

Die Kreuzkirche ist Sachsens größtes Gotteshaus und die über 3500 Sitzplätze wollen erst einmal belegt sein. Aber: "Wir wollen uns nicht in diese Art sozialistischen Wettbewerb einreihen, welche Stadt wie viele Demonstranten gegen wen auch immer auf die Straße bringt", sagt Behr, der zugleich Superintendent des Kirchenbezirks Dresden-Mitte ist.

"Wir sehen unser Tun weniger gegen Pegida gerichtet, als vielmehr für ein weltoffenes Dresden", betont der Geistliche, der trotz ständiger Termine jederzeit um Dialog bemüht ist. Am Rande der Pegida-Demonstrationen habe er bereits mit Frustrierten diskutiert jedoch noch nicht mit den "Ideologen vorne dran". Seit vergangenem Montag, als das islamkritische Bündnis in Dresden 25 000 Menschen um sich scharte, sei er noch ratloser als zuvor, räumt Behr ein.

Gott scheint den 53-jährigen gebürtigen Thüringer immer dorthin zu beordern, wo es auf Persönlichkeiten ankommt. Er war kaum drei Jahre in Grimma, da besetzten im April 1997 zwölf Kurden die Kirche und traten in den Hungerstreik. Behr gewährte Kirchenasyl und ermöglichte zeitgleich eine Konfirmation. Bewusst engagierte er sich, als es vor 15 Jahren in Grimma darum ging, Aufmärschen von Rechtsextremen zu begegnen. Dabei wusste er sich ganz auf dem Boden der Bibel, in der es heißt: "Tue der Stadt Bestes."

Der Vater von drei erwachsenen Töchtern zog 2012 mit seiner Frau Cornelia nach Dresden, um dort seiner neuen Berufung nachzugehen. Behr sagt: "Ich denke, die montäglichen Demonstrationen richten sich in Wahrheit nicht gegen den Islam oder eine andere Religion. Meiner Meinung nach fühlen sich die Teilnehmer von der Politik nur ungenügend gehört." Er biete sich jederzeit als Moderator an, so der Pfarrer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.01.2015

Haig Latchinian

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