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Lokales Deutliches Signal für Bosch
Dresden Lokales Deutliches Signal für Bosch
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07:38 02.11.2018
Im Juni wurde der Grundstein für das Bosch-Werk gelegt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend einstimmig hinter die Investition von Bosch im Dresdner Norden gestellt. Die Stadträte stimmten für eine Änderung des Bebauungsplanes und für eine Veränderungssperre in dem Areal. Damit ist jetzt ausgeschlossen, dass neben dem neuen Werk Großmärkte, Hotels oder Wohnungen errichtet werden. Bosch investiert in sein neues Werk eine Milliarde Euro und hat rund 700 neue Arbeitsplätze angekündigt.

Ein Grundstücksnachbar hat gegen eine emissionsrechtliche Genehmigung für das Bosch-Werk Widerspruch eingelegt. Bei dem Nachbar handelt es sich um das Einzelhandelsunternehmen Globus, das einen Einkaufsmarkt am Alten Leipziger Bahnhof errichten will. Diese Pläne stoßen auf wenig Gegenliebe bei der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit, die dort Wohnungen und Büros bauen lassen will.

Globus hat sich eine Kaufoption für ein Nachbargrundstück neben dem neuen Bosch-Werk gesichert, Globus ist an dem Standort aber auch schon mit einem Baumarkt vertreten. Für den Baumarkt soll das Unternehmen den Widerspruch eingelegt haben, der nach Einschätzung der Stadtverwaltung von der Landesdirektion Sachsen verworfen werden dürfte.

„Wir freuen uns auf ein florierendes Bosch-Werk“

Linke-Baupolitiker Tilo Wirtz wies darauf hin, dass in diesem Fall Globus eine Klage vor dem Verwaltungsgericht anstrengen könnte. „Dann können wir nur hoffen, dass die Verwaltung keine Fehler gemacht hat. Sonst haben wir ein ernsthaftes Problem“, so Wirtz, der Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in der Verantwortung sieht. Bebauungsplan und Veränderungssperre hätten in dem Moment erlassen werden müssen, als Bosch die Verträge für den Werksneubau unterzeichnet hatte, erklärte der Linke-Bauexperte.

Grüne-Fraktionsvorsitzender Thomas Löser lobte dagegen die Verwaltung für ihr konsequentes Vorgehen. „Die Stadt darf sich keinesfalls der Erpressung von Globus aussetzen“, erklärte Löser. Mit dem Einzelhandelsunternehmen würden viele Gespräche geführt. In die Suche nach einem Grundstück für einen Globus-Markt in Dresden sei neben dem Oberbürgermeister auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) involviert. „Wir fordern Globus auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und hoffen auf eine einvernehmliche Lösung mit Globus“, so der Fraktionsvorsitzende.

CDU-Baupolitiker Gunter Thiele sagte, seine Fraktion werde alles dafür tun, die Investition von Bosch abzusichern. „Wir müssen eine gesamtstädtische Lösung mit allen Beteiligten finden“, forderte er. „Wir freuen uns auf ein florierendes Bosch-Werk, das auf den Zukunftsfeldern forscht und auf Entwicklungen, die von Dresden aus um die Welt gehen werden.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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