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Lokales Der Wolf steht vor der Stadtgrenze
Dresden Lokales Der Wolf steht vor der Stadtgrenze
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08:01 28.11.2018
Wölfe in Dresdens Außenbezirken? Es gab bereits Sichtungen, sie sind jedoch nicht eindeutig belegbar. Quelle: dpa
Dresden

Einwohner haben im vergangenen Jahr regelmäßig Wolfssichtungen in Dresden gemeldet. Die letzte Sichtmeldung stammt vom 28. September, 12 Uhr, als sich Wolf und Mensch auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch angeblich für drei Minuten auf eine Distanz von fünf Metern gegenübergestanden haben sollen. Das teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) jetzt auf Anfrage von SPD-Stadträtin Kristin Sturm mit. „Aber dieses Beispiel zeigt, dass nicht die Sichtmeldung, sondern deren Belegbarkeit zum Beispiel in Form es eines Fotos für einen Wolfsnachweis entscheidend ist“, so Hilbert. Zweifelsfrei dokumentierte Nahbegegnungen gebe es in Dresden nicht.

Wölfe würden eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitzen. Begegnungen in einer Distanz unterhalb von 100 Metern würden deshalb nur dann stattfinden, wenn die Wölfe den Menschen zum Beispiel wegen entsprechender Windverhältnisse nicht richtig bemerken würden. Da Wölfe dauerhaft in der Laußnitzer und Königsbrücker Heide, in der Massenei oder bei Sebnitz nachgewiesen seien, könne man praktisch sagen, dass sich das Wolfsvorkommen an der „Stadtgrenze“ befinde. „Bei einer durchschnittlichen nächtlichen Aktivität von 30 Kilometern Strecke können diese Wölfe die Stadtgrenze der Landeshauptstadt Dresden problemlos erreichen“, so Hilbert.

Fotofalle in Gompitzer Kleingartensparte

Dabei seien Begegnungen mit Wölfen auch in der Dresdner Heide möglich. So wurde zum Jahresbeginn auf der Radeberger Straße eine Wölfin überfahren. Von einer dauerhaften Etablierung des Wolfes in der Heide sei aber momentan eher nicht auszugehen. Das stadtnahe Waldgebiet besitze ein dichtes Wegenetz und menschliche Aktivitäten würden dort praktisch rund um die Uhr stattfinden. „Wölfe finden gegenwärtig für sie besser geeignete störungsärmere Regionen“, erklärte der Oberbürgermeister.

Auf der Radeberger Landstraße Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst

Maßnahmen gegen das Ansiedeln von Wölfen könne die Stadt nicht ergreifen. Als europäisch streng geschützte Tierart genieße der Wolf den höchstmöglichen Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Für den Wolf gelten Lebensstättenschutz und Störungsverbote. Maßnahmen gegen Wolfsansiedlungen wären Straftaten, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden könnten.

Laut Stadtverwaltung hat das LUPUS-Institut bisher erst eine Fotofalle im Stadtgebiet installiert. In der Gartensparte „Bergfrieden“ am Kohlsdorfer Weg in Gompitz hatten Kleingärtner mehrfach einen Wolf gesichtet. Mit der Fotofalle konnte das Tier aber laut Hilbert noch nicht nachgewiesen werden, wie er auf Anfrage von FDP-Fraktionsvorsitzendem Holger Zastrow mitteilte.

Laut dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ wurden im Zeitraum 2017/2018 im Freistaat 18 Rudel und vier Paare nachgewiesen. So sei im Hohwald ein Rudel mit zwei Welpen unterwegs, in der Königsbrücker Heide ein Paar und in der Laußnitzer Heide ebenfalls ein Paar. Im Raum Stolpen/Hohenstein hält sich den Angaben zufolge ein Rudel mit einem Welpen auf.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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