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Lokales Rückenschmerzen: Schmerzspezialist erklärt Ursachen
Dresden Lokales Rückenschmerzen: Schmerzspezialist erklärt Ursachen
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14:05 16.04.2019
Roland Liebscher-Bracht ist am Dienstag in Dresden zu Gast, um seine Vision zu verbreiten. Quelle: Liebscher & Bracht GmbH
Dresden

Roland Liebscher-Bracht ist einer der bekanntesten deutschen Schmerzspezialisten. Gemeinsam mit seiner Frau Petra Bracht fand er heraus, dass die meisten Schmerzen durch zu hohe Spannungen der Muskeln und Faszien verursacht werden und an 72 Stellen des Körpers regelrecht „abgeschaltet“ werden können. Die neuen Erkenntnisse der Schmerzbeseitigung band der Experte in seine „Liebscher-Bracht-Schmerztherapie“ ein.

Mittlerweile betreibt Roland Liebscher-Bracht einen YouTube-Kanal. Dort veröffentlicht er regelmäßig Videos mit speziellen Übungen, die bei Schmerzen unterschiedlichster Art helfen sollen. Zudem reist er durch ganz Deutschland, um seine Vision von einem schmerzfreien Leben für alle zu verbreiten. Am Dienstag ist Liebscher-Bracht in Dresden zu Gast. Die DNN haben vorher mit ihm gesprochen.

Herr Liebscher-Bracht, Sie werden von Ihrer großen Vision geleitet, ein schmerzfreies Leben für jeden Menschen zu ermöglichen. Ist das nicht etwas optimistisch?

Es kommt einem vielleicht waghalsig vor – aber nach über 35 Jahren Erfahrung kann ich das mit gutem Gefühl, nicht zu viel versprochen zu haben, so stehen lassen. Jeder weiß, dass es Ausnahmen gibt – aber gerade im Bereich Rückenschmerzen sind diese wahnsinnig selten.

Wie wollen Sie diese Vision umsetzen?

Der Plan ist ganz einfach: Ich möchte immer mehr Menschen darüber aufklären, wie die Schmerzen entstehen, ihnen Übungen zur Selbsthilfe zeigen und außerdem mehr Therapeuten mit meinem Schmerzverständnis ausbilden. Es leiden so viele Menschen umsonst. Mein Ziel ist es, dass Jeder schmerzfrei leben kann und Mittel kennt, wie er sich selbst helfen und behandeln kann.

Was ist denn die primäre Ursache für Rückenschmerzen?

In allen Fällen von Rückenschmerzen verkürzen sich Muskulatur und Faszien, das wiederum führt zu hohen Spannungen, die nach vorne in den Bauchraum und in den Rückenbereich strahlen. Beim Sitzen verkürzen sich beispielsweise die Faszien und ziehen einen nach vorne, die Wirbelsäule zieht jedoch nach hinten – diese Spannung löst Schmerzen aus. 

Warum ist Ihre Schmerztherapie gegenüber anderen Behandlungsmethoden denn die bessere Wahl?

Unsere Therapie setzt an den Rezeptoren an, die am Knochen sitzen. Diese funktionieren wie Lichtschalter im Gehirn – an diesen kann man Spannung sowie Schmerz an- und ausschalten. Das geht bei unserer Methode schneller und wirksamer, als bei anderen Therapieformen. Bei den über 8 000 Personen, die ich bereits ausgebildet habe, sind die meisten immer überrascht, wie rasch ein Behandlungserfolg erzielt werden kann.

Wie begegnen Sie Kritikern?

Meistens kritisieren uns die, die unsere Methode nicht kennen – denen rate ich, es einfach selbst auszuprobieren. Kritiker, die uns beleidigen, interessieren uns jedoch nicht.

Kurzvita

Geboren am 26. Oktober 1956 in Gersfeld in der Rhön, Bayern;

Verheiratet mit Dr. med. Petra Bracht;

Studierte Maschinenbau und die Kampfkunst WingTsun;

Eröffnete eine eigene Kampf-Schule in Frankfurt und stellte seit 1987 fest, dass bestimmte Bewegungsabläufe bei akuten und chronischen Schmerzen helfen;

Gemeinsam mit seiner Frau vertritt er die Ansicht, dass die meisten Schmerzen durch zu hohe Spannungen der Muskeln und Faszien verursacht werden. So entstand die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie.

Seit 1995 Haupttätigkeit in der Weiterentwicklung der Therapie: Diese setzt sich aus körperlichen Übungen zusammen, um muskulär-fasziale Ursachen von Schmerzzuständen zu beseitigen. Sie wird seit 2007 unterrichtet.

Das Ehepaar veröffentlichte das Buch „Deutschland hat Rücken“: Der Titel ist seit Herbst 2018 in den Top-10 der Spiegel Bestsellerliste.

Oft wird dazu geraten, sich bei einem Bandscheibenvorfall operieren zu lassen. Ist das überhaupt sinnvoll?

Nein, überhaupt nicht. Mindestens 95 Prozent der Bandscheibenoperation sehe ich als Kunstfehler. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass der Schmerz durch eine Überspannung ausgelöst wird. Eine Operation wird oft wegen der kaputten Bandscheibe angeordnet – die Bandscheibe an sich macht aber gar keine Schmerzen. Auslöser sind die vorhandenen Spannungen, der Bandscheibenvorfall ein reiner Nebeneffekt. Nicht umsonst empfinden Betroffene an der Bandscheibe meist keine Schmerzen, sondern in anderen Körperregionen. Ärzte bezeichnen das jedoch lediglich als „ausstrahlenden Schmerz“.

… aber nach einer Operation sind die Schmerzen doch oft weg?

Ja, der Schmerz ist vorübergehend weg – aber meistens durch die Narkose, da sich die Spannungen mindern. Auf lange Sicht ist eine Operation keine dauerhafte Lösung des Problems. Betroffene müssen die Spannungen los werden, damit verabschiedet sich auch der Schmerz.

Inwiefern spielt denn die Ernährung bei Rückenschmerzen eine Rolle?

Die Ernährung bezeichnen wir als indirekten Faktor – wie etwa das Umfeld oder die Psyche. Gute Ernährung entspannt den Körper, die Grundspannungen nehmen ab – so auch die Schmerzen.

Sie sind ein großer Fan vom Intervallfasten. Bewährt sich die Methode?

In meinen Augen definitiv - ich mache das bereits seit 30 Jahren. Es ist unglaublich wichtig, dass der menschliche Körper Essenspausen einlegt. Das braucht er, um sich für Neues bereit zu machen. Viele Gesundheitsmechanismen wie etwa die Zellreparatur arbeiten nämlich erst, wenn der Magen völlig leer ist.

Sie bieten viele Inhalte (Online-Schmerzlexikon, Videos, Vorträge, usw.) kostenfrei an – wie verdient man dabei Geld?

Es leiden so viele Menschen umsonst, die Nachricht muss verbreitet werden. Am besten funktioniert das über kostenlose Inhalte. Wir bieten daneben auch Ausbildungen und Fortbildungen an, entwickeln selbst Hilfsmittel für unsere Therapien – das ist unser Ertrag. Sonst könnte man das natürlich nicht machen.

Von Annafried Schmidt

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