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Lokales Der VW Passat GTE im DNN-Autotest – Das Urteil ist gemischt
Dresden Lokales Der VW Passat GTE im DNN-Autotest – Das Urteil ist gemischt
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11:14 06.12.2018
Christian Seltmann hat seit 30. November einen VW Passat GTE für die DNN getestet. Die neue Familienkutsche für ihn und seine vier Kinder hat er dabei nicht gefunden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Einzig Josephine hat Trennungsschmerz. Ein letztes Foto vom VW Passat GTE müsse noch gemacht werden, beharrt die 13-Jährige. Kaum hat sie den Plug-in-Hybrid per Handykamera festgehalten, rollt er auch schon davon. So sieht das Ende des DNN-Autotests für Familie Seltmann aus.

Der verlief, anders als es das leise Surren des Elektroantriebs vermuten lässt, etwas holprig. Konnte Familienvater Christian Seltmann am ersten Wochenende noch alle Wege mit den modernen Auto bewältigen, das im Vergleich zum Familienbus „sehr angenehm ruhig und leise fährt, auch wenn der Benziner den Antrieb leistet“, ging es am Montag keinen Weg vor und zurück. „Stattdessen leuchtete eine kleine Kontrolllampe“, sagt der 45-Jährige. Stillstand.

Zwischen Robert und Josephine, die auf ihren Kindersitzen Platz genommen haben, wird es für Anne etwas eng auf der Rückbank des VW Passat GTE. Quelle: Luise Seltmann

Ärgerlich das erste Telefonat mit der VW-Werkstatt: „Keine Zeit, keine Kapazitäten“, hieß es einfach nur. Nach dem Verweis auf den laufenden DNN-Autotest erklärte man sich dann doch bereit, das Auto abzuholen und zu überprüfen. Als es am Dienstag aus der Werkstatt zurückkam, trat der gleiche Fehler jedoch erneut auf. „Die Werkstatt hat sich alle Mühe gegeben und sicher mehr gemacht, als üblich ist. Aber den Fehler behoben haben sie nicht“, sagt Seltmann. Nach einigem Herumprobieren fand er dennoch einen Weg, den Hybrid-Passat zu starten. „Mit einem Trick, der so nicht im Handbuch steht.“ Der Autotest fand nun, wegen der Ausfallzeit um einige Tage verlängert, seine Fortsetzung.

Und wie lautet das Fazit? „Es ist eigentlich ein schönes Auto, wie jeder Passat, aber der technologische Aufwand, der mit den zwei Antrieben für den geringen ökologischen Nutzen getrieben wird, ist leider zu groß.“ Enttäuscht zeigt sich der Statiker von der geringen Reichweite der Batterie. Reichlich 20 Kilometer habe er im Stadtverkehr rein elektrisch zurücklegen können, bis zu 50 Kilometer verspricht der Hersteller. „Das ist mir zu wenig, ein Hybrid macht für mich erst Sinn, wenn ich auch wirklich 50 Kilometer mit dem elektrischen Antrieb fahren und damit alle Wege in der Stadt erledigen kann.“ Geladen hat der 45-Jährige die Batterie immer über nachts zu Hause. An eine Ladesäule ist er nicht gegangen. „Das hätte dort 2,5 Stunden gedauert – viel zu lange für mich“, begründet Seltmann. Mit dem normalen Haushaltsstecker sind es 4,5 Stunden.

Josephines Rollstuhl passt auch trotz Batterie in den Kofferraum des Plug-in-Hybriden. Viel Platz bleibt dann dort aber nicht mehr. Quelle: Luise Seltmann

Pluspunkte sammelt der Passat GTE bei Josephine, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Anders als beim Familienbus muss sie nicht ins Auto gehoben werden, sondern kann sich mittels Rutschbrett selbst behelfen. Der Rollstuhl lässt sich im Kofferraum verstauen, füllt diesen dann aber zu drei Vierteln aus. „Für Urlaubsreisen ist das nichts“, sagt Seltmann. Dann müsste fürs Gepäck noch eine Dachbox angeschafft werden. Hinzu kommt, dass der eigentlich geräumige Passat GTE für Seltmanns auch sonst etwas zu eng bemessen ist. Während die älteste Tochter Luise auf dem Beifahrersitz bequemen Platz findet, wird es für die 15-jährige Anne auf der Rückbank zwischen dem sechsjährigen Robert und Josephine, die beide auf einen Kindersitz angewiesen sind, doch etwas eng. Trotzdem sei es ein schöner Familienausflug zum Weihnachtsmarkt in Altkötzschenbroda geworden, betont Familie Seltmann.

Gemischt fällt das Urteil über die Ausstattung des Passats aus. Es sei zwar angenehm, die unterschiedlichen Fahrassistenten und -modi zu nutzen. Aber generell ist Christian Seltmann zuviel Schnickschnack im Passat verbaut, wie er meint. Ihm wäre es lieber gewesen, das Auto würde leichter sein und weniger als die etwa sieben Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen, auf die der Statiker bei seinen 120 Kilometer langen Fahrten zu seiner Arbeitsstätte im Hybridmodus gekommen ist. Weniger wäre da mehr gewesen, findet er. Die Kinder sehen das anders. So fanden Robert und Josephine besonders die kleinen Jalousien an den hinteren Autofenstern ziemlich toll – zum Spielen. Und die älteren? „Ich fahre auch weiter lieber Fahrrad“, sagt die 17-jährige Luise. Familie Seltmann hat der Passat GTE bei allem Trennungsschmerz nicht überzeugt.

Auch in anderen Regionen waren Autotester unterwegs. Ihr Fazit lesen Sie in am 15. Dezember im Magazin „sonntag“, das den DNN beiliegt.

Von Uwe Hofmann

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