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Lokales Der Plattenbau der 49. Grundschule soll Schultradition in Dresden verkörpern
Dresden Lokales Der Plattenbau der 49. Grundschule soll Schultradition in Dresden verkörpern
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06:00 01.12.2017
Anstrich getreu dem Original von 1968: das Hellblau der 49. Grundschule in Dresden Plauen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Gerüste sind gefallen: der mit den Jahrzehnten ausgeblichene und bröcklige Plattenbau der 49. Grundschule in Plauen erstrahlt in neuem Glanz. Seit dem vergangenen Sommer saniert die Stadt aufwändig das 1968 errichtete Gebäude der GrundschuleBernhard August von Lindenau“. Das besondere: Der Bau steht seit 2013 unter Denkmalschutz, da er das einzig im Originalzustand verbliebene Exemplar der Plattenbauschulen des Typs „Dresden-Atrium“ ist.

Die 49. Grundschule in Dresden erstrahlt bald wieder in vollem Glanze – wie einst 1968.

Das macht die Sanierung natürlich aufwändiger, die Gesamtkosten betragen rund 11,2 Millionen Euro. Doch stemmen muss die Stadt das nicht alleine, am Donnerstagmorgen übergab Staatssekretär Frank Pfeil vom sächsischen Kultusministerium stellvertretend für den Freistaat einen Förderbescheid in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem Programm „Brücken für die Zukunft, das von Bund und Freistaat getragen wird. Dresdens Erster Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) nahm den Förderbescheid für die Landeshauptstadt entgegen. „Unser Investitionsvolumen für Schulsanierungen und Neubauten ist in den nächsten Jahren so hoch, dass eine Unterstützung durch den Freistaat weiter zwingend notwendig ist“, so der Beigeordnete für Ordnung und Sicherheit.

Derzeit sind die rund 420 Schüler und ihre 25 Lehrer noch an den Standort Höckendorfer Weg auf der Südhöhe ausgelagert, können sich aber Hoffnung auf eine baldige Rückkehr im zweiten Schulhalbjahr machen. Denn im Februar des kommenden Jahres soll die Modernisierung des denkmalgeschützten Plattenbaus auf der Bernhardstraße abgeschlossen sein, den Abschluss der Gesamtsanierung inklusive aller Außenflächen soll im Sommer 2018 folgen.

Da der Schulbau unter Denkmalschutz steht, werden Fassade, Klassenzimmer und Gänge nicht nur modernisiert, sondern behalten ihre originalen Elemente oder bekommen entsprechende Rekonstruktionen. So werden beispielsweise die originalen Fenster oder Geländer aufgearbeitet und wieder eingesetzt. Und an den Treppengelädern innerhalb des Gebäudes setzt sich ein altbekanntes Dresdner Problem fort: der Trend zum Zweitgeländer. Weil die originalen Exemplare nicht hoch genug sind, wird dahinter noch eine durchsichtige Kunststoffwand aufgebaut, so dass die Kinder sicher zwischen den Etagen verkehren können.

„Tradition und Moderne“ verbinden, nennt Detlef Sittel die Sanierung und sieht darin gleichzeitig eine Stärkung des Stadtteil Plauens. Laut Schulleiter Uwe Schmidt sei die Elternschaft vor allem durch junge Akademikerfamilien und Universitätsmitarbeiter geprägt, entsprechend hoch seien die Anforderung an seine Schule. Die längst überfällige Sanierung sei ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung, so Schmidt.

Dass der Plattenbau überhaupt unter Denkmalschutz steht, ist Hobbyhistoriker Daniel Fischer zu verdanken. Er fand heraus, dass im Großraum Dresden nur sieben Schulen des Typs „Dresden-Atrium“ nach den originalen Plänen der Architekten der TU Dresden erbaut wurden. „Bei allen anderen wurde damals schon der Rotstift angesetzt oder bautechnisch einiges verändert“, erklärt Fischer. Aufgrund seiner Recherche setzte das Denkmalamt die 49. Grundschule schließlich 2013 unter Denkmalschutz. Das Exemplar auf der Bernhardstraße ist das einzig verbliebene, in der noch ein Großteil der Bausubstanz original erhalten blieb und nun auch bleiben wird.

An die Historie der zwischen 1966 und 1968 erbauten und ursprünglich unter dem Namen „Juri Gagarin“ gegründeten 49.Oberschule erinnert unter anderem eine bunte Raketenkonstruktion im Innenhof, die im Zuge der denkmalgeschützten Sanierung ebenfalls erneuert wurde. „Wir haben den damaligen Erbauer und Künstler ausfindig machen können. Er hat sich mit seinen über 75 Jahren noch einmal an der Erneuerung seines Kunstwerkes beteiligt“, erklärt Schulleiter Uwe Schmidt.

Von Sebastian Burkhardt

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