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Lokales Der Hotelmarkt in Dresden ist strapaziert
Dresden Lokales Der Hotelmarkt in Dresden ist strapaziert
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09:22 31.03.2017
Das Hotel Lilienstein auf der Prager Straße ist schon seit Beginn des Jahres geschlossen und wird auch nicht mehr öffnen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Bereits seit Neujahr ist das ibis-Hotel „Lilienstein“ auf der Prager Straße geschlossen. Öffnen wird es nicht mehr. Ab sofort firmieren die anderen beiden Häuser des Hotelkomplexes unter dem Namen „ibis Hotel Dresden Zentrum“.

„Aufgrund der Marktveränderungen in den letzten Jahren durch neue Mitbewerber und der Wiedereinführung der Bettensteuer steht nun ein neues Nutzungskonzept im Fokus, welches an die Marktgegebenheiten angepasst wurde“, so Marketing Managerin Antje Reichstein. Priorität habe die Gästezufriedenheit und die Sicherung der Arbeitsplätze. General Manager Antoni Knobloch bezeichnete den Schritt als „tolle Herausforderung“ und die „Chance, die Marktposition weiter auszubauen“. Was mit dem nun ungenutzten Gebäude passiert, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Die französische Hotelbetreibergesellschaft FDM, der die Immobilie seit einigen Monaten gehört, sei allerdings bestrebt, möglichst schnell eine Lösung zu finden, so Knobloch. „Schließlich ist es umso schwerer, eine Verwendung für ein derartiges Gebäude zu finden, je länger es leer steht.“ Sobald es jedoch konkrete Pläne gibt, werde man sie präsentieren.

Dass das „Lilienstein“ im hart umkämpfen Hotellerie-Markt in der Stadt die Segel streichen musste, ist mit Hinsicht auf das Angebot und die Qualität in dieser Branche nicht völlig überraschend. „Eigentlich ist der Markt in Dresden für Hotels nicht rentabel“, weiß Johannes Lohmeyer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden (TVD). Die Zimmerpreise würden auf dem Niveau von Städten wie Darmstadt oder Mannheim liegen, das könne nicht der Anspruch der sächsischen Landeshauptstadt sein. „Es müssen mehr attraktive Reiseanlässe geschaffen werden, beispielsweise im sportlichen oder kulturellen Bereich“, so Lohmeyer. „Und wir sollten das Reiseziel Dresden als tolles Produkt, das wir den Touristen anbieten, nicht unter Wert verkaufen.“ Aufgrund des massiven Überangebots würden im Zentrum selbst Vier-Sterne-Hotels ihre Zimmer zu Dumpingpreisen anbieten, für die man „in manchen Regionen im Westen gerade mal ein Zimmer im Motel“ bekomme.

Das dürfte auch dem „Lilienstein“ das Genick gebrochen haben. Von den über 900 Zimmern in dem ibis-Komplex fällt jetzt ein gutes Drittel weg. Im „ibis Hotel Dresden Zentrum“ stehen nunmehr 612 Zimmer zur Verfügung.

Die Bettenanzahl für Touristen beträgt in Dresden laut Lohmeyer zurzeit rund 23 000. Tendenz steigend, denn: Für die nahe Zukunft sind sogar noch weitere Eröffnungen geplant, „fast alle in zentraler Lage und mit guter Qualität zu Budgetpreisen“, verrät der TVD-Vorsitzende. „Das wird den Markt noch weiter strapazieren.“

Die leicht sinkenden Tourismuszahlen betrachtet der Verband hingegen eher gelassen. „Hierbei handelt es sich in den vergangenen zwei Jahren lediglich um wenige Prozentpunkte. Das ist in fast allen deutschen Großstädten zu beobachten. In 2017 verzeichnen wir bisher sogar wieder einen leichten Anstieg.“

Von Gerrit Menk

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