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Lokales Der Handwerker 4.0 hat Superkräfte dank Exoskelett
Dresden Lokales Der Handwerker 4.0 hat Superkräfte dank Exoskelett
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18:14 25.08.2018
Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski und Bildungszentrums-Leiterin Karina Görner inspizieren die Baustelle in der Alberstadt. Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden

Digitalisierung und Automatisierung verändern mehr und mehr das traditionelle Handwerk: Die Drohne ersetzt beim Dachdecker die Leiter, die autonom navigierende Karre transportiert für den Maurer die Steine, die ein Roboter-Kollege dann herüberreicht, der Metall-3D-Drucker erzeugt auf der Baustelle vergriffene Ersatzteile und das Kücheninterieur planen Tischler und Kunde zusammen mit der VR-Brille in virtuellen Welten. „Als nächstes kommen die Exoskelette, die dem Handwerker helfen, extrem schwere Lasten zu tragen“, meint Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski von der Handwerkskammer (HWK) Dresden. Die Kammer experimentiere bereits mit solchen mechanisch-elektronischen Muskelverstärkern, die wie ein zusätzliches äußeres Skelett die menschliche Kräfte vervielfachen können – ähnlich wie beim „6-Millionen-Dollar-Mann“ aus der 1990er Fernsehserie.

Damit die Meister von morgen diese und weitere moderne handwerkliche Raffinessen von der Pike auf lernen können, baut die Kammer derzeit ein 40 Millionen Euro teures Bildungszentrum in der Dresdner Albertstadt. Der Rohbau ist gerade fertig geworden, ab Sommer 2019 könnte der Komplex bezugsbereit sein. Auf 7320 Quadratmetern soll er dann ein Tagungszentrum für bis zu 289 Bildungshungrige sowie Lehrwerkstätten, Seminarräume und Prüflabore auf dem neuesten Stand der Technik beherbergen. Etwa 50 Mitarbeiter wird das Zentrum haben. Ein Großteil davon wechselt vom alten HWK-Bildungszentrum Großenhain, das die Kammer wegen Perspektivlosigkeit aufgeben will, nach Dresden. Auch Platz für einen weiteren Anbau, der das HWK-Zentrum Pirna ersetzen könnte, ist bereits reserviert.

Zur Ausstattung des neuen Zentrums in Dresden gehören unter anderem Schweißroboter, ein Energieeffizienz-Kompetenzzentrum, Experimentier-Gerätschaften für das vernetzte Heim („Smart Home“), neue Elektrotechnik-Ausrüstungen, CNC-Maschinen, ein Metall-3D-Drucker, Inspektions-Drohnen und dergleichen mehr, berichtete HWK- Hauptgeschäftsführer Brzezinski.

Die Organisatoren karren für das neue Bildungszentrum Am Lagerplatz mit Bedacht soviel Hightech zusammen, wollen sie doch angesichts des grassierenden Fachkräftemangels wieder mehr Jugendliche fürs Handwerk begeistern. Und diese Lehrlinge von heute gehören nach aktueller Mode-Kategorisierung zur „Generation Z“, die „multi-optional veranlagt“ ist (alias „unentschlossen“). Sprich: Die Betriebe müssen den jungen Aspiranten allerlei haptische, technologische und sensorische Auswahl bieten, um sie zu ködern.

Außerdem haben sich die Maurer, Dachdecker, Tischler, Sanitärklempner und anderen Handwerker gemeinsam mit einer Werbeagentur für das neue Aus- und Fortbildungszentrum einen hippigen Namen ausgedacht, um die Jugend zu elektrisieren: „njumii“ ist ein lautmalerisches Wortspiel mit den englischen Wörtern „new“ (neu) und „me“ (mich). Frei übersetzt bietet das Zentrum also der Generation Z also einen wichtigen Service an: „erneuere mich“ oder „erfinde mich neu“.

hwk-dresden.de

Von Heiko Weckbrodt

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