Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Der „Gegenentwurf“ am Ferdinandplatz
Dresden Lokales Der „Gegenentwurf“ am Ferdinandplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 02.08.2017
So stellt sich der Verein den Ferdinandplatz vor.  Quelle: StadtbilDDresden
Dresden

Der Verein StadtbilDDresden hat die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs zum Ferdinandplatz kritisiert und einen eigenen Entwurf für das neue Technische Rathaus vorgelegt. Das Wettbewerbsverfahren sei trotz eines Bauvorhabens aus öffentlicher Hand und des öffentlichen Interesses intransparent abgelaufen, die Jury habe „wie zu erwarten“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt.

Der ausgewählte Entwurf des holländischen Büros „Barcode Achitects“ gehe zwar unter städtebaulichen Aspekten in die richtige Richtung, so der Verein, der sich als Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur bezeichnet. Hauptkritikpunkt sei aber der überbordende Einsatz von Glas als Fassadenmaterial. Das schließe eine Fassadengestaltung aus und erzeuge kein Umfeld mit Verweilqualität. Kritisch sei auch das Fehlen jeglichen Bezuges zum historischen Neuen Rathaus mit seiner klassisch gehaltenen Sandsteinfassade. Der Entwurf der Holländer lasse jede Eleganz und Liebe zum Detail vermissen und verhindere die dringend notwendige Ensemble-Wirkung „Neues Rathaus / Georgplatz / Dr.-Külz-Ring / Promenadenring.

Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten.

StadtbilDDresden beansprucht für sich, im Alternativentwurf die Wünsche vieler Dresdner aufzugreifen und konsequent einzuarbeiten. Es gehe um Hinwendung zu einer regionaltypischen, kleinteiligen Architektur, die durch Formenvielfalt ein lebendiges und abwechslungsreiches Umfeld schaffe. Der Vorkriegszustand mit seinen weltweit berühmten und hohen Qualitätsmaßstäben bilde dafür die Grundlage, so der Verein, der über die Entwürfe der sieben am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros urteilt: „Keines der Büros vermag den hohen gestalterischen Ansprüchen Rechnung zu tragen.“

Der Verein habe sich mit seinem „Gegenentwurf“ für eine Formensprache entschieden, die eine Dresden-typische, zeitlos-klassische Architektur als stadtbildprägendes Gestaltungsmittel bevorzuge. Es handle sich um eine konsequente Abkehr von jeglichem Funktionalismus, ein öffentliches Gebäude dürfe als Symbol einer selbstbewussten Kulturmetropole durchaus gefallen. Auch wenn das Technische Rathaus als Großkomplex gestaltet werde, sollten diesem nach den Vorstellungen des Vereins kleinteiligere Fassaden und Gebäudeentwürfe zugeordnet werden. Die konsequente Umsetzung dieses Gedankens bedürfe Mut, postuliert StadtbilDDresden.

Der Verein verfolge mit seinen Vorschlägen weniger die Absicht der Plan-Umsetzung. Es handele sich vielmehr um den Versuch, andere Wege aufzuzeigen. Bei der Hinwendung zu einer bürgerfreundlichen, zeitgemäßen Form des Städtebaus dürfe es keine Verbote, sondern nur Gebote geben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Bekommt der Rathausturm einen Doppelgänger? Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten.

01.08.2017
Lokales Filetstück in Dresden soll gestaltet werden - Kühne Visionen für den Ferdinandplatz

Der Ferdinandplatz ist eine der letzten großen Brachen in der Innenstadt. Seit März hat die Stadt mit sieben Planungsbüros Ideen für das Grundstück gesucht. Jetzt wurde der Entwurf eines holländischen Büros als am geeignetsten ausgesucht. Die Visionen sind kühn.

26.07.2017

Die Dresdner Stadtverwaltung will am Ferdinandplatz ein neues Rathaus errichten. Vis a vis zum Neuen Rathaus am Dr.-Külz-Ring soll bis 2030 ein zusätzliches Verwaltungszentrum entstehen. Doch schon vorher fehlen Büros für bis zu 1300 Mitarbeiter.

14.07.2017

Wie gesund und fit fühlen sich die Dresdner? Bei der Frage nach der körperlichen Fitness zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen. An der Spitze in Sachen physischer Gesundheit stehen die Bezirke Innere und Äußere Neustadt.

02.08.2017
Lokales Nach Tod des Schneeleopardennachwuchses - Tierrechtler erstatten Anzeige gegen den Dresdner Zoo

Nach dem Tod des Schneeleopardennachwuchses gibt es für den Dresdner Zoo weiter Gegenwind. Wie die Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V. mitteilt, hat sie in Person ihres 1. Vorsitzenden Frank Albrecht Anzeige beim Veterinäramt Dresden erstattet.

02.08.2017
Lokales Am Elberadweg unterhalb des Blauen Wunders - Schild für Elbeschwimmen gestohlen

Ein Schild hat am Elberadweg unterhalb des Blauen Wunders auf das 20. Elbeschwimmen am Sonntag hingewiesen. Hat: Über Nacht wurde es gestohlen. Das ärgert Veranstalter Dietrich Ewers mächtig.

02.08.2017