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Lokales "Der Essensplan braucht mehr Kreativität"
Dresden Lokales "Der Essensplan braucht mehr Kreativität"
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20:29 09.09.2015
Staatsministerin Christine Clauß kochte mit Pascal Hassaine (l.) und Tim Volkmann im Vitzthum-Gymnasium. Dabei verwendeten sie ausschließlich frische Zutaten. Quelle: Martin Förster
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Von nadine Steinmann

Auch in Sachsen fand gestern in 30 Schulen der zweite "Sächsischen Tag der Schulverpflegung" unter der Schirmherrschaft von Sozial- und Verbraucherministerin Christine Clauß (CDU) statt. Überschattet wurde der Tag allerdings von den Ereignissen der letzten Wochen: das Robert-Koch-Institut registrierte in den vergangenen Wochen 11 202 Fälle von Magen-Darmerkrankungen in ganz Ostdeutschland - in Sachsen immerhin 3614 - die im Zusammenhang mit Tiefkühlerdbeeren beim Schulessen von Sodexo stehen.

"Es ist schlimm, dass Schulverpflegung nur mit negativen Schlagzeilen Beachtung bei den Menschen findet. Eine gesunde Ernährung an den Schulen sollte jeden Tag thematisiert werden", forderte Joachim Betz, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen. Dabei betonte er, Hygiene sei gar nicht das eigentliche Problem bei der Schulspeisung. Größere Schwierigkeiten sieht er bei den Rahmenbedingungen an den Schulen: die Mittagspausen seien zu kurz, die Mensen zu klein und richtige Schulküchen wie zu DDR-Zeiten gebe es auch nicht mehr. Weiterhin kritisiert Betz aber auch die Kreativität der Caterer: "Es ist zu einfallslos. Es gibt viel zu häufig Fleisch und dafür zu wenig Fisch. Auch Rohkost könnte auf dem Speisenplan mehr vertreten sein".

Mit gutem Beispiel voran gehen wollten deswegen gestern die Schüler des Vitzthum-Gymnasiums, denn dort fand die Auftaktveranstaltung zum "Sächsischen Tag der Schulverpflegung" statt. Zusammen mit Gourmetta-Mitarbeiter Gerd Ostermeyer und Staatsministerin Christine Clauß veranstalteten sie ein Schaukochen. Am Wok verarbeiteten sie frische Zutaten - Paprika, Pilze, Zucchini, Rosmarien und Schweinefleisch - zu einem mediterranen Gericht. Die Kostproben wurden an alle Schüler verteilt. Das Resümee der Achtklässler Lea, Marie, Emma und Laura: "Sehr lecker. So was könnte es öfters geben." Denn auch die vier Schülerinnen bestätigten: "Es gibt viel zu oft Nudeln mit Tomatensoße und nur selten schmeckt das Essen frisch." Außerdem sei es lasch und zerkocht. "Das hängt mit einem weiteren Problem - der Auslieferung - zusammen. Die Speisen treffen teilweise schon Stunden vor der Mittagspause ein. Dann müssen sie noch mal erwärmt werden, so dass viel zerkocht wird", erklärte Verbraucherschützer Joachim Betz.

Künftig will der Geschäftsführer gemeinsam mit der "Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung" sowie mit Schulträgern, Lehrern, Caterern, Eltern und den Schülern an einer verbesserten Schulspeisung arbeiten - Schritt für Schritt, denn dieses Thema ist "ein ganz dickes Brett".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.10.2012

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