Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Der Dresdner Schauspieler Rudolf Donath wird 80
Dresden Lokales Der Dresdner Schauspieler Rudolf Donath wird 80
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 09.09.2015
Rudolf Donath als König Lear am Staatsschauspiel Dresden. Quelle: HL Böhme

Vor allem aber von dem verschlungenen Weg über den Porzellanmaler, Pressezeichner, den Rundfunksprecher, der Dich letztlich doch auf die Bühne führte und dann auf jene, von der du sagst, dass sie für dich Heimstatt war, das Staatsschauspiel Dresden. Seit 1960 hast du hier 100 Premieren gespielt, hast dich durch schwierige Zeiten gekämpft und glückliche, erfolgreiche Jahre verbracht.

Am 27. Oktober jährt sich dein Geburtstag zum 80. Mal. 36 Jahre davon warst du festes Ensemblemitglied, deine letzte Premiere im Schauspielhaus aber war der wunderbare alte, weise Firs in Tschechows "Kirschgarten" in der Regie von Klaus Dieter Kirst. Voller Wärme und Poesie hast du ihn gezeichnet. Das war 2001. Und das sind über 40 Jahre am Staatsschauspiel, in denen du zum prägenden Protagonisten des Hauses wurdest.

Begonnen hat alles mit Georg Kaisers "Nebeneinander". Verblüffend sind die alten Inszenierungsfotos, die dich blond, jung und strahlend in blau-weiß gestreiftem T-Shirt neben Katja Kuhl zeigen. Vertrauter sind Rollenfotos aus späterer Zeit. Der proletarische Typ des Ensembles in einer Zeit, die genau danach suchte. Bald aber wurden deine Figuren differenzierter, realistischer, sensibler und waren von gedanklicher Schärfe geprägt wie später dein Balke in Wolfgang Engels Inszenierung von Heiner Müllers "Der Lohndrücker". Deine Figuren kletterten die soziale Karriereleiter hinauf. Vom Proletarier bis zur Königsebene. Über den Melchior in "Jutta oder Die Kinder von Damutz" mit Dagmar Manzel, deinen Hagen in Engels "Nibelungen"-Inszenierung, den lebenshungrigen Machtmenschen Adam in Kleists "Zerbrochenem Krug" zum "König Lear" in Horst Schönemanns Inszenierung oder Artus, den König aus Christoph Heins "Tafelrunde" in der Regie von Klaus Dieter Kirst. Mit vielen deiner Rollen hast du Menschen begleitet, viele sind mit ihnen erwachsen geworden, dein Name ist fest mit unserem Theater verbunden.

100 mal hast du Artus gespielt, 100 Premieren hast du an unserem Haus gefeiert, vorerst aber lasse dich zum 80. umarmen, lieber, verehrter Rudolf Donath.

Die Autorin ist Dramaturgin am Staatsschauspiel Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.10.2012

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die 25-jährige Dresdnerin Luise Börner - seit ihrem 6. Lebensjahr erhielt sie Geigenunterricht am Heinrich-Schütz-Konservatorium und gehörte von 2004 bis 2007 zum LJO Sachsen - studiert seit 2007 Musikpädagogik Violine an der Dresdner Musikhochschule.

09.09.2015

Riesentumor statt Fettleibigkeit: Einen 28 Kilogramm schweren Tumor hat ein Dresdner Ärzteteam Anfang Oktober aus dem Bauch einer Rentnerin entfernt. Das ungewöhnlich große Krebsgeschwür war wegen des Übergewichts der Diabetikerin erst nach Monaten entdeckt worden.

09.09.2015

Auf Dresdens Straßen werden am Freitag 13 weitere Stolpersteine verlegt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen. Als kleine Gedenktafeln aus Messing werden sie vor ihrem letzten Wohnsitz in den Gehweg eingelassen.

09.09.2015