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Lokales Der Dresdner Daniel Gultsch hat eine WhatsApp-Alternative entwickelt
Dresden Lokales Der Dresdner Daniel Gultsch hat eine WhatsApp-Alternative entwickelt
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11:22 22.02.2018
Der Dresdner Daniel Gultsch hat einen Messengerdienst entwickelt, der Privatpersonen eine geschützte Kommunikation verspricht.  Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Nach dem Zusammenschluss von Facebook und WhatsApp im Jahr 2014 war der Aufschrei der Nutzer groß. Viele befürchteten, dass sich ein Datenmonopol bilden könnte. Zeitgleich begann die Suche nach alternativen Messengerdiensten, die bis heute anhält. Mit der App Conversations bietet auch ein Dresdner einen Gegenvorschlag zur Kommunikation zwischen privaten Nutzern.

 „Das war anfangs nur ein Hobbyprojekt“, erzählt Daniel Gultsch über die Entstehung seines Dienstes zum Nachrichtenaustausch. Im Januar 2014 hat der studierte Informatiker angefangen, den Messengerdienst Conversations zu programmieren. „Die Entwicklung hat drei Monate gedauert. Dann kamen erste Anfragen und das Programm bekam positives Feedback.“

Die Messaging-App ist Open Source, ihr Programmcode ist also im Internet öffentlich zugängig und daher transparent. Zudem können die Nutzer von Conversations mithilfe der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher kommunizieren. „Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird eine Nachricht an einen Server geschickt. Dieser schickt die Nachricht dann an die Zielperson weiter. Der Inhalt der Nachricht bleibt allerdings unverschlüsselt“, erklärt Daniel Gultsch das Prinzip der Nachrichtencodierung.

Seit Ende März 2014 ist Conversations auf der Google-Plattform Play Store erhältlich. Die App kostet 2,39 Euro und läuft auf Geräten mit dem Betriebssystem Android. „Die Anwendung kann auch mit Desktopprogrammen kombiniert und somit auf dem Laptop oder Computer genutzt werden“, erklärt der 28-Jährige. Gultsch schätzt, dass die Anzahl der Coversations-Nutzer im sechsstelligen Bereich liegt. „Die Anzahl der Downloads ist schwer einsehbar, weil die App auf verschiedenen Plattformen hochgeladen wurde“, so der Programmierer.

Ursprünglich kommt der Computer-Experte aus der Hackerszene. Regelmäßig besucht er den Kongress des Chaos Computer Clubs, der größten europäischen Hackervereinigung. „Wie die meisten meiner ’Hackerkollegen’ nutze ich schon lange das sogenannte Jabber-Netzwerk für die Kommunikation am PC“, erzählt der IT-Spezialist. „Das Netzwerk ermöglicht den sicheren Austausch von Daten. Bislang wird Jabber aber größtenteils von Computerspezis genutzt. Conversations ist im Grunde genommen eine massentaugliche Version von Jabber fürs Handy. Sogar meine Eltern schreiben mittlerweile über Conversations.“

Das Problem bei WhatsApp sieht Daniel Gultsch darin, dass vielen Nutzern die Gefahren nicht klar sind: „Es mag zwar hilfreich und praktisch erscheinen, dass WhatsApp automatisch mein Telefonbuch übernimmt, um die Kontaktliste in der App zu erstellen. Doch das bedeutet automatisch, dass WhatsApp Zugriff auf alle Telefonnummern hat, die ich als Nutzer auf dem Handy eingespeichert habe.“

Dieses Umdenken und das Erkennen der Nachteile von dominanten Anbietern wie WhatsApp sei ein längerer Denkprozess, erklärt Gultsch: „Die Menschen müssen bereit sein, die Kehrseiten zu erkennen. Als Teil meiner Arbeit versuche ich den Menschen die dezentralen Netzwerke zu erklären.“ Daher betreibt der Softwareentwickler Aufklärung auf diesem Gebiet, referiert auf Konferenzen und Kongressen über das Thema Datensicherheit und bewirbt nebenbei sein Produkt Conversations.

Natürlich hat die verschlüsselte Nachrichtenübertragung auch seine Schattenseiten – das ist Daniel Gultsch bewusst: „Vor allem in Russland ist das Jabber-Netzwerk sehr populär und wird aufgrund der hohen Sicherheit mitunter von Drogendealern und anderen Kriminellen genutzt.“ Doch für den Programmierer überwiegen die Vorteile, wie er erklärt: „Das ist nun mal das Konzept: Ich biete Privatpersonen die Möglichkeit, geschützt zu kommunizieren, ohne das die Nachrichten abgefangen werden oder Drittpersonen zugänglich sind.“

Seit Januar 2017 wohnt Daniel Gultsch in Dresden. Als IT-Sicherheitsberater betreut der 28-Jährige eine internationale Kundschaft, die er unter anderem über „Secure Messaging“, also sicheren Nachrichtenaustausch, informiert.

Von Junes Semmoudi

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