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Der 16-jährige Leonhard Arndt ist Sänger im Dresdner Kreuzchor

Kreuzchor Der 16-jährige Leonhard Arndt ist Sänger im Dresdner Kreuzchor

Der 16-jährige Leonhard Arndt ist Sänger im Dresdner Kreuzchor und besucht das Kreuzgymnasium. Seit der 5. Klasse besucht er die traditionsreiche Schule und erzählt aus seinem Alltag.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Ein kalter Novemberabend. Hektisch rase ich nach der Arbeit zum letzten Termin des Tages. Wind pustet mir um die Haare, als ich die Ermelstraße in Dresden-Striesen entlang hetze. Dann taucht es vor mir auf, das altehrwürdige Gebäude des Kreuzgymnasiums. Man merkt gleich: Hier liegt im wahrsten Sinne des Wortes Musik in der Luft. Das Gemäuer atmet Kunst mit jeder Faser. An der Pforte erwartet uns Leonhard Arndt. Der 16-Jährige ist Sänger im Dresdner Kreuzchor und besucht das Kreuzgymnasium. Seit der 5. Klasse besucht er die traditionsreiche Schule und erzählt mir aus seinem Alltag.

Er erinnert sich noch genau an seinen ersten Kontakt mit der Schule. "Als ich in der erstes Klasse war, bekamen wir Besuch von einer Mitarbeiterin des Kreuzchores", berichtet der Dresdner. "Alle Jungs mussten etwas vorsingen und die talentiertesten wurden dann noch einmal zu einer Probestunde eingeladen." Schon von klein auf spürte der Schüler seine Liebe zur Musik, nahm schon als Knirps Klavierunterricht. Und so war die Aufnahmeprüfung kein großes Problem für ihn. Auf dem Programm standen das Vorsingen eines Liedes und ein Instrumentenvorspiel. Leonhard, der bereits seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier spielt, entschied sich natürlich für das Tasteninstrument. "Mein Vater ist musikalisch sehr interessiert. Das hat er mir wohl mit auf den Weg gegeben", berichtet der 16-Jährige.

Der Tag des Kreuzschülers beginnt ähnlich früh wie der aller anderen Schüler auf der Welt. Punkt acht Uhr schlägt der Gong zur ersten Stunde. Täglich stehen acht oder neun Unterrichtsstunden auf dem Programm, die Schüler legen ein ganz "normales" Abitur ohne jegliche Sonderbehandlung ab. Doch wenn andere Teenager nach dem Mittagessen ihre Freizeit genießen können, startet für Leonhard und seine Mitschüler die zweite Etappe des Tages. Und die widmen sie ganz der Musik.

Von Montag bis Donnerstag stehen je eine, am Freitag sogar zwei Chorproben an. Einmal in der Woche besucht Leonhard den Instrumentalunterricht, ein weiteres Mal absolviert er eine Stunde Gesangsunterricht. Leonhard Arndt singt Tenor, die höchste der Männerstimmen. Ab und an kommt es vor, dass sich die Tonlage nach dem Stimmbruch noch einmal verschiebt. Das sei aber eher selten, erzählt er. Dass Jungs nach dem Stimmbruch die Gesangskarriere gänzlich an den Nagel hängen müssen, passiere so gut wie nie. Bis zum Stimmbruch, der hier Mutation heißt, singen die Jungs im Knabenchor, danach im Männerchor der Kruzianer.

Die meisten Schüler wohnen im Alumnat, also im Internat des Kreuzchores. "Es gibt nicht genügend Plätze für alle Schüler, deshalb wird nach Kriterien wie Wohnortnähe entschieden", berichtet Leonhard, der selbst im Internat wohnt. Und das Zusammenleben mit den anderen Chormitgliedern genießt er sehr. "Wir verstehen uns sehr gut, immer ist jemand zum Quatschen da. Wir kochen auch oft zusammen", schwärmt der junge Mann.

Die Jungs leben zusammen in Zwei- oder Dreibett-Zimmern. Alle Mahlzeiten nehmen sie gemeinsam in ihrem eigenen Speisesaal ein. Um 22 Uhr müssen die Schüler abends wieder im Gebäude sein, ab 22.30 Uhr sollte geschlafen werden. "Wir hören auch viel Musik zusammen, nicht nur Klassik, sondern viele verschiedene Musikrichtungen." Aber natürlich steht auch klassische Musik bei Leonhard hoch im Kurs: Mozart und Chopin mag er am liebsten.

Gerade befindet sich der Kreuzchor mit Leonhard auf großer Japan-Tournee, bevor mit der Weihnachtszeit die wichtigste Zeit des Jahres beginnt. Viele Dresdner freuen sich auf die Adventskonzerte, besonders auf das Highlight im Stadion Dresden am 21. Dezember. Im kommenden Jahr feiert der traditionsreiche Kreuzchor ein beeindruckendes Jubiläum - er kann auf 800 Jahre Geschichte zurückblicken. Am 6. April 1300 wurde die Dresdner Kreuzschule erstmals urkundlich erwähnt. Knapp 130 Kruzianer im Alter von 9 bis 19 Jahren gehören dem Chor an.

Julia Vollmer

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