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Denkmalschutz bremst Stadtentwicklung

Hohe Hürden für „Dresdens neue grüne Mitte“ Denkmalschutz bremst Stadtentwicklung

Der Sternplatz soll sich zur neuen grünen Mitte von Dresden entwickeln. Doch die Hürden sind hoch. Der Platz ist eine denkmalpflegerische Sacheinheit, und die Denkmalschützer wollen den Plänen der Stadtentwickler nicht folgen, sondern lieber alles beim Alten belassen.

So stellen sich die Stadtplaner Dresdens neue grüne Mitte am Sternplatz vor.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

Dresden. Das Amt für Stadtentwicklung hat große Pläne: Es will den Sternplatz zur „Neuen grünen Mitte“ von Dresden profilieren. „Wir wollen einen zentralen Quartiersplatz schaffen, das Wohnumfeld aufwerten, öffentlichen Grünraum mit Aufenthaltsqualität entwickeln“, beschreibt Projektleiter Matthias Flörke-Kempe die Ziele.

Der gegenwärtige Zustand des Platzes mit dem AOK-Gebäude und den Bauten der Nachkriegsmoderne sei wenig einladend. Die große Grünfläche in der Mitte biete sich nicht als Liegefläche im Sommer für Sonnenhungrige oder andere Nutzer an, die Randbereiche mit Bäumen und Sträuchern würden die Räume nicht nach außen öffnen, sondern eher den Eindruck von „Pullerecken“ hinterlassen, so der Projektleiter.

Die Stadtentwickler haben einen frischen Entwurf mit neuen Sträuchern, einem umlaufenden Wegeband und einem Wasserbecken erarbeitet, der an die früheren Funktionen des Platzes am Rande des Dorfes Poppitz erinnern soll. Unter den Bäumen sollen Flächen für die Anwohner entstehen, Spielangebote sind ein den Plänen enthalten, ein Grillplatz wäre möglich. Auch ein Trinkbrunnen könnte installiert werden, dazu kämen schattenspendende Gewächse auf der großen Grünfläche, die so tatsächlich zum Verweilen einladen würde.

Der Sternplatz ist laut Flörke-Kempe als denkmalpflegerische Sacheinheit zu betrachten. Während die meisten Fachämter den Plänen zugestimmt hätten, seien die Denkmalschützer sehr skeptisch. „Die Umsetzung der denkmalpflegerischen Vorgaben würde dazu führen, dass der Platz nicht genutzt werden kann“, erklärte der Projektleiter, im Prinzip bleibe alles beim Alten. Deshalb sei eine nochmalige Abstimmung mit den Denkmalbehörden von Stadt und Land geplant.

Ziel sei es, so der Projektleiter, einen Kompromiss zu finden, der sowohl den Förderkriterien des Programms Stadtumbau Ost als auch den denkmalpflegerischen Anforderungen genüge. „Wir wollen den Platz öffnen und Angebote für die Bürgerschaft schaffen.“

„Wollen wir den Platz für eine Nutzung gestalten oder für die Ansicht?“, fasste André Barth, Leiter des Ortsamtes Altstadt, die Präsentation der Pläne im Ortsbeirat zusammen. Der nächste Schritt sei eine Diskussion der Pläne in der Bürgerschaft. Während der Sternplatz unter Denkmalschutz steht, soll das Gebäude der Herkuleskeule keinen Denkmalwert besitzen. Der Platz dürfte sich so oder so verändern, wenn die Verwaltung das Grundstück an einen Investor verkauft.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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