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Lokales Den Lösungen auf der Spur wie Sherlock Holmes - Preisträger Shouryya Ray liebt die Logik
Dresden Lokales Den Lösungen auf der Spur wie Sherlock Holmes - Preisträger Shouryya Ray liebt die Logik
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22:44 09.09.2015

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Von madeleine Arndt

Science Fiction sei nicht sein Fall, erklärt der 16-jährige Schüler, der gerade erst zwei fundamentale Probleme der Partikeldynamik gelöst hat und damit beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht" in der Kategorie Mathe und Informatik den ersten Preis abräumte. Er bevorzugt die klassischen Detektivfilme, wie die Abenteuer von Sherlock Holmes und alte Krimis, weil sich die Handlungen logisch nachvollziehen lassen. Und indische Detektivgeschichten, wie die des bengalischen Schriftstellers und Regisseurs Satyajit Ray. Nein, sie seien nicht miteinander verwandt, sagt Shouryya und schüttelt leicht den Kopf. Trotz desselben Nachnamens und derselben Heimatstadt Kalkutta.

Vor vier Jahren kamen die Rays aus dem indischen Westbengalen nach Dresden. Der Vater arbeitet an der Freiberger TU am Lehrstuhl für Gas- und Wärmetechnische Anlagen, die Mutter im Dresdner Uniklinikum, Shouryya und sein jüngerer Bruder Baibhab lernen am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium. Shouryya befindet sich im Endspurt, er hat zwei Klassen übersprungen und steht jetzt kurz vor den Abiturprüfungen. Deshalb habe er auch keine Zeit, nicht fürs Lesen, Emails schreiben, Musik hören und eigentlich auch nicht für Interviews. Alles dreht sich im Moment um die Schule. Die allerletzten Klausuren werden gerade geschrieben, eben war Informatik dran. Wie die Klausur gelaufen ist? "Es gibt Schlimmeres", sagt der junge Mann, "Kunst zum Beispiel".

Hier in Deutschland habe er wirklich kaum Zeit und komme eigentlich gar nicht dazu, Indien zu vermissen. Eins folgt aufs andere. So wird sich Shouryya nach dem Abi mit TU-Wissenschaftlern vom Institut für Strömungsmechanik weiter mit seiner Forschungsarbeit beschäftigen. Gleich zwei Fachartikel, für jede Formel einer, sollen veröffentlicht werden. "Es war eine glückliche Fügung, dass ich am Institut für Strömungsmechanik forschen durfte", sinnt der 16-Jährige. Dadurch sei er erst auf die beiden mathematischen Probleme gestoßen.

Er sei kein Mathegenie, auch wenn das seit der Preisverleihung so gern behauptet wird. "Mathe ist für mich so eine Art Erholung!" Trifft der Jugendliche auf ein logisches Problem, dann ist er schnell davon gefesselt und versucht ihm auf den Grund zu gehen. Dabei müssen es nicht immer Formeln und Zahlen sein. "Philosophie ist wie Mathematik in Worten", erklärt Shouryya lyrisch. Platon, Sokrates und Aristoteles habe er schon gelesen - in Auszügen und auch nicht im Original, versucht der Schüler sein ungewöhnliches literarisches Interesse im gleichen Atemzug wieder herunterzuspielen. Obwohl ich ihm Kenntnisse in Altgriechisch, sofort und ohne mit der Wimper zu zucken, abgenommen hätte. Denn Shouryya spricht fließend Deutsch, Englisch, seine Muttersprache Bangla und außerdem noch Hindi und Französisch.

Ein bisschen erholen will er sich nach den Prüfungen schon, versichert er unterdessen. Doch irgendwie fehlen Shouryya in dieser Beziehung klare Vorstellungen. Jetzt im Sommer nach Indien zu fliegen, sei ihm zu heiß, da habe er sich schon zu sehr an das europäische Klima gewöhnt. Dann lieber im Winter die Großeltern, Onkel und Tanten besuchen. Vielleicht schaltet Shouryya ja beim Sport ein bisschen ab und wird nach dem Abitur mehr Badminton spielen oder öfter als Schlagmann auf dem Cricketfeld im Ostragehege stehen. "Beim Cricket gehen mir keine Formeln durch den Kopf", sagt der Schüler. "Das spielt man mit Fingerspitzengefühl und Intuition."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2012

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