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Auto & Verkehr Deges stellt Pläne zur neuen B 6 vor – Es soll überall leiser werden

Dresden-Cossebaude, -Kemnitz und Stetzsch Deges stellt Pläne zur neuen B 6 vor – Es soll überall leiser werden

Die Deges hat die Entwürfe für die neue Bundesstraße 6 fertig, die die Ortszentren von Stetzsch, Kemnitz und Cossebaude entlasten soll. Gebaut wird die knapp 83 Millionen Euro teure Straße frühestens ab 2023. Vor allem bei Schallschutz haben sich die Planer viel einfallen lassen, was viel Stoff für Diskussionen liefert.

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Der denkmalgeschützten Seegärten-Siedlung kommt die neue B 6 sehr nah, dennoch sollen die Bewohner dort profitieren. Sie werden durch eine sechs Meter hohe Schallschutzwand geschützt, die auch einiges vom bisher ungefilterten Bahnlärm schluckt.

Quelle: Deges

Dresden. Manchmal kann es so simpel klingen: „Wir entlasten ein paar Hundert Einwohner und schützen die, die die Straße vor die Nase gesetzt bekommen auch vor Bahnlärm“, sagt Werner Breinig. Als Projektleiter bei der Deges ist er für die Verlegung der Bundesstraße 6 aus den Ortskernen von Kemnitz, Stetzsch und Cossebaude an die Bahnstrecke zuständig. Ein Mammutprojekt, wenn man die Kennzahlen bedenkt: Es geht um eine 4,3 Kilometer lange Neubaustrecke, die für rund 82,9 Millionen Euro in drei bis vier Jahren Bauzeit entstehen soll. Und das frühestens ab 2023, wenn das voraussichtlich 2019 begonnene Planfeststellungsverfahren keine größeren Probleme bringt.

So einfach ist es also doch nicht, wie auch die inzwischen bei der Deges gereiften Entwürfe erkennbar machen. Demnach soll die neue Straße, die einmal etwa 20 000 Fahrzeuge am Tag von der Autobahnabfahrt Altstadt zum Stausee Cossebaude und zurück bringen soll, nicht wie von einigen Anwohnern gewünscht im Trog sondern auf ebener Erde verlaufen. Um die Besiedlung vor dem Verkehrslärm zu schützen, sind südlich auf 1,9 und nördlich auf 2,5 Kilometern bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände geplant. Schön seien die nicht, aber effektiv, sagt Projektleiter Breinig.

Und auch entlang der Bahnlinie will die Deges Schallschutzwände bauen. Dort werden derzeit mehr als 70 Dezibel (dB(A)) gemessen, „eigentlich über der Schmerzgrenze“, wie Breinig sagt. Da die Gleisanlage trotz gehörig gestiegenen Güterzugaufkommens – für den Zeitraum von 2004 bis 2025 wird eine Zunahme um 260 Prozent prognostiziert – Bestandsschutz genießt, gibt es für die Deutsche Bahn dennoch keinen Handlungsdruck. Der entsteht erst durch den Straßenneubau in unmittelbarer Nachbarschaft. „Es darf an der Bahnstrecke nicht lauter werden“, nennt Breinig ein Dogma. Auf 2,5 Kilometer wird deswegen auf der Nordseite eine etwa zwei Meter hohe Schallschutzwand gebaut.

Auf dem Papier haben die Maßnahmen einen bestechenden Effekt: Es soll leiser werden. Nicht nur in den Ortslagen, wo das Verkehrsaufkommen durch die neue Bundesstraße von derzeit 23 500 (Autobahnabfahrt) bis 14 000 (Stausee) Fahrzeugen am Tag auf maximal 11 000 sinken soll. Auch unmittelbar an der Neubaustraße, an der Seegärten-Sieldung etwa um vier dB (A). Der Effekt wird bis weit ins höher gelegene Umland tragen. So soll es künftig auch in Mobschatz leiser zugehen – wenn die Prognosen der Deges zutreffen.

Eine schlechte Nachricht für die Mobschatzer ist, dass die Straße Am Urnenfeld durch die Neubaustrecke unterbrochen wird. Wegen des geringen Verkehrsaufkommens sei es wirtschaftlich nicht vertretbar, fünf Millionen Euro für einen Autotunnel auszugeben. Stattdessen wird für etwa 1,5 Millionen Euro ein Fußgängertunnel gebaut, der künftig auch als Zugang zu den Gleisen am Bahnhof Stetzsch dient. Derzeit müssen Bahnpassagiere dort noch über die Gleise huschen – was bei 161 Güterzügen und 38 Regionalbahnen am Tag „nicht vertretbar“ ist, wie Breinig sagt. Die Bahn ist ohnehin so etwas wie ein stiller Gewinner des nahezu komplett aus dem Bundeshaushalt bezahlten Straßenneubaus. Am Urnenfeld verschwindet ein beschrankter Bahnübergang, der früher oder später hätte modernisiert werden müssen. Und auch an den beiden anderen wichtigen Verbindungen ins Tal, der Talstraße und dem Grünen Weg, werden Bahnübergänge durch Autobrücken ersetzt. Den Schallschutz gibt es obendrauf.

Der Bau an sich dürfte kaum Problem aufwerfen, weil man ja zumeist „im Grünen“ bauen kann, wie Projektleiter Breinig sagt. Was so auch nur bedingt stimmt, immerhin müssen bis zu 19 Kleingärten aufgegeben werden. Schwierigketen gibt es in Stetzsch, wo die Straße so nah am Hang geführt wird, dass es nicht ohne einen Eingriff gehen wird. Den Hang soll dort eine Mauer sichern. Die bisher auf die Straße Am Urnenfeld angewiesenen Bewohner der laut Breinig „nicht mal fünf Dutzend“ betroffenen Siedlungshäuser können künftig über die Straße Am Hang zum Grünen Weg gelangen, ein Umweg von nicht einmal zwei Kilometern. Die Holperstrecke wird dafür extra ausgebaut. Auch das Tierheim wird künftig über Am Hang zu erreichen sein. Da es dem Gewerbe zugerechnet wird, bekommt die Einrichtung übrigens keinen Schallschutz.

Von Uwe Hofmann

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