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David Pabst hilft Hauptschülern beizeiten, den richtigen Beruf zu finden

David Pabst hilft Hauptschülern beizeiten, den richtigen Beruf zu finden

David Pabst ist seit November 2010 Berufseinstiegsbegleiter. Wie die etwas umständliche Bezeichnung verrät, hilft der 29-jährige Erziehungswissenschaftler Hauptschülern, den richtigen Beruf zu finden und unterstützt sie beim Übergang von der Schule in die Ausbildung.

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Berufseinstiegsbegleiter David Pabst hilft Dennis Haubold Koch und Lukas Rüdiger (v. l.), den richtigen Beruf für sich zu finden. Beide wissen schon so ungefähr, was sie später einmal machen wollen. Lukas möchte gern im Einzelhandel arbeiten, Dennis Koch werden.

Quelle: Ralf U. Heinrich

"Bildungsketten" heißt das Projekt der Arbeitsagentur, das bis ins Jahr 2014 reicht.

Wieviele Jugendliche betreuen Sie und wieviel Zeit haben Sie für jeden zur Verfügung?

David Pabst : Im Moment kümmere ich mich um 21 abschlussgefährdete Jugendliche aus drei Schulen - der 46., 121. und 128. Mittelschule. Ich sehe jeden von ihnen mindestens einmal alle 14 Tage. Es sind mehr Jungen als Mädchen. Sie gehen in die 7. beziehungsweise 8. Klasse, sind also noch halbe Kinder. Betreuen werde ich die Jugendlichen bis zum Ende des ersten Ausbildungsjahres.

Wer finanziert das Projekt?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Etwa 135 000 Euro hat es 2011 für Dresden zur Verfügung gestellt. Vorgänger war ein ganz ähnliches Projekt für Förderschüler, das es bereits seit 2009 gibt und sich sehr gut bewährt hat. Angestellt bin ich bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Dresden. In der Stadt bin ich nicht der Einzige, der sich um das Bildungsketten-Projekt kümmert. Insgesamt werden in Dresden 60 Schüler an sieben Mittelschulen betreut.

Ist das freiwillig für die Jugendlichen?

Ja. Der Schüler muss das wollen und Freizeit opfern. Das ist die größte Hürde. Wenn er sich einmal dafür entschieden hat, schließen wir einen Vertrag und ich komme in die Schule - in der Regel nach dem Unterricht. Das sind dann überwiegend Einzelgespräche.

Erscheinen die Jugendlichen pünktlich zum Termin?

Nicht alle sind das von zu Hause gewohnt. Aber wir üben das. Das braucht Zeit. Wenn die Jugendlichen pünktlich kommen, ist das auch ein Erfolg. Ein halbes Jahr braucht es schon, um Vertrauen zu gewinnen.

Wie machen Sie das?

Zunächst: Ich bin kein Lehrer. Trotzdem will ich gesiezt werden. Ich gehe ohne Vorbehalte auf die Jugendlichen zu und nehme ihre Probleme ernst. Manche sind anfangs ein Stück weit demotiviert gewesen. Aber mittlerweile kommen sie gern, erwarten sogar etwas von mir. Für Nachhilfeunterricht bin ich allerdings nicht zuständig, kann ihn aber vermitteln.

Wie helfen Sie den Jugendlichen konkret?

Sinn und Zweck ist ja, einen Ausbildungsberuf zu finden, der zu ihnen passt. Also versuche ich herauszufinden, wo die Talente versteckt sind. Was kann der Schüler gut? Hegt er Pflanzen auf dem Balkon, könnte das vielleicht ein Hinweis darauf sein, dass der Landschafts- und Gartenbau etwas für ihn wäre.

Natürlich muss ich immer schauen, ob der Beruf für Hauptschulabgänger geeignet ist. Manche wollen Formel 1-Pilot oder Raumfahrer werden.Eine meiner Hauptaufgaben ist es, zusätzliche freiwillige Praktika zu organisieren. Die neue Mittelschulordnung erlaubt ja neuerdings, bis zu zehn praktische Tage pro Schuljahr einzulegen. Gute Kontakte bestehen zur IHK und zur Handwerkskammer, die ihre offenen Lehrstellen anbieten. Ganz wichtig ist, alle Beteiligten mit ins Boot zu nehmen - Eltern, Lehrer, Schulsozialarbeiter, die Kammern.

Begleiten Sie die Jugendlichen ausschließlich in der Schule?

Nein, nicht nur. Wir gehen zum Beispiel auch zum Girls- und zum Boys-Day. Und in den Ferien waren wir auch schon im Waldseilpark in Bühlau.

Gespräch: Katrin Richter

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.01.2012

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