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Lokales Das letzte Stück Normalität - Einblicke in die Dresdner Klinikschule
Dresden Lokales Das letzte Stück Normalität - Einblicke in die Dresdner Klinikschule
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18:11 09.09.2015
Schulleiterin Martina Schuster gibt Leonie am Krankenbett Matheunterricht. Die Achtjährige hat eine Bauchspeicheldrüsen-OP hinter sich. Quelle: Dietrich Flechtner

Die Klinikschule betreut seit den 1950er Jahren Kinder und Jugendliche, die durch eine Krankheit längere Zeit nicht am Unterricht in ihrer normalen Schule teilnehmen können. Seit 1990 ist die Einrichtung eine eigenständige Förderschule im Uniklinikum mit einer Außenstelle im Krankenhaus Dresden-Neustadt. 14 Lehrer unterrichten über ein komplettes Schuljahr hinweg circa 1600 schulpflichtige Kinder in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Geschichte, Geografie, Biologie, Physik und Kunst. 75 Prozent der Schüler sind Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie, zehn Prozent kommen von der Onkologie und 15 Prozent leiden unter somatischen Erkrankungen. Unterrichtet wird entweder in den fünf Klassenzimmern, auf Station oder direkt am Krankenbett.

Allerdings gibt es an der Klinikschule keinen festen Stundenplan, der über ein ganzes Jahr hinweg gilt. Ganz im Gegenteil: "Ich muss jeden morgen einen neuen Stundenplan für unsere Schüler zusammenstellen", erklärt die stellvertretende Schulleiterin Susanne Metag. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand, denn jeden Tag kommen entweder neue Schüler hinzu, andere verlassen wiederum die Klinik. "Dann gibt es natürlich auch Kinder, denen es an dem einen Tag nicht gut geht", erklärt Schulleiterin Martina Schuster. Deswegen sind die Lehrer der Klinikschule auch ständig in Kontakt mit den Ärzten, die ihre Schützlinge auf Zeit betreuen, um die Häufigkeit und Dauer des Unterrichts abzusprechen.

Neben der täglichen Neuplanung des Stundenplans kommt hinzu, dass die Klinikschule Unterricht für alle Altersklassen und für alle Bildungsgänge anbietet. "Unsere Lehrer müssen für Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse, von der Grundschule bis zur Berufsschule gerüstet sein", so Martina Schuster. Das heißt, die 14 Lehrer müssen auch ein breites Wissen haben, welches sie jederzeit abrufen können. "Deswegen ist es von Vorteil, wenn man als Lehrer bereits an einer Regelschule unterrichtet hat", berichtet die Schulleiterin.

Dennoch kann auch keine langjährige Berufserfahrung die Lehrer darauf vorbereiten, was sie täglich erleben. "Es macht natürlich viel Spaß die Kinder zu unterrichten und sie somit von ihrer Krankheit abzulenken, aber leider passiert es auch, dass ein Schüler verstirbt", erklärt Schuster. "Man muss sich einen inneren Schutz schaffen, damit man daran nicht zerbricht", fügt Metag hinzu. Doch die glücklichen Momente überwiegen: "Wir können die Kinder für 90 Minuten am Tag aus dem Klinikalltag herausholen. Dabei vergessen sie häufig, warum sie überhaupt hier sind", erklärt die 52-jährige Schulleiterin.

Ziel der Schule ist es, den Kindern und Jugendlichen den Einstieg nach der Krankheit in den normalen Schulalltag zu erleichtern. Dafür steht das Team der Klinikschule auch ständig in Kontakt mit der Heimatschule der Patienten, um genau zu erfahren, welcher Stoff in den Fächern gerade durchgenommen wird. Regelmäßig werden auch Tests geschrieben, sogar ihre Abschlussprüfungen können die Schüler ablegen, so dass sie nach dem Klinikaufenthalt sowohl körperlich als auch geistig fit in ihr normales Leben zurückkehren können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2013

Steinmann, Nadine

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