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Lokales Das große Krabbeln 2012 - 1428 Fälle von Kopflausbefall in Dresden
Dresden Lokales Das große Krabbeln 2012 - 1428 Fälle von Kopflausbefall in Dresden
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23:16 09.09.2015

Von Katrin Richter

Zum Vergleich: 2011 waren es nur halb so viele, nämlich 760 Fälle. Und auch im neuen Jahr sind dem Amt bereits 57 Fälle gemeldet worden.

Kerstin Haase, Sachgebietsleiterin Infektionsschutz im Gesundheitsamt, hat zwei Erklärungen dafür: "Zum einen könnte der rasante Anstieg mit dem Lebenszyklus der Läuse zusammenhängen, denn auch vor fünf Jahren gab es schon einmal mehr als 1000 Fälle, ohne dass wir uns die Zunahme so recht erklären konnten." Zum anderen seien im Herbst sämtliche Kindergartenleiterinnen und Schulsekretärinnen Dresdens in einer Schulung auf die Meldepflicht hingewiesen worden. Das habe offenbar Wirkung gezeigt, denn vielfach wüssten Eltern nicht, dass sie die Schule informieren müssen, oder ignorierten ihre Pflicht, weil es ihnen peinlich sei. Kinder mit Kopfläusen müssen bekanntlich der Schule fernbleiben, damit sie ihre Klassenkameraden nicht anstecken.

Was also tun, um die ungebetenen Tierchen wieder loszuwerden? Das Gesundheitsamt empfiehlt Eltern, keine Arzneimittel mit Giftstoffen gegen die Kopfläuse zu verwenden, weil diese oft resistent dagegen seien. Stattdessen sollte auf Ölprodukte zurückgegriffen werden, die die Atemöffnungen der Läuse verschließen, so dass sie ersticken.

Kristin Rehle von der Apotheke "Goldener Reiter" an der Hauptstraße bestätigt auf DNN-Nachfrage, dass verstärkt nach Mitteln gegen Läuse gefragt werde. "Ein bis zwei Kunden pro Tag sind es schon", hat sie beobachtet. Kinderärzte würden aber nach wie vor auch Mittel mit Insektengiften verschreiben.

Kerstin Haase zufolge bieten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Eltern nach der Behandlung eine kostenfreie Beratung und Untersuchung an sowie eine Bescheinigung darüber, dass ihr Kind erfolgreich behandelt wurde. "Von dieser Möglichkeit machen allerdings noch viel zu wenige Eltern Gebrauch", berichtet Haase. Es seien nur zwischen 40 und 50 pro Jahr.

Für Bettwanzen besteht keine Meldepflicht, so dass im Gesundheitsamt auch nicht bekannt ist, ob sie sich in der Vergangenheit ausgebreitet haben. Diese winzigen lichtscheuen Tierchen finden sich vornehmlich in Hotelbetten und Studentenbuden. Sie ernähren sich von menschlichem Blut, erreichen damit das Siebenfache ihres eigentlichen Gewichts. Ihre Stiche können bis zu einer Woche lang gewaltig jucken.

Wer Bettwanzen hat, sollte sich in jedem Falle an den Fachmann wenden. Diesen gemeinen Insekten den Garaus zu machen, ist ein schwieriges Unterfangen, weil Bettwanzen kälteresistent sind und 40 Wochen ohne Nahrung (sprich Blut) auskommen. Spezialisten setzen entweder Insektizide ein oder aber erhöhen mit einem speziellen Ofen die Temperatur des befallenen Zimmers für anderthalb Tage auf 55 Grad Celsius, so dass Tiere und Eier absterben.

Zu den Geschöpfen, die gleichfalls nicht auf Gegenliebe stoßen, gehören Wanderratten - zumal sie Krankheiten übertragen können. 2012 hat das Gesundheitsamt 31 Beschwerden registriert. "Sie kommen vorwiegend von Mietern, die Ratten auf der Straße, vorm Haus oder im Keller gesichtet haben", berichtet Kerstin Haase. Vermieter seien verpflichtet, beispielsweise den Müll auf dem Grundstück zu entsorgen bzw. mit professioneller Hilfe Rohrleitungen wieder in Schuss zu bringen.

Nähere Infos unter Ruf 488 82 04 bzw. 05

Kopfläuse, Flöhe, Bettwanzen: Es gibt viele Tierchen, die dem Menschen äußerst lästig werden können, weil sie jucken, stechen, kleine Bisse verursachen, Krankheiten übertragen. Am meisten zu schaffen macht in unseren Breiten die Kopflaus (Pediculus humanus capitus), weil sie sich sehr schnell verbreitet. Das Gesundheitsamt registrierte 2012 doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte um noch einiges höher liegen. Während Kopfläuse meldepflichtig sind, müssen Bettwanzen als sogenannte Lästlinge dem Amt nicht angezeigt werden. Anders als Läuse, die sich vornehmlich auf den Kinderköpfen tummeln, bevölkern Bettwanzen vor allem Studentenbuden und Hotels.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.01.2013

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