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Das Kino im Kasten feiert 25 Jahre Studentenkino in Dresden

Tradition auf 35 Millimetern Das Kino im Kasten feiert 25 Jahre Studentenkino in Dresden

Das Kino im Kasten ist eines der letzten überhaupt, das noch auf die traditionelle 35-Millimeter-Technik zurückgreift. In dieser Woche feiern Kinoleiter Paulo Emilio Isenberg Lima und sein Team das 25-jährige Bestehen des nichtkommerziellen Kinos an der August-Bebel-Straße.

Kinochef Paulo Emilio Isenberg Lima (Hintegrund) und seine freiwilligen Helfer Oliver Effland (l.) und Martin Prade betreiben als Studenten das Kino nebenbei.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Hier liegt echte Kino-Atmosphäre im Raum – zumindest, wenn im Studentenkino auf der August-Bebel-Straße wieder mal ein 35-Millimeter-Film läuft und die gut 45 Jahre alten „Meo4“-Projektoren seicht und monoton, aber für das Publikum wahrnehmbar im Vorführraum über dem Kinosaal rattern. Das Kino im Kasten ist eines der letzten überhaupt, das noch auf diese traditionelle Technik setzt. In dieser Woche feiern Kinoleiter Paulo Emilio Isenberg Lima und sein Team das 25-jährige Bestehen des nichtkommerziellen Kinos, in das sich der 320 Plätze fassende Hörsaal im Vorlesungsgebäude täglich ab 18 Uhr verwandelt.

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Über dem TU-Hörsaal, der sich täglich ab 18 Uhr in ein Kino verwandelt, arbeitet über 45 Jahre alte 35-Millimeter-Filmprojektoren.

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Und die ehrenamtlichen Betreiber des Kinos im Kasten haben sich für ihre Filmfreunde zum Jubiläum etwas Besonderes ausgedacht. Mit der Vorführung von „Drive“ heute Abend erfüllt sich die Kinocrew um Oliver Effland, Martin Prade und Paulo Emilio Isenberg Lima nicht nur den Wunsch, einen persönlichen Lieblingsfilm zu zeigen, sondern sie bringen auch einen der erfolgreichsten Streifen der vergangenen Jahre auf die neun mal vier Meter große Leinwand, die tagsüber Dozenten und Professoren als Projektionsfläche dient. Für „Drive“ wird aber der herkömmliche Digitalprojektor benutzt, die 35-Millimeter-Spulen der „Meo4“ stehen an diesem Abend still. „Leider gibt es nicht mehr viele 35-Millimeter-Filme. Die meisten Verleihe haben beschlossen, die alten Rollen vernichten zu lassen. Das hat unter anderem mit den Rechten zu tun und auch damit, dass kaum noch Kinos auf diese Technik setzen“, erklärt Isenberg Lima.

In der Tat kann sich sein Kino diese Vorrichtungen auch nur leisten, weil man dort nicht gewinnorientiert arbeitet. Denn bei der Vorführung eines 35-Millimeter-Films muss ständig eine Person anwesend sein und einen der beiden Projektoren bestücken. Die beiden Geräte aus den Schmieden der Meopta-Werke in der ehemaligen Tschechoslowakei arbeiten im sogenannten Überblendverfahren, das heißt ein Projektor löst den jeweils anderen immer wieder ab. „Die Filme sind ungefähr in 20-Minuten-Abschnitte geteilt. In dieser Zeit müssen die Rollen in den Geräten getauscht werden“, so Isenberg Lima.

Die „Meo4“-Projektoren sind Überbleibsel aus DDR-Zeiten. Denn eigentlich war in dem Gebäude auf der August-Bebel-Straße schon immer ein Kino. Bis zur Wende zeigte die Militärakademie der Nationalen Volksarmee im heutigen Hörsaal der TU Dresden militärische und politische Lehrfilme, wie etwa den Streifen „Kampfeigenschaften von Kernwaffen“. Festgehalten ist das alles in einem schon über 35 Jahre alten „Spielbuch“, in dem alle jemals auf den „Meo4“ gespielten Filme verzeichnet sind.

Am 14. Januar 1993 – also ziemlich genau vor 25 Jahren – ist der Sergio-Leone-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ festgehalten – „die Geburtsstunde unseres Studentenkinos“, erzählt Isenberg Lima. Seitdem wird das Kino im Kasten ehrenamtlich von interessierten Studenten betrieben, Vorstellungszeit ist immer in den jeweiligen Semestern. „Wir bilden auch an den alten 35-Millimeter-Maschinen aus und versuchen, so viele Filme wie möglich auf dieser Basis anzubieten“, so der Kinoleiter weiter, der seit nun schon sieben Jahren verantwortlich zeichnet. Abgerundet wird die Jubiläumswoche durch ein spannendes Film-Quiz am Freitag, bevor am Sonnabend mit der Vorführung des Kultfilms „The Big Lebowski“ das Finale steigt – natürlich stilecht auf 35 Millimetern und in Originalversion mit Untertiteln.

Von Sebastian Burkhardt

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