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Lokales Das Geheimnis des Wirtschaftswunders von Dresden
Dresden Lokales Das Geheimnis des Wirtschaftswunders von Dresden
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15:23 09.02.2018
So soll die neue Halbleiterfabrik aussehen. Quelle: Bosch
Dresden

Gewerbesteuer? Um 32 Prozent auf 348 Millionen Euro gestiegen. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze? 7000 mehr als im Vorjahr. Prognose? Hervorragend. Ein Wirtschaftswunder in Dresden. „Das hat nicht nur mit der Konjunktur und Glück zu tun. Dahinter steckt eine Strategie“, erklärt Robert Franke, Amtsleiter Wirtschaftsförderung im Rathaus.

Wie gelingt es Dresden, im Standortwettbewerb mit Asien oder Nordamerika zu bestehen?

Neudeutsch gesprochen: mit Know-how. „Wir müssen wissen, was Digitalisierung bedeutet“, sagt Franke. Die Wirtschaftsförderer müssten sich mit den aktuellen Trends auf den Märkten auseinandersetzen und prüfen, welche Potenziale es in der Stadt gibt. Ein Beispiel: Die Zulieferer für die Automobilindustrie. „Der Anteil an Elektronik in den modernen Autos steigt rasant. Eine gute Nachricht für Dresden: Für uns ergeben sich riesige Wertschöpfungspotenziale.“ Weil die Stadt die Forschungseinrichtungen und die Hochtechnologieunternehmen angesiedelt hat. Know-how bedeutet aber auch, dass in der Stadt selbst die neuesten Trends zu finden sind.

Wo setzt Dresden als Stadt Maßstäbe?

Drei Beispiele: Dresden ist Leuchtturmstadt der europäischen Initiative „Smart Cities and Communities“. Der Stadtteil Johannstadt wird zu einem Vorzeigeviertel in Sachen moderne Technologien und Nachhaltigkeit umgebaut. Der Bund fördert mit dem Projekt WindNode die Anpassung der Stadt auf die Energiewende. Die Stadt gibt eine halbe Million Euro pro Jahr für die Innovationsförderung. Insgesamt kommen über die Programme 20 Millionen Euro Fördermittel in die Stadt. Mit diesen wird dafür gesorgt, dass Innovationen zum Stadtbild gehören.

Baut deshalb Bosch in Dresden sein modernstes Werk?

Das Gesamtpaket hat für Dresden den Ausschlag gegeben, so Franke. Die Nähe zu den Forschungseinrichtungen, Fachkräfte, geeignetes Grundstück, kurze Entscheidungswege in der Verwaltung. „Der größte Automobilzulieferer investiert eine Milliarde Euro in unserer Stadt. Das ist der Ritterschlag für uns“, findet der Wirtschaftsförderer.

Was bringt Bosch für die Wirtschaft in Dresden?

700 Arbeitsplätze sollen in dem neuen Werk entstehen. Hinzu kommen Arbeitsplätze in bestehenden Unternehmen, die mit Bosch kooperieren werden. Und in neuen Betrieben, die sich im Umfeld von Bosch ansiedeln und das neue Werk beliefern.

Ist die nächste Großansiedlung in Sicht?

„Wir haben große Lust auf Großansieldungen. Es gibt Anfragen“, sagt Franke, „ob sich daraus etwas entwickelt, wird man sehen.“

Hat Dresden genug freie Flächen für große Investoren?

„Wir können die Nachfragen kleinerer und mittlerer Unternehmen bedienen“, so der Wirtschaftsförderer. 31 Unternehmen hätten sich im vergangenen Jahr erweitert, 40 Millionen Euro investiert und 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bei Großinvestitionen wird es problematischer. „Wir arbeiten an neuen Flächen im Norden und suchen auch die interkommunale Zusammenarbeit.“ Das Amt für Wirtschaftsförderung benötige einen Etat, um strategische Flächenankäufe tätigen zu können.

Wie machen sich kommunale Gewerbegebiete bezahlt?

Ein beispiel: In die Erschließung des Gewerbegebiets Coschütz-Gittersee hat die Stadt 20,5 Millionen Euro investiert, aber schon 65,1 Millionen Euro über Flächenverkäufe und aus den Gewerbesteuerzahlungen der dort angesiedelten Unternehmen eingenommen. 64 Betriebe beschäftigen dort 3467 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wird 2018 genauso erfolgreich wie das vergangene Jahr?

Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht gravierend ändern, geht der Boom weiter, so Franke. „Es gibt keine Zeichen für einen Abschwung. Wir werden weiter alle Hände voll zu tun haben, um die Investitionsentscheidungen der Unternehmen umzusetzen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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