Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Das Büro von Allianz-Generalvertreter Ingo Lerche in Laubegast wurde geflutet - er arbeitet trotzdem weiter
Dresden Lokales Das Büro von Allianz-Generalvertreter Ingo Lerche in Laubegast wurde geflutet - er arbeitet trotzdem weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:53 09.09.2015
Ingo Lerche Quelle: Privat
Anzeige

Lerche kümmert sich trotzdem um die Wasserschäden der Bewohner im Dresdner Osten. Wie, verrät er im DNN-Interview.

Frage: Herr Lerche, ich bin überrascht, Sie auf der Festnetznummer ihres Laubegaster Büros zu erreichen. Steht da nicht alles unter Wasser?

Ingo Lerche: Doch, schon. Aber die Telekom hat eine Rufumleitung in mein zweites Büro in Kreischa geschaltet. Übrigens kostenlos.

Ist Ihr Büro in Laubegast eigentlich gut versichert?

Davon können Sie ausgehen. Aber viel werde ich die Allianz nicht kosten. Wir wussten ja, was passieren wird und haben geordnet den Rückzug angetreten. Die Elbe kommt ja mit Ansage. In der Nacht zum Mittwoch habe ich noch die Telefonanlage abgeklemmt. Da musste ich schon mit dem Fahrrad zum Büro fahren. Das war es dann. Die Möbel hatten wir vorher schon hochgeschleppt. Die Computer auch. Wir waren allerdings etwas überrascht, dass das Wasser dann doch einigermaßen schnell zu uns gekommen ist.

Was machen Sie jetzt?

Meine Mitarbeiter und ich bereiten schon mal die Unterlagen für die Schadensmeldungen vor. Wir suchen die einzelnen Straßenzüge heraus und stellen die entsprechenden Dokumente zusammen. Da geht es dann schneller, wenn das Wasser gesunken ist und die Versicherten auf Hilfe angewiesen sind.

Wieviele Schäden werden Sie bearbeiten müssen?

Grob geschätzt 500. Dabei handelt es sich sowohl um Hausrats- als auch Gebäudeschäden.

Wo wird sich die Schadenssumme einpegeln?

Beim Hausrat sollte es deutlich weniger werden als 2002. Damals waren massenhaft Keller betroffen. Diesmal haben die Leute die wertvollen Dinge in Sicherheit gebracht. Bei Gebäudeschäden muss man sehen. Da kann man noch keine Vorhersagen treffen.

Werden Sie schon von Kunden angerufen?

Ja. Einige sitzen sogar noch in Laubegast in ihren Häusern und melden sich bei uns. Diese Leute wissen aber, was sie tun. Die haben teilweise sogar Notstromaggregate und können eine Woche oder länger aushalten, obwohl Laubegast zur Insel geworden ist.

Was sagen Sie Ihren Kunden?

Sie sollen in aller Ruhe warten, bis sich das Wasser zurückgezogen hat und dann sauber machen. Danach können sie mit der Schadensaufstellung beginnen: Welche Gegenstände wurden beschädigt, was wurde am Haus zerstört? Das muss dann möglichst mit Fotos dokumentiert werden. Dann wird alles geregelt.

Wie lange wird die Schadensregulierung dauern?

Beim Hausrat wird es eher schnell gehen. Bei Gebäuden dauert es, weil wir meist einen Gutachter benötigen. Die Allianz bietet inzwischen den Hausbesitzern auch an, dass sie den Schaden beseitigt, also die Firmen beauftragt und das Baumanagement leistet. Da können sich die Kunden um andere Dinge kümmern, während ihr Haus saniert wird. Wir gehen von viel Arbeit aus. Bei Bedarf können wir aber zusätzliches Personal anfordern. Ziel ist schnelle Hilfe.

Werden Sie sich jetzt ein neues Büro suchen?

Natürlich nicht. Wir sind seit zehn Jahren in Laubegast. Solange wir unsere Räume jetzt nicht nutzen können, werden wir davor ein Notbüro eröffnen. Wir haben uns einen Wohnwagen dafür besorgt. Den stellen wir auf, sobald es wieder trocken ist. Und wenn wir zurück ins Büro ziehen können, werden wir unser zehnjähriges Jubiläum feiern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2013

Interview: Thomas Baumann-Hartw

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Albertstadt-Kaserne platzt in diesen Tagen aus allen Nähten. Während normalerweise nur etwa 750 angehende Offiziere in dem Komplex an der Marienallee untergebracht sind, drängen sich zur Zeit wegen der Hochwasser-Katastrophe rund 2000 Soldaten.

09.09.2015

Die Deutsche Post sammelt Briefe und Postsendungen für evakuierte Dresdner in ihren Zustellstützpunkten. Das sagte Postsprecherin Anke Blenn in Berlin gestern auf Anfrage der DNN.

09.09.2015

Das Elbewasser stand in der Innenstadt nur wenige Zentimeter unterhalb der neuen Flutschutzanlagen. An den Flutschutztoren nahe dem Kongresszentrum und den Anlagen neben dem Landtag und an der Kötzschenbroder Straße fehlten nur noch Zentimeter bis zur Oberkante der Alubalken.

09.09.2015
Anzeige