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Das Automobil-Institut der TU Dresden erhält ein 24 Millionen Euro teures Prüfzentrum

Das Automobil-Institut der TU Dresden erhält ein 24 Millionen Euro teures Prüfzentrum

Die TU Dresden erhält derzeit eines der modernsten Fahrzeugprüfzentren Europas. Die Fundamente für die Prüfstände an der August-Bebel-Straße sind gegossen, wie sich der Geldgeber, Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU), gestern bei einem Baustellenrundgang überzeugte.

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Bernard Bäker (2. v. r.) erklärt Finanzminister Georg Unland (Mitte) am E-Sportwagen der TU die Elektromobilitäts-Pläne des Automobilinstituts.

Quelle: Dietrich Flechtner

Im Endausbau sollen dem "Institut für Automobiltechnik Dresden" (IAD) 15 Prüfstände, vier Labore und eine Simulationshalle zur Verfügung stehen, in denen neueste Automobile, Elektrobusse und andere Fahrzeuge getestet werden.

Zu den Anlagen, die dort installiert werden, gehört ein dynamischer Chassis-Simulator, wie es ihn weltweit sonst nur in Japan gibt. An ihm wollen die Forscher mit hydraulischen Rüttelzylindern simulieren, wie beherrschbar neue Autos auf Holperpisten und steilen Abfahrten bleiben, erklärte Kraftfahrzeugtechnik-Professor Günther Prokop. Andere Projekte widmen sich dem ehrgeizigen Ziel, dass kein Mensch mehr durch Verkehrsunfälle sterben soll. "Weltweit kommen jährlich rund 1,2 Millionen Menschen so zu Tode", sagte Prokop. "Wir wollen auf 0 Tote kommen."

Ein anderer Schwerpunkt ist die Elektromobilität. In diesem Sektor arbeitet das IAD mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) zusammen, um die geplante Elektrobus-Linie 79 vorzubereiten, berichtete Instituts-Direktor Bernard Bäker. Die DVB schaffen dafür einen zwölf Meter langen, rein elektrisch betriebenen Stadtbus an, der die Diesellinie 79 ersetzen soll. An einem der neuen Teststände wollen die TU-Ingenieure ein Schnellladesystem austesten, mit dem der E-Bus imstande sein soll, am Endpunkt Mickten seine neuartigen Spezial-Akkus binnen vier Minuten an den Straßenbahn-Oberleitungen "nachzutanken". Gekauft sei der Bus bereits, geliefert werde er von Solaris wohl Anfang 2015, sagte DVB-Sprecher Falk Lösch. Der fahrgastlose Testbetrieb soll im ersten Quartal beginnen, der reguläre Linienbetrieb im Laufe des Jahres 2015.

"Mit der Realisierung dieser Baumaßnahme wird ein weiterer Meilenstein für wissenschaftliches Arbeiten in der Fahrzeugtechnik in Dresden geschaffen", betonte Minister Unland. Und obwohl gerade erst einer von insgesamt drei Bauabschnitten im Werden ist, erntet das IAD bereits jetzt erste Früchte der Landesinvestitionen: Autohersteller wie VW, BMW und Audi haben Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit den Dresdnern angemeldet, ein namhafter Prüfstand-Hersteller möchte hier ein Entwicklungszentrum etablieren und es hat aus dem IAD eine Ausgründung gegeben, eine Firma, die intelligente Ladesäulen für E-Autos anbietet.

Automobilforschung hat in Dresden eine lange Tradition: Um 1900 gründete Hofrat Prof. Hermann Scheit in Dresden die "Königlich Sächsische Mechanisch-Technische Versuchsanstalt", die bald auch Kraftfahrzeuge prüfte, und letztlich zum IAD führte. Das ist derzeit auf viele Standorte verteilt und soll nun auf dem Campus an der August-Bebel-Straße zusammengezogen werden. Der Freistaat kaufte dafür im Herbst 2013 rund 14 500 Quadratmeter Militärgelände samt Panzerwerkstätten. Jetzt werden die Hallen 125 und 127 saniert und für die Prüfstände und deren Elektroversorgung umgebaut. Dieser erste Abschnitt kostet 6,4 Millionen Euro und soll Ende 2014 fertig sein. Dann folgt die 18 Millionen Euro teure Ausrüstung der Hallen. Noch nicht durchfinanziert ist das dritte geplante Projekt - eine neue Simulationshalle.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.08.2014

hw

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