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Lokales Dampfschiffahrt und Dresdner Verkehrsbetriebe sollen bei Laubegaster Schiffswerft einsteigen
Dresden Lokales Dampfschiffahrt und Dresdner Verkehrsbetriebe sollen bei Laubegaster Schiffswerft einsteigen
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18:42 09.09.2015
In der Werft in Laubegast arbeiten Spezialisten. Sie sollte gerettet werden, sagt Insolvenzverwalter Danko. Quelle: M. Förster

Von Christoph Springer

Win-win-Situation nennt man das im neudeutschen Wirtschaftskauderwelsch, alle Seiten stehen am Ende gut da. In diesem Fall könnte dies die Schiffs- und Yachtwerft Dresden (SYWD) betreffen und ihre zwei wichtigsten Auftraggeber - die Sächsische Dampfschiffahrt (SDG) mit ihren 13 Schiffen und die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), die sechs Fährboote betreiben. Auch die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH und die Nahverkehrsunternehmen aus Pirna und Meißen könnten Interesse haben, schließlich haben auch sie mit Elbschiffen zu tun.

Doch das Tauziehen um die Werft in Laubegast dauert nun schon fast eineinhalb Jahre. Weder die DVB noch die SDG haben bisher gehandelt. Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko hat deshalb noch keine Lösung für das Unternehmen, dessen Tagesgeschäft seit Januar 2011 der Ex-Dampferchef Michael Lohnherr leitet. "Wir sind noch bis etwa Mitte Juli ausgelastet, dann kommt das gefürchtete Sommerloch, ab Oktober wird es dann wieder besser", beschreibt er die Situation der rund 20 Kollegen in Laubegast. 2011 sei das Jahresergebnis der Werft positiv gewesen, auch dieses Jahr wird das wohl so sein, meint Lohnherr. Konkrete Zahlen will er aber nicht nennen. "Eigentlich müssten diejenigen, die an der Existenz einer Werft in Sachsen interessiert sind, sich zusammentun und sagen: Dann machen wir das mal", ist er überzeugt. Jedenfalls hätte er selbst als Dampferchef das getan, sagt Lohnherr. Als die Werft aber 1999 das erste Mal insolvent war und damals unter anderem ihm als SDG-Chef angeboten wurde, fehlte dafür das Geld in der Kasse der "Dampfschiffahrt". Dem Vernehmen nach geht es um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, den die "Retter" in die Hand nehmen müssten, um den Werftbetrieb zu erhalten.

Insolvenzverwalter Danko setzt sich für diese Lösung ein: "Man könnte zum Beispiel eine neue Gesellschaft gründen, die den Werftbetrieb übernimmt." Der Vorteil aus seiner Sicht: Die an diesem Unternehmen Beteiligten könnten sich auf diese Weise selbst Werftkapazitäten sichern und "mit ein wenig Kreativität und Wohlwollen" dafür sorgen, dass es künftig das Sommerloch nicht mehr gibt.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Dresden unterstützt diese Überlegungen des Insolvenzverwalters. Willi Eisele sagt: "Er kämpft um die Arbeitsplätze und da hat er uns automatisch an seiner Seite." Danko hätte den Werftbetrieb längst einstellen können, aber er bemühe sich eben um die Kollegen in Laubegast, lobt Eisele. Ähnlich hat das auch Lohnherr formuliert. Gemeinsam wollen sie nun an die Verantwortlichen bei DVB und SDG appellieren, um den Werftbetrieb zu retten. In Laubegast arbeiten "Spezialisten, die könnte man nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vorübergehend auch anderswo einsetzen", gibt Eisele zu bedenken. Im Klartext: Die Schweißer, die zum Beispiel vor allem dann in der Werft gefragt sind, wenn in der Wintersaison Schiffe erneuert werden müssen, könnten im Sommer auch Schienen schweißen. "Unter jeder Witterungsbedingung", fügt der Gewerkschaftler hinzu. "Die machen einen knochenharten Job, das sind keine Schönwetterarbeiter", beschreibt der Insolvenzverwalter die Laubegaster Kollegen, um deren Arbeitsplätze er nun schon fast eineinhalb Jahre lang kämpft. Er will weiterkämpfen, hofft aber, dass vielleicht im Frühjahr 2013 neue Partner gefunden sind. Bestenfalls die genannten Dresdner Unternehmen, die dann von der Werftnähe profitieren könnten. Schließlich befindet sich die nächste Schiffswerkstatt mit Slipanlage in Roßlau. Fünf Tage dauert laut Lohnherr die Fahrt dorthin und zurück nach Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2012

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