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Lokales Dampfer ahoi in Laubegast: Werft ist wieder Reparaturadresse für die Weiße Flotte
Dresden Lokales Dampfer ahoi in Laubegast: Werft ist wieder Reparaturadresse für die Weiße Flotte
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17:48 09.09.2015
Nach rund zwei Jahren ist die "Pillnitz" der erste Dampfer, der in der Laubegaster Werft auf der Helling liegt. Heute folgt ein weiteres Schiff. Quelle: Carola Fritzsche

Auch wenn zuvor schon andere Schiffe wie die Schlossfähre Pillnitz in Laubegast erneuert wurden, brauchte es diesen Beweis: Das Unternehmen an der Österreicher Straße ist noch immer gut genug für Dampfer.

Die historische Slipanlage, mit der die Schiffe aus dem Wasser geholt werden können, funktioniert einwandfrei. Das wollen die Werftmitarbeiter heute um 10 Uhr erneut unter Beweis stellen, wenn die "Dresden" ins Trockene gezogen wird. Mit dem Dampfer "Pillnitz" ist ihnen das bereits geglückt. Das Schiff wurde auf die Helling gehievt, nachdem am Montag die Reste der "Undine" gen Rostock verschwunden waren.

Gerd-Rüdiger Degutsch, Technikchef der Dampferflotte, geht davon aus, dass "sein" Unternehmen in der fahrtenarmen Saison bis zum Frühjahr rund 700 000 Euro in Schiffsreparaturen investieren muss. Die zwei lukrativsten Aufträge gingen nach Aaken (Sachsen-Anhalt). Dort werden die "Diesbar" und die "Krippen" überholt. Bei beiden Schiffen müssen die Maschinen auseinander genommen und überprüft werden. "So etwas kann Laubegast nicht mehr", sagt Technikchef Degutsch. Die "Diesbar" bekommt zusätzlich ein Steuerhaus, dessen Höhe durch das Umklappen von Wand- und Fensterteilen von Hand um die Hälfte reduziert werden kann. "Das Schiff soll im nächsten Jahr nach Prag fahren", so Degutsch. Dort seien die Brücken niedriger und damit das Steuerhaus in der jetzigen Bauform zu hoch. Allein die Arbeiten an der "Diesbar" kosten rund 250 000 Euro, schätzt der Dampfer-Cheftechniker.

Auf der Werft in Laubegast sind neben der "Pillnitz" und der "Dresden" die Dampfer "Wehlen" und "Meißen" angekündigt, außerdem die kleinen Motorschiffe "Lilienstein" und "Bad Schandau". "Da sind wenig spektakuläre Arbeiten geplant", sagt Degutsch. Die regelmäßigen Untersuchungen für den "Schiffs-TÜV" stehen im Arbeitsplan.

Dass Laubegast wieder genutzt werden kann, ist aus seiner Sicht ein er- freuliches Signal. "Wir sind schon mal froh, dass wir da wieder an Land gehen können", sagt der SDG-Cheftechniker, "egal wie die Lage dort ist". Zwar sei die Werft von einem Unternehmen mit dem kompletten Gewerkeangebot zu "so etwas wie einer Do-it-yourself-Werkstatt" geworden, sie helfe aber dennoch "ungemein" und habe eben eine "vorzügliche Hellinganlage". Dieser Begriff bezeichnet das Vorland zwischen den Werftbauten und dem Flussufer mit den Schienen und Wagen, auf denen Schiffe ins Trockene geholt werden können. "Sie ist sehr flach und kann mehrere Schiffe auf einmal aufnehmen", sagt Degutsch. Und: "Die Werft hat einen sehr guten Tischler." Viele andere Arbeiten müssen die SDG-Mitarbeiter nun selbst erledigen oder wenigstens koordinieren. "Das ist für uns aufwendiger und sehr viel Arbeit für mich", so Degutsch. Dennoch bleibt aber die Feststellung: Ohne Laubegast sind viele teure und aufwendige Reisen in weit entfernte Werften wie etwa in Roßlau, Aken und Tangermünde (alle Sachsen-Anhalt) nötig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2014

Christoph Springer

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