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Lokales DVB werben mit neuem Internetportal um Lieferanten
Dresden Lokales DVB werben mit neuem Internetportal um Lieferanten
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08:02 18.05.2018
Auf dem Betriebshof Trachenberge herrscht eifriges Baugeschehen. Alf Schwaten, seit Januar Leiter der DVB-Verkaufsabteilung, will mit einer Reihe von Innovationen dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Emsig geht es auf dem Betriebshof Trachenberge immer zu. Seit in diesem Jahr Bauleute für einen rund 20,6 Millionen Euro teuren Ausbau das Kommando übernommen haben, ist es dort noch betriebsamer als sonst. Für Alf Schwaten, seit Januar Chefeinkäufer der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), bedeutet die Baustelle an der Unternehmenszentrale zweierlei: Dass die Verkehrsbetriebe anders als die Stadt – Beispiel Blaues Wunder – noch kein Opfer geplatzter Ausschreibungen wegen voller Auftragsbücher bei Bauunternehmen geworden sind. Gleichwohl sei es auch für die DVB schwieriger geworden, Auftragnehmer und Lieferanten zu finden, sagt Schwaten. „Wir müssen uns breiter aufstellen, wir müssen uns strecken“, sagt er.

Das neue Portal der DVB-Einkaufsabteilung ist im Internet unter www.dvb.de/de-de/die-dvb/einkauf zu erreichen. Quelle: Screenshot

Was sich nach gymnastischer Übung anhört, ist seit 2. Mai virtuelle Wirklichkeit. Auf der DVB-Internetseite werden seitdem aktuelle Ausschreibungen aufgelistet, Lose für Maler- und Stahlbauarbeiten im Betriebshof Trachenberge etwa – eines der ersten Bauprojekte, für das neben den üblichen und obligatorischen Veröffentlichungen auch im Internet um Auftragnehmer geworben wird. Für den 48-jährigen Schwaten ist das nur der Einstieg in eine neue Phase der Zusammenarbeit mit Lieferanten, wie er sagt. Das Portal soll nach und nach ausgebaut werden, so dass darüber auch Bauzeichnungen und Planskizzen mit den jeweiligen Firmen ausgetauscht werden können. Später soll auch die elektronische Rechnungslegung, zu der eine EU-Verordnung die Verkehrsbetriebe verpflichtet, darüber laufen. Ein Formular, über das sich neue Lieferanten vorstellen können, gibt es bereits. „Drei, vier Firmen haben das schon genutzt“, sagt Schwaten. Ein Erfolg.

Auf den es ankommen wird, wie er meint. Dabei geht es nicht nur darum, mit einer möglichst breiten Basis potenzieller Auftragnehmer für Bauleistungen und Bestellungen vom Bleistift bis zum Stadtbahnwagen dafür zu sorgen, dass jede Ausschreibung auch genügend Bewerber findet. „Wir haben steigende Fahrgastzahlen, das heißt, dass wir wachsen müssen und unsere Ziele schnell erreichen müssen“, sagt Schwaten. Die internen und externen Abläufe sollen beschleunigt werden. War zu Schwatens beruflichen Anfängen, als er im Einkauf von Bauunternehmen auch mit dem Aufbau der Frauenkirche und der Sanierung des Dresdner Schlosses zu tun hatte, noch die Kommunikation per Brief und später per Fax üblich, gehe es nun darum, die heute gängige Korrespondenz per E-Mail durch direkte Kommunikation abzulösen, die im Idealfall ohne Verzögerung abläuft. Das soll das neue Portal leisten, auf das Schwaten seine traditionellen Lieferanten und Partnerunternehmen in dieser Woche noch ganz klassisch per Brief hingewiesen hat.

Das ist nicht die einzige Schraube, an der der Coswiger, der zuletzt bei einem großen Energieanlagenbauer gearbeitet hat, drehen muss. „Früher waren wir die Bestellzettelschreiber, jetzt sind wir vom Einkauf die Problemlöser“, sagt er über die von ihm geleitete 240 Mann starke Abteilung. Was er damit meint: In Absprache mit den Technikern und Planern des Unternehmens geht es nun oft darum, den Markt zu sondieren, bevor irgendeine Ausschreibung formuliert wird. Ein Beispiel: Nach der mühseligen Beschaffung neuer, zukunftsfähiger Fahrkartenautomaten wird bei den DVB über die Anschaffung neuer mobiler Fahrausweisautomaten für den Einbau in Straßenbahnen nachgedacht. Aufgabe für Schwatens Abteilung ist es, Unternehmen zu finden, die Geräte, wie man sie sich bei den DVB vorstellt, auch bauen können. Das derzeit technisch Machbare wird dann den Planern bei den Verkehrsbetrieben vorgestellt und ein Prozess beginnt, an dessen Ende die konkrete Ausschreibung steht. Je besser die Vorarbeit, desto reibungsloser können anschließend alle weiteren Schritte – Vergabe, Produktion, Installation – ablaufen, so Schwatens Überlegung. Und auch dabei spielt das neue Portal eine wichtige Rolle. „Wir müssen transparenter sein“, sagt Schwaten. Wer seine Wünsche und Ziele klar formuliere und veröffentliche, komme auch mit den richtigen Leuten zusammen, die sie verwirklichen können.

Das sei umso wichtiger, als dass sich die DVB auch auf bisher unbekanntes Terrain wagen müssen, wie Schwaten meint. Ist man bei den Verkehrsbetrieben in Sachen Gleisbau und Fahrleitungsplanung seit Jahrzehnten bewandert, tut sich beim Aufbau einer elektrischen Infrastruktur gerade ein neues Feld auf. Gemeint ist nicht nur eine Ladeinfrastruktur für Elektrobusse, wie Schwaten sagt. „Wir wollen der Verkehrsdienstleister der Zukunft in Dresden werden“, sagt Schwaten. Vom Leihfahrrad bis zum Mietauto sollen Kunden bei den DVB künftig alles finden. „Breit aufstellen“ gilt nicht nur für den Einkauf, sondern für die gesamten Verkehrsbetriebe.

Von Uwe Hofmann

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