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Lokales DVB und Dresden beginnen Planungen für Straßenbahnlinie 5
Dresden Lokales DVB und Dresden beginnen Planungen für Straßenbahnlinie 5
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14:33 05.10.2017
Die 2010 gefertigte Visualisierung zeigt, wie eine Straßenbahnstrecke auf der Pfotenhauerstraße an der Pfeifferhansstraße aussehen könnte. Die ersten richtigen Planungen dazu, beginnen allerdings erst 2018. Quelle: Damien Jdanoff | virtual-architects.net
Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wollen zurück in die Zukunft. Von 1893 bis in die 1950er Jahre fuhr eine elektrische Straßenbahn über die Pfotenhauerstraße Richtung Schillerplatz. Frühestens 2025, aber wahrscheinlicher ab 2030 könnte wieder eine Straßenbahn über die Pfotenhauerstraße fahren, sagte Andreas Hoppe, Leiter der DVB-Verkehrsplanung, bei einem von der Dresdner SPD am Mittwoch ausgerichteten Infoabend im Johannstädter Kulturtreff. Stadt und DVB beginnen im nächsten Jahr mit den Vorplanungen für eine neue Straßenbahnlinie zwischen Plauen und Johannstadt. Arbeitstitel: Linie 5.

Über die Straßenbahnstrecke wird schon seit wenigstens zehn Jahren diskutiert, 2010 gab es dazu mal eine Studie. Anschließend lag das Projekt auf Eis, weil keine Fördermittel in Aussicht standen. Nachdem sich das 2016 änderte – die Neubaustrecke könnte zu drei Vierteln mit Bund- und Landesmitteln bezahlt werden – hat der Stadtrat für 2018 eine halbe Million Euro für Vorplanungen in Aussicht gestellt. Neben der Campuslinie – dem Streckenausbau zwischen Löbtau und Strehlen – konzentrieren die DVB nun ihre Bemühungen im Netzausbau auf die Linie 5. „Wir stehen am Anfang“, bremst DVB-Chefplaner Hoppe die Erwartungen. Streckenverlauf, Variantenentscheidungen, Machbarkeit – all das sei noch nicht geklärt.

Linie 62 stößt an ihre Grenzen

Klar ist jedoch, dass etwas geschehen muss. Die Buslinie 62, die derzeit über die Pfotenhauerstraße durch Johannstadt fährt, stößt mit rund 23 700 Fahrgästen pro Werktag an ihre Grenzen. „Das ist mehr, als viele Regionalbahnen haben“, sagt Hoppe. Die Busse fahren bereits alle sieben Minuten, ein dichterer Takt sei kaum zu bewerkstelligen, dabei sind noch einmal rund zehn Prozent mehr Fahrgäste prognostiziert. Die wachsende Stadt stellt die DVB vor Probleme, das wird an der Busline 62 ganz deutlich. Insgesamt peilen die DVB in diesem Jahr rund 160 Millionen Fahrgäste und damit einen neuen Rekord an. DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach hält 180 Millionen Fahrgäste in nicht allzu ferner Zeit für möglich, Hoppe, der als Chef-Planer in die weitere Zukunft blicken muss, sogar 200 Millionen.

So fährt die Linie 62:

Dölzschen – Altnaußlitz – Altplauen – HP Plauen – Chemnitzer Straße – Budapester Straße – Postplatz – Dr.-Külz-Ring  – Pirnaischer Platz – St. Benno Gymnasium – Striesener Straße – Hans-Grundig-Straße – Pfotenhauerstraße   - Johannstadt/Uniklinik

Doch die Linie 62 hat nicht allein mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen. „Die Reisegeschwindigkeit beträgt im Durchschnitt 15 Stundenkilometer“, sagte Hoppe. Gerade in Johannstadt sei der Bus abschnittsweise mit einstelligen Geschwindigkeiten unterwegs. Busse in Dresden haben durchschnittlich eine Reisegeschwindigkeit von 20, Straßenbahnen von 19 Stundenkilometern. Dass es auf der „62“ so viel langsamer zugeht, habe neben den engen Haltestellen-Netz zum Beispiel auf der Pfotenhauerstraße, das Hoppe beim Umbau für die Straßenbahn ausdünnen will, vor allem bauliche Gründe.

Vorplanungen in der Johannstadt

Der DVB-Chefplaner denkt dabei vor allem an die Kreuzungen Rathenauplatz und Pirnaischer Platz, wo Busse der Line 62 im Schnitt mehr als eineinhalb Minuten für die Durchfahrt benötigen. „Wie soll das erst einmal werden, wenn die Linie 7 wegen Fahrgastzuwächsen im Fünf-Minuten-Takt fährt?“, fragt Hoppe. In Johannstadt selbst gibt es aber auch genügend Probleme. So sind Stadt und DVB für die Güntzstraße, die Pillnitzer Straße, die Pfotenhauerstraße und die Striesener Straße in Vorplanungen. Dabei geht es neben Sanierungsabsichten jeweils um die Machbarkeit einer Straßenbahnstrecke auf den Straßen. Bei der Striesener Straße ist man sich dabei am wenigsten sicher, ob Straßenbahnschienen dort sinnvoll wären. Der Ausgang der Planungen hat Einfluss auf das gleichzeitig vorangetriebene Linie-5-Projekt. Von ihm sind jedoch noch nicht mal die Ausmaße bekannt. Er wisse nicht, ob sich ein Beginn der Linie am Plauener Bahnhof machen lasse, meint etwa Hoppe und bringt eine Weiterführung der Line nach Naußlitz oder Wölfnitz ins Spiel, wo es Anschlussmöglichkeiten gebe. Außerdem sei nicht gesagt, dass die Linie in Johannstadt enden müsse. Das müssen die kommenden Untersuchungen zeigen.

So könnte die "5" durch die Johannstadt fahren Quelle: Damien Jdanoff | virtual-architects.net

Ein paar Pflöcke dafür sind bereits eingeschlagen. So hat der Stadtrat bereits die Pfotenhauerstraße als Vorzugsstrecke bestimmt. Solange das Stadtparlament diesen Beschluss nicht ändere, werde er so planen, sagte Hoppe. Zugleich soll die Pfotenhauerstraße laut Verkehrsplan verkehrsberuhigt werden. Möglich, dass dafür Durchgangsverkehr und Parkstreifen geopfert werden müssen, wogegen sich schon erster Widerstand der Anwohner regt. „Die Parkplätze sollten erhalten bleiben, das sollten wir politisch durchsetzen“, sagte entsprechend Hendrik Stalmann-Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Die Planung wird nicht einfach.

Das kennt die DVB allerdings schon. So steht laut Hoppe noch in den Sternen, wann der Planfeststellungsantrag für den Neubau der Nossener Brücke entlang der Campuslinie eingereicht wird. Dort macht vor allem die Überbrückung der Bahnstrecke Probleme. Um an der Linie 5 etwaige Widerstände schon im Vorfeld auszuloten, planen die DVB in diesem Jahr zwei „Zukunftswerkstätten“, eine für Bürger und eine für Industrie- und Gerbeanlieger. Die Ergebnisse sollen jeweils in die Planung einfließen.

Von Uwe Hofmann

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