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Lokales DVB stellen nach Einbruchswelle bargeldlose Kaffeautomaten auf
Dresden Lokales DVB stellen nach Einbruchswelle bargeldlose Kaffeautomaten auf
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08:52 30.12.2016
Nur noch mit Bezahlchip: Dispatcher Thomas Kiehn zeigt, warum es an den Endpunkten der DVB für Einbrecher nichts mehr zu holen gibt.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Außer Toilettenpapier ist hier nichts zu holen“, sagt Falk Lösch und wedelt im Nichtraucherraum des kleinen Endpunkthäuschens in Prohlis mit einer Rolle Klopapier herum. Die Botschaft, die der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit dieser Demonstration untermalen will, ist ziemlich eindeutig: Es lohnt sich nicht mehr, in eines der Wartehäuser einzubrechen, die die DVB an den 56 Endpunkten der Bus- und Straßenbahnlinien für ihre Fahrer unterhalten.

Ob es sich je gelohnt hat, darf durchaus bezweifelt werden. Dennoch sind Einbrecher immer wieder mal eingestiegen. Um die zehn Mal sei das im Jahr passiert, bis 2015 die Fallzahlen plötzlich nach oben schnellten: 45 Einbrüche mussten die DVB verzeichnen, in Prohlis allein fünf Mal. So ganz erklären kann man sich bei den DVB den Trend nicht, zumal es selten viel zu holen gab. Als einziges Ziel bieten sich schließlich lediglich die Kaffeeautomaten an, die das Kesselsdorfer Unternehmen Reinhardt aufgestellt hat. Nicht selten waren kaum mehr als 15 Euro die Beute der Einbrecher. Bei den DVB blieben dagegen „schnell mal 500 bis 3000 Euro Schaden“ an den Gebäuden zurück, wie Sprecher Lösch sagt. „Der Schaden an den Automaten war deutlich höher“, fügt er an. Bis zu 15 000 Euro im Jahr.

Grund genug zu reagieren, zumal die Einbruchserie auch 2016 kaum nachgelassen hat. Um die 30 Anzeigen habe man bisher stellen müssen, sagt DVB-Immobilienverwalter Carsten Langheinrich. Er hat alle 56 End- und Pausenpunkte auf Schwachstellen in der Sicherheitsausstattung überprüfen lassen. Einige von ihnen erhielten zusätzliche Gitter vor den Fenstern. Außerdem wurden ältere Eingangstüren durch sogenannte einbruchshemmende Türen ersetzt. Dafür mussten die DVB 10 000 bis 15 000 Euro investieren, wie Langheinrich sagt.

Wesentliche Neuerung ist aber etwas anderes: Alle Kaffeeautomaten wurden auf bargeldlose Bezahlung umgestellt. Dafür hat der Automatenhersteller richtig viel Geld investieren müssen, mehr als 100 000 Euro, wie Juniorchef Dennis Reinhardt sagt. Noch einmal 6000 Euro kamen von den DVB, die ihre Technik zum Bezahlsystem beigesteuert haben. Die Automaten reagieren jetzt nur noch auf die Chips, die alle Fahrer ohnehin bei sich führen, um Zugang zu den Betriebsgebäuden zu erhalten. Aufgeladen werden die Chips nur an bewachten DVB-Gebäuden, meist den Betriebshöfen. Auch die Fahrer der DVB-Tochterunternehmen und anderer Verkehrsunternehmen wie des Regionalverkehrs Dresden (RVD) können das Bezahlsystem nutzen. Da die DVB die Umstellung der Automaten inzwischen abgeschlossen haben, gibt es nicht einen Cent Bargeld mehr in den Wartehäuschen an den Endpunkten.

„Es wird sicher eine Weile dauern, bis sich das rumgesprochen hat“, gibt sich DVB-Sprecher Lösch keine Illusionen, dass 2017 ein einbruchsfreies Jahr wird. Die Polizei vermute hinter den Taten zumeist Beschaffungskriminalität, weiß Reinhardt. „Oft werden die Verfahren eingestellt, gefasst wurde unseres Wissens noch niemand“, sagt er.

Profitieren würden vor allem die Fahrer, wenn nun mal Ruhe einkehren würde. Denen bleiben meist fünf bis 15 Minuten Pause für Toilettengang, Pausenbrot oder Kaffeegenuss, ehe sie sich wieder ans Steuer setzen müssen. Ein verwüstetes Wartehäuschen ist da mehr als unangenehm. Eine positive Auswirkung hat die Umstellung für sie in jedem Fall: Der Kaffee der neuen Automaten soll besser schmecken, heißt es.

Von Uwe Hofmann

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