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Lokales DVB sorgen mit viel Aufwand dafür, dass es bei Dynamo-Heimspielen ruhig bleibt
Dresden Lokales DVB sorgen mit viel Aufwand dafür, dass es bei Dynamo-Heimspielen ruhig bleibt
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18:50 21.09.2017
Andreas David im Einsatz. Der Disponent hat den Hut auf, zum Gelingen der Fußballfahrten tragen aber auch Fahrer, Planer, Dispatcher und der Fahrgastservice bei. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Ein Pfiff in den kalten Nachthimmel und die Dresdner Heimniederlage ist besiegelt. 0:2 hat Dynamo gegen Arminia Bielefeld verloren, was im Stadion mit einem gellenden Pfeifkonzert quittiert wird. Andreas David, selbst Dynamo-Fan, lässt sich draußen vor der Spielstätte von der Enttäuschung nichts anmerken. Wie sollte er auch, nach dem Abpfiff hat er alle Hände voll zu tun, gerade an einem Abendspiel in der Mitte der Woche, wenn alle Zuschauer nur noch nach Hause wollen. David ist der „Dynamo-Disponent“ der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), wie er von seinen Kollegen scherzhaft genannt wird. Der Leitstellenmitarbeiter hat sich auf die Betreuung von Heimspielen des Fußballvereins spezialisiert, sorgt dafür, dass genügend Busse und Bahnen im Einsatz sind, um die Fans zum Stadion und zurück zu befördern.

Begonnen hat das vor zehn Jahren, wie der 49-Jährige berichtet. Die Polizei wandte sich in Abstimmung mit der SGD an die DVB und fragte, ob diese nicht einen Bus-Shuttle für Gästefans organisieren könnten. Die Polizisten wollten nach einigen Fällen, in denen gegnerische Fangruppen im Stadtgebiet aufeinandergetroffen waren und randaliert hatten, auf diese Weise für Ruhe sorgen. Auch die Verkehrsbetriebe hatten die langen Fanmärsche vom Hauptbahnhof zum Stadion leid. „Da war immer die Lennéstraße gesperrt, meist auch noch die Wiener Straße“, sagt David. Für die DVB eine kleine Katastrophe – genau dann, wenn viel Fahrgäste unterwegs sind, fallen wichtige Verbindungsstraßen zum Stadion aus. Also wurden vor zehn Jahren Gästefans das erste Mal in Busse gesetzt, die in Polizeibegleitung und im Korso über eine von der Polizei festgelegten Route zum Stadion gebracht werden. Die Kosten trägt der Verein.

Inzwischen ist das ein Dresdner Erfolgsmodell und einer der Erklärungsansätze für das Phänomen, das Dynamos Auswärts-Anhang berüchtigt ist, es bei Heimspielen aber ruhig bleibt. „Seit drei Jahren wurde in den Bussen nichts mehr beschädigt“, sagt David. Weil Polizisten mitfahren, aber wohl auch, weil die Gästefans wissen, was sie an dem Service haben. „Seit wir verantwortlich sind, hat noch kein Gästefan seinen Zug nach Hause verpasst – zur Not sind wir für zwei Nachzügler auch noch einmal eine Extratour gefahren“, sagt David.

Das Dresdner Know-how weckt auch anderswo Interesse. So wurden die DVB von Lok Leipzig gebeten, beim letzten Sachsenpokalfinale die Gästefans aus Chemnitz zum Bruno-Plache-Stadion zu befördern. „Lok Leipzig hatten wir in Dresden ein paar Mal zum Stadion gefahren“, begründet das der Disponent David achselzuckend. Als sei es keine große Sache.

Dabei steckt hinter jedem Dynamo-Heimspiel ein großer Aufwand. Auch am Mittwoch gegen Arminia Bielefeld, einem der etwa ein Drittel Saisonspiele, bei denen mangels Bedarf keine Gäste-Shuttles zum Einsatz gekommen sind. Nach zahlreichen Vorbesprechungen mit Verein, Polizei und anderen Einsatzkräften trifft sich David vor dem Spiel noch zu einer weiteren Absprache. Dann koordiniert er die Anreise. 15 zusätzliche Straßenbahnen werden für An- und Abreise eingesetzt, die Masse der Dynamo-Fans kommt dank Kombi-Ticket mit der Bahn. „Dabei müssen wir beachten, ob es ein Wochenendspiel ist oder eines in der Woche und wie das Wetter ausfällt – all das wirkt sich auf das Anreiseverhalten aus“, sagte David.

Sind alle im Stadion, kann er kurz durchatmen, dann gibt es in der Halbzeitpause die nächste Besprechung und die Abreise wird vorbereitet. Die Extra-Bahnen müssen genau zum richtigen Zeitpunkt abfahren, dann wenn die Massen aus dem Stadion strömen. „Sonst verpufft die Wirkung“, sagt David. Schwierig wird es bei Pokalspielen, die mit Verlängerung und Elfmeterschießen schwer auszurechnen sind.

Trotzdem möchte David, der Dynamo-Fan, der bei Heimspielen immer arbeitet, keinen dieser Einsätze verpassen. „Urlaub mache ich nur in der Spielpause“, sagt der 49-Jährige.

Von Uwe Hofmann

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